Die Eva in der Klassik
Shownotes
Ein Klavier ist ein Männerinstrument? Und eine Konzertmeisterin spielt zu Hause natürlich auch die erste Geige? Die Geigerin Sophie Heinrich und die Pianistin Maria Radutu haben einiges erlebt in der Klassikwelt. Im BackstageClassical-Podcast erzählen sie von Sexismus, absurden Rollenklischees und Jurys, die lieber über die Kleider von Musikerinnen reden als über ihre Kunst. Aber auch von ihren Abenteuern als musikalische Unternehmerinnen.
Mit ihrem Album »All About Eve« entdecken sie Musik von Komponistinnen, die viel zu lange im Schatten von Bach, Beethoven und Brahms standen. Doch droht die Wiederentdeckung von Frauen in der Klassik zum bloßen Marketing-Trend zu werden? Und warum hatten die beiden zunächst selbst Vorbehalte gegen ein reines Frauen-Programm?
Ein Gespräch über musikalische Qualität, Beharrlichkeit und eine Klassikwelt, die sich endlich öffnen muss. Denn hinter den Mauern des alten musikalischen Schlosses wartet ein riesiger Garten voller Entdeckungen.
Zur All about Eve: https://cu040.r.ag.d.sendibm3.com/mk/cl/f/sh/SMK1E8tHeFuBncLsnVly43hQjPoV/1DNgAwrJodW6
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00:00:02: Guten Morgen!
00:00:04: Die großen Themen der Klassik für den Weg zur Arbeit mit Axel Brüggemann.
00:00:09: Einen wunderschönen guten Morgen.
00:00:10: heute ist Freitag der sechste November und ich freue mich auf zwei ganz besondere Gäste.
00:00:19: Die Geigerin Sophie Heinrich und die Pianistin Maria Raduto gehen ganz besonderen Wege in der klassischen Musik, sie sind Experten dafür immer wieder neue und spannende Programme zu finden.
00:00:34: Er finden und ihr neuestes Programm trägt den Titel All About Eve.
00:00:40: Es ist eine Aufnahme, die heute gerade erscheint als LP, als CD aber wahrscheinlich könnt ihr sie auch irgendwo streamen Und Sie beleuchtet die Musik von Komponistinnen.
00:00:54: Die Entdeckung dieser Musik ist natürlich ein Anlegen von Sophie Heinrich und Maria Radutu, aber die beiden entwickeln auch jeder für sich immer wieder neue spannende Projekte.
00:01:05: Und genau darüber möchte ich mit Ihnen reden!
00:01:09: Aber bevor wir darüber sprechen wie man sich als Solist auf einem Heiß umkämpft Plastikmarkt eine Position erobert bzw.
00:01:19: wie man sich selbst und seiner Überzeugung treu bleibt – und dabei auch noch das Publikum überzeugt, wollte ich von Ihnen wissen ob Sie sich
00:01:27: im
00:01:27: Angesicht des Titels Ihres neuen Albums All About Eve tatsächlich als musizierende Frauen verstehen?
00:01:35: Ich definiere mich zuerst als Musikliebhaberin Dann als Musikerin und dann als Pianistin.
00:01:41: Die Frau kommt, glaub ich, viel später.
00:01:43: Ich bin halt eine Frau!
00:01:44: Also was?
00:01:45: Ich bin ein Frau und die macht Musik von Herzen.
00:01:49: Diese Selbstverständlichkeit scheint ja nicht so gegeben zu sein sondern ihr thematisiert das ja und wir haben es in der Klassik ja in allen möglichen Bezügen dass wir jetzt erst entdecken wie lange Frauen vernachlässigt wurden überhaupt nicht zum musizieren gebracht wurden dann haben wir im heutigen Orchesteralltag immer noch Übergriffe, Macho-Verhalten.
00:02:10: Also wir berichten ja über diesen ganzen Kram also die Selbstverständlichkeit von der ihr jetzt so redet und ich bin hier heute eine Frau, die scheint immer noch nicht im Jahr zum Jahr zu sein oder?
00:02:22: Mein Selbstverständnis ist als Frau es gegeben und dann bin ich als Musikerin in das Business eingetaucht und da gebe ich dir absolut recht, da sind wir noch lange nicht angekommen.
00:02:35: Es war ja nicht so, dass ich über Frauenkomponisten berichten wollte oder sie vor allem spielen wollte.
00:02:43: Wir erzählen zwar auch auf der Bühne aber wir machen ja vor allem Musik.
00:02:47: Sondern das hat sich daneben ergeben durch das Sein als Frau in der
00:02:53: Musikszene.".
00:02:56: Die folgende Werbung unterstützt unabhängigen Kulturchanalismus.
00:03:01: Ihr kennt sie alle, Bach, Wagner, Mendelssohn und Beethoven.
00:03:04: Was haben Sie gemeinsam?
00:03:04: Natürlich!
00:03:05: Sie haben alle Musikgeschichte geschrieben – und zwar zu einem erheblichen Teil in Leipzig.
00:03:11: Und das Besondere ist dass die Stadt Leipzig seine Komplisten immer noch hochleben lässt.
00:03:17: Hautnah in unglaublich tollen und zahlreichen Festivals, in denen Weltstars wie Simon Rattle oder Lang Lang auftreten.
00:03:25: Und natürlich auch der Gewandhaus-Kapellmeister Andres Nelson.
00:03:29: Sie holen die Musiktraditionen in das jetzt an historischen Orten wie Kirchen, Museen oder im Gewandhaushalber.
00:03:39: Nächstes Jahr findet dort mit dem Beethoven-Festival eine ganz besondere Veranstaltung statt.
00:03:43: Zweihundert Jahre nach seinem Tod feiert Leipzig den Komponisten, mit großen Symphonien und Kammermusik, mit Jazz und auch Elektronik.
00:03:52: Weiter geht es dann mit der Wagnerfestwoche an der Oper Leipzig dieses Mal unter dem Motto Idole auf dem Programm u.a.
00:04:00: Tristan und Isolde und der fliegende Hallender.
00:04:04: Es darf natürlich einer in Leip sich niemals fehlen Logo, das ist Johann-Sebastian Bach.
00:04:10: Das Bachfest Leipzig feiert im Juni of two thousand and twenty seven hundred years Matheos Passion mit dem Turmaner Kur mit Sir Simon Rattle und fünf ja genau fünf unterschiedlichen Interpretationen dieses Meisterwächs.
00:04:27: Jedes Jahr am November wird traditionell Felix Mendelssohn bei Toldy mit einem hochkarätigen Programm zu den Mendelsson Festtagen geerdet.
00:04:34: ihr seht also es gibt vielleicht keine andere Stadt, in der Musikgeschichte so lebendig gefeiert wird wie in Leipzig.
00:04:45: Ist das dann nüchternd?
00:04:46: Maria, wie war das bei dir?
00:04:48: Man kommt da selbstverständlich rein und will eigentlich nur Musik machen.
00:04:51: Und plötzlich sieht man, man hat mit Rollen Klischees von vor Anno Dutzemal zu tun.
00:04:56: ist da die Klassikwelt irgendwie
00:04:59: rückständiger
00:05:00: als die normale Welt?
00:05:02: Es ist schon etwas konservative, das stimmt schon.
00:05:05: Aber weil du gesagt hast, es ist schon viel besser.
00:05:08: Ich habe in meinem Studium noch gehört, naja, du musst dir das schon zweimal überlegen, weil du hast ein wirklich großes Instrument und da erwartet man halt doch einen Mann davor.
00:05:17: Das würde heute glaube ich nicht mehr passieren.
00:05:19: Geige geht?
00:05:19: Klavier ist schon zu groß!
00:05:21: Ja also vor zwanzig... ...Pauke
00:05:24: vor, das wäre noch schlimmer.
00:05:25: Das war länger her, dass ich... Schlagzeuger.
00:05:28: Aber es war schon Und ich hab dann schon, also relativ vor kurzem aber von einem sehr alten ... Wie heißt das?
00:05:37: Die Altenweißen Männer.
00:05:38: War schon so, Beethoven geht das oder ist es dann schon ... Wirst du für Sachen programmiert die nicht zu die großen Romantiker oder die Klassik?
00:05:47: Also dort wo man noch immer Männer erwarten würde... Das hat sich gebessert!
00:05:52: Für uns finde ich wie kann man aber zu dem Projekt gar nicht um dass oder zumindest von meiner Seite, um zu thematisieren.
00:06:02: Die waren Frauen und haben deswegen so komponiert sondern weil wir einfach in einer Zeit leben in der wir die Möglichkeit haben diese ganze Musik zu entdecken und überhaupt sie auf die Bühne zu bringen.
00:06:12: also wie wollen damit den Raum geben und die Büne schaffen um diese Musik überhaupt erleben zu können?
00:06:19: Sie ist ja da!
00:06:20: Und das wäre wahnsinnig schade wenn ich es nicht hören würde.
00:06:22: Das Projekt und so reden wir gleich noch mal.
00:06:24: Ich würde mich schon noch interessieren, was ihr für Erfahrungen gemacht habt und was für Ansätze ihr denn habt?
00:06:31: Wir sehen es ja bei Backstage Classical an dauernd also.
00:06:34: wir schreiben immer wieder über Themen wo das Miteinander oft nicht funktioniert, wo Übergriffe stattfinden.
00:06:41: Es fängt schon beim Musikhochschulen an.
00:06:42: dann geht es bei den Besetzungen von Posten so... Weißen alten Dirigenten, die sagen oh Mensch früher war alles besser.
00:06:50: Da mussten wir nicht noch gegen Frauen antreten.
00:06:52: bei Besetzungen ja du hast das selbst erlebt im Orchester.
00:06:55: also was sind eure Beobachtung?
00:06:58: erst mal und wo sagt ihr mensch da wäre es doch eigentlich leicht auch ein Hebel vielleicht in der klassik welt zu ändern.
00:07:05: ich würde schon nach Maria Aussage unterstützen dass mir einer Welt in der Klassik leben, die der Tradition verhaftet ist.
00:07:14: Wir machen ja auch Musik noch von Toten.
00:07:17: Das habe ich übrigens in Afrika mal erzählt und dann haben sie mit ihrem Voodo-Kult angefangen!
00:07:21: Wir machen Musik... Ist
00:07:22: ja so ein bisschen so?
00:07:23: Ja,
00:07:24: wenn man das mal reflektiert, es ist eigentlich ziemlich schuldig.
00:07:28: Wir spielen und verehren Musik von schon Verstorbenen.
00:07:32: Und d. h., dass es also etwas rückwärts gewann, das ganze Business Ausschlaggebend, wo du Musikierst.
00:07:42: In welchen Ländern?
00:07:43: Also wenn man in Norden geht und Europa dann wird es schon sehr viel liberaler.
00:07:46: Da spielt das wirklich keine Rolle mehr.
00:07:48: Du in Norwegen, in Schweden, da bist du wirklich ... ist dein Homebase ja, Finland auch.
00:07:53: Wenn ich für mich sehr zu Hause, da war ich eine führende Frau bin.
00:07:58: Das ist auch noch dazu gestellt wichtig, wenn man jetzt darüber redet über Gleichberechtigung und Gung.
00:08:03: Und da ist das wirklich kein Thema mehr.
00:08:05: Das sind dann wieder andere Dinge in der Rollenfindung wichtig.
00:08:10: Aber jetzt noch mal zu deiner Frage, ja man erlebt es als Frau im Business halt sofern dass gegen Vorteile zu kämpfen hat oder dass man sehr aufs äußere reduziert wird und überhaupt darauf angesprochen wird.
00:08:25: Da habe ich bei internationalen Wettbewerben erlebt, das ist dann plötzlich darum ging naja aber überdenke nochmal deine Kleidung.
00:08:31: und dann dachte ich mir Wahnsinn!
00:08:32: Das war wirklich ein anerkanter internationaler Wett Bewerb und man redet zuerst im Beratungsgespräch über Kleidungen Ich weiß nicht wie es da in einem Mann ginge oder wenn dann Familienplanung ansteht im Berufsleben.
00:08:47: Man ist überall dort mit etwas konfrontiert, wo der männliche Kollege sagen würde, ich habe überhaupt keine Probleme gehabt mit.
00:09:02: Also so was.
00:09:03: Und ich kann auch noch eine witzige Geschichte erzählen, die ist mir sofort eingefallen als du das erzählt hast mit dem Klavier.
00:09:08: Die ist ja schockierend übrigens.
00:09:10: Also Wahnsinn!
00:09:11: Das ist dir bei der Geige nicht passiert jedenfalls.
00:09:13: Aber als Konzertmeisterin in der Führungsposition scheint es schon schwierig zu sein für manche das zu akzeptieren oder?
00:09:21: Noch immer merkwürdigerweise.
00:09:22: Ich habe vor zwanzig Jahren damit angefangen und ja... Ich hab mich eingepackt durch meine Naivität.
00:09:31: Weil ich so, wie ich gerade geantwortet habe ... Vielleicht bin eine Frau und will das aber machen?
00:09:37: Das hat mir dann darüber hinweggeholfen, aber es war hart.
00:09:40: Dann war in Berlin diese Geschichte, wo ich im Okestagraben saß.
00:09:44: Es guckte ein älterer Herr auch weiß Haarek über die Brüstung runter.
00:09:48: Und ich sah ihm irgendwie an, er war schockiert.
00:09:52: Dann kam plötzlich nach ein paar Minuten.
00:09:56: Noch mal der Kopf und er meinte, dann spielen sie zu Hause auch die erste Jäger.
00:10:04: Und dann hab ich gesagt
00:10:04: ne, weil ich mach's
00:10:05: ja hier!
00:10:07: Ja.
00:10:08: Das klingt so ein bisschen wie in Berliner Zoo irgendwie mit der Orchester graben als Aquarium.
00:10:14: Wie du das jetzt gesagt hast, es gibt unterschiedliche Vorurteile.
00:10:17: Erlebst du das auch Maria?
00:10:19: Was sind das bei dir also außer dass dein Musik... Instrument zu groß für eine Frau ist?
00:10:23: natürlich ... Was sind das sonst so für Vorurteile, wo du sagst?
00:10:28: Hab ich gar nicht mit gerechnet.
00:10:29: Aber das gibt es noch!
00:10:31: Ich habe ein bisschen das Glück, dass ich ... Ich war immer selbstständig und als Solistin unterwegs.
00:10:35: Das heißt, ich lebe wahrscheinlich in einer Barbel, wo mir viele Dinge, wo ich vielleicht nicht eingeladen werde aus dem oder dem anderen Grund gar nicht zu Ohren kommen.
00:10:45: D.h.,
00:10:46: die Welt, in der ich mich bewege... Ich mache viel auch mit anderen Kunstrichtungen.
00:10:50: Gerade im Ballett ist es also mit modernem Tanz irgendwie offen.
00:10:56: Ich mach vieles, wo sich viele Vorurteile die vielleicht da sind, kommen mir gar nicht zu Ohren und ich konnte meine künstlerische Identität selber formen über die Jahre.
00:11:09: Und deswegen komme ich weniger in Verbindung damit.
00:11:14: Zum Thema Aussehen und Umwand darauf reduziert wird oder ob das wichtig ist bin ich überhaupt der Meinung.
00:11:20: wenn wir schon sagen Wir brauchen ein neueres Publikum oder jüngeres Publikums Da bin ich der Meinung, dass sowohl Frauen als auch Männer das ein Thema ist wie man auf der Bühne aussieht.
00:11:30: Es ist trotzdem.
00:11:32: die Menschen kaufen sich die Konzertkarte für ihre Freizeitgestaltung.
00:11:36: Das heißt, das Bewusstsein dafür, dass alles dazugehört – das war bei mir schon sehr lange und ich vertrete nicht diesen «Ist ja wurscht, wie ich ausschau» auf der bühne, weil es ist ja nur Musik wichtig.
00:11:47: Das wäre genau diese Salitäre hinter dem ich nicht stehe!
00:11:51: Es ist interessant, ich würde gerne nochmal darüber reden wie man als freischaffender Künstler neue Formate finden muss.
00:11:59: Das macht ihr ja beide und so habt ihr euch wahrscheinlich auch gefunden.
00:12:03: Aber für eine letzte Frage bei dieser Rolle bleiben und warum in der klassischen Musik das doch irgendwie noch ein bisschen zurück ist... Also meine Beobachtung fängt schon an Hochschulen an!
00:12:17: Wir haben das Problem, dass Lehrerin-Lehrer Dutzierinnen die das gerne so machen wie sie es gelernt haben und dass da schon in der musikalischen Pädagogik überhaupt gar keine Innovation stattfindet.
00:12:30: Und dann geht das weiter in den Orchestern, in den orchesterleitern, in Direktionen, in Den Management von Orkestern.
00:12:37: Also ist die Wurzel tatsächlich schon die Ausbildung?
00:12:41: Habt ihr das auch schon erlebt?
00:12:42: oder wo Kann denn der Schalter sein?
00:12:45: oder muss man einfach nur aufgleichen und irgendwann wird sich das schon normalisieren?
00:12:49: Ja, sehr gute Frage.
00:12:51: Auch das Hochschulsystem ist konservativ würde ich schon so sagen.
00:12:58: auch da wenn man gegen Norden geht verändert es sich eher ist man offener für prokresives.
00:13:04: aber Maria ich würd sagen dass das Hoch-Schulsystem eher konservativ ausgelegt ist.
00:13:11: Also ich guck dich gerade an.
00:13:14: Was du studiert?
00:13:15: Ich habe Hans Eisler in Berlin studiert, das war so meine Basic Ausbildung und dann hab' ich noch einen Master drauf gesetzt in... oder das hieß ja damals noch anders.
00:13:27: So alt bist du schon!
00:13:28: Ich weiß
00:13:31: nicht, sich sieht nicht so aus.
00:13:33: Na Quatsch, ich wabe da noch in Lübeck Mein Master in der Musikvorschule beim alten Thomas Brandes draufgesetzt.
00:13:40: Wie war das bei dir, Maria?
00:13:43: Ist das schon auch ein Fehler im Ausbildungssystem?
00:13:45: Ich glaube dass die Innovation von Festivals kommt und von Freischaffenden Musikerinnen.
00:13:51: und für mich was?
00:13:52: nach dem Studium.
00:13:54: hat sich erst die Frage gestellt, was will ich eigentlich?
00:13:58: Also nach dem Studium habe ich angefangen überhaupt an diese Formate zu denken.
00:14:02: Mir die Frage zu stellen warum spiele ich was und wie gestalt ich Programme?
00:14:06: Und das hat bei mir schon eben direkt nach dem studium begonnen weil ich erfreulicherweise ein Die Anfrage bekommen hab einen Album aufzunehmen und das kann man mit Anfang zwanzig kann man schlecht sagen nein aber meine erste frage war Warum?
00:14:22: Das waren so die ersten die ersten Schritte in der Gestaltung, wo ich meine eigene Geschichte gesucht habe.
00:14:29: Ich hab sehr viele Komponistinnen als Freunde und hab das immer bewundert – sie schaffen etwas Neues!
00:14:35: Und mein Weg zu künstlerischen Freiheit und diese Identität ist eben wie kann ich das Format an sich so gestalten dass ich etwas selber zu sagen habe?
00:14:47: Und all diese Gedanken hatte ich im Studium nicht.
00:14:51: Also es war eher ein, wir bewegen uns von Stück zu Stück und wir müssen diesen Kanon an.
00:14:55: Du musst ja eine Sonate von Schubbein gespielt haben, eine von Schuhmann usw.
00:14:59: Und damals war das gar nicht der Platz für die Frage nach dem Warum?
00:15:06: Das ist mir jetzt noch mal eingefallen.
00:15:08: was im Studium bei mir absolut gar nicht vorkam War dass der Perspektivwechsel die Sicht des Musik-Business auf den Künstler, die Künstlerin.
00:15:24: Also das kam dann weil ich ... Ich hab ja zuerst über meine solistische Ausbildung.
00:15:30: in zur Käste, Konzernmeisterrichtung gegangen.
00:15:32: Da ging es dann weiter.
00:15:33: Ich habe das eigentlich erst seitdem ich freischaffend bin gelernt und weil vorher wurde sich darum gekümmert.
00:15:39: aber wie ist eigentlich der Blick des Musik-Business auf den Künstler?
00:15:43: Was hat denn da die Erkenntnis?
00:15:44: Weil ich glaube das ist ja auch tatsächlich etwas was sich so ein ganzes... So ein ganzer Klangkörper mit ganz vielen Menschen überhaupt nicht stellt.
00:15:51: Die gehen zum Dienst, sie machen das.
00:15:53: Dann sagt er nächstes Jahr heute spielen wir das Mit dem Dirigenten oder mit der Dirigente und dann wird das und es ist eh sowieso voll oder auch nicht voll, ist auch pip egal.
00:16:02: Also ich glaube man is ja schnell in so einer Routine drinne.
00:16:06: aber was war denn deine Erkenntnis?
00:16:07: Was ist denn der Blick dieses Musik-Businesses?
00:16:10: Was hast du denn da?
00:16:11: sozusagen wie hat sich deine Perspektive verändert weil das das bei dir Maria als Pianistin als definitiv erstmal solistisches Instrument.
00:16:19: klar ist dass man irgendwann sich selbst finden muss.
00:16:21: aber als Geigerin die ja auch eben im Orchester spielen kann noch ein zweites Standbein haben mit meinen eigenen Projekten.
00:16:30: Was ist da die Erkenntnis gewesen, die du gemacht hast?
00:16:34: Naja erst mal wie hart es ist da draußen was das wirklich einen Kampf ums überleben ist.
00:16:38: ich meine das habe ich wirklich auch von und mit der Maria gelernt dass es hart und man muss sich positionieren.
00:16:45: man muss ein Profil finden, nicht profilieren.
00:16:48: Ein Profil erarbeiten.
00:16:50: Das ist aber jetzt schon wieder die Sicht des Künstlers.
00:16:53: vom Musik-Business, würde ich sagen wir haben einen vorher nachher vor Covid, nachher nach Covid und das ist einfach der Blick.
00:17:01: notwendig auf die Zahlen zu schauen.
00:17:04: Ein Orchester ist teuer zum Beispiel, eine Saalmiete ist teurer.
00:17:11: Also seitdem ich freischaffend bin habe ich viel mehr Verständnis für Wirtschaft und für Zahlen.
00:17:17: Vorher war das immer so ein Skepsis gegenüber den Anzugträgern.
00:17:21: Inzwischen halte ich ja auch Keynote-Speechs zum Thema Leadership und krieg direkten Kontakt mit Managern und Managerinnen und auch da übrigens zu wenig Frauen in der wirklich ersten Riege.
00:17:33: Und dann hat man ein ganz anderes Gefühl dafür, ja das ist wirklich was extrem Wunderschönes, Besonderes aber halt auch Kostspiniges, was wir da machen.
00:17:45: Das mussten Orchester wahrscheinlich gar nicht wissen.
00:17:47: erstmal, ja?
00:17:47: Aber sollte es...das merke ich bei unseren Texten auch immer, dass Orkestermusikerinnen und Orkester-Musikerspulen uns immer zurück.
00:17:54: Ja, was willst du?
00:17:55: Uns geht's doch gut!
00:17:56: Wir müssen uns nicht ändern.
00:17:58: Es ist ganz oft gar nicht diese Notwendigkeit des Kollektivs.
00:18:02: Das Kollektif versteht wahrscheinlich oder wird eben nicht gezwungen, dieses existenzielle zu sehen sondern erst wenn es dann wirklich um eine Schließung eines ganzen Orchester geht.
00:18:13: und so was also?
00:18:14: ich glaube das sind die Existenzbedrohungen wahrscheinlich ganz anders.
00:18:18: Es gibt schon im Universitätsbetrieb jetzt immer mehr auch Vorlesungen Komplementärfächer, die angeboten werden zum Thema Programming.
00:18:33: Zum Thema Musik-Business eigentlich sehr wenig.
00:18:38: Aber wie verkaufe ich mich auf Social Media?
00:18:42: So was wird immer mehr angebotten aber es wird oft von den Hauptfachlehrenden nicht ernst genommen weil eben die Karrieren oft so gestaltet sind dass sie Entweder in den Hochschulbetrieb gehen, entweder ins Orchester oder freischaffenzolistisch.
00:18:59: Es gibt da kaum
00:19:00: Schnittpunkte.".
00:19:13: Maria, wie war das?
00:19:14: Jetzt reden wir mal drüber.
00:19:16: Wie ihr euch sozusagen positioniert und wie ihr die Musik macht, die ihr für euch gefunden habt.
00:19:21: Also bei dir war es Sophie Almas Musikladen, bei dir was... Wie heißt das bitte?
00:19:28: Piano Box genau!
00:19:30: Wie kam es zu diesen Formaten?
00:19:33: Die Piano-Box hat sich vor langer Zeit so Schritt für Schritt entwickelt und eigentlich aus dem Kreis meiner besten Freunde, weil ich war immer auf der Suche nach spannende Musik.
00:19:44: Also ganz kurz sagen, was ist die Piano-Box eigentlich?
00:19:46: Die
00:19:46: Piano Box ist mein Format an Recitals, die ich moderiere und die Art wie ich moderere.
00:19:52: es ist musikwissenschaftlich niemals falsch aber der Fokus ist nicht auf die Musikwissenschaft sondern auf die Emotion.
00:20:00: Ich spreche darüber also manchmal über die Komponisten, Komponnistinnen aber sehr oft darüber wie was mich inspiriert die Musik so zu interpretieren, wie ich sie interpretiere und es ist eigentlich eine Einladung für das Publikum etwas zum Anhalten zu haben.
00:20:16: Weil das was mich stört in unserer Musikbusiness ist, so viele Menschen kommen nach Konzerten und sagen Ich habe ja ... ich verstehe das ja nicht mit der Musik aber ich lieb's.
00:20:26: Und für mich ist dieses Aber-Ich-Liebs genau das Verständnis eben aufzuweichen und nicht von der Empore hinunter zu sagen, wenn du nicht genau weißt was da für eine Struktur dahinter ist dann bist du noch nicht gebildet.
00:20:41: So lange wieder ein gutes Sinn!
00:20:43: Auf die Suche nach diesen ganzen neuen Entdeckungen von Musik.
00:20:48: das habe ich dann meinen besten Freund erzählt und gesagt schau dass es so spannend ist weil das und das und es war dann so genau das musst du auf der Bühne erzählen.
00:20:56: Noch zu einer Zeit lange vor Corona wohnen wo das unvorstellbar war, dass der Musik auf die Bühne kommt und es gab diese zwei drei Formate mit Victor Bogges usw.
00:21:05: Aber sozusagen ich mache die Musik mit der gleichen emotionalen Ernsthaftigkeit wie ein Solist der nicht spricht und sprecht.
00:21:12: trotzdem also da ist die Piano Box.
00:21:15: Sophie wir waren jetzt bei dir.
00:21:18: Bei mir war es genau dieser Punkt.
00:21:21: Was macht mich als Künstlerin eigentlich aus?
00:21:23: Also der Austritt aus dem Orchester, aus der Konzertmeisterposition und dann einen Profil finden.
00:21:29: Und dann dachte ich naja... Ich habe immer gern geschrieben!
00:21:33: Ich kann auch ganz gut auf der Bühne reden.
00:21:36: und dann hatte ich gedacht man.... Almas Musiksalon, ich würde sehr gerne da auch was erzählen über ihr Leben aus Briefen vorlesen etc.
00:21:44: Wir gehen von Alma Mahler?
00:21:46: Alma Mahlar genau!
00:21:47: Also die Vorstellung wen hätte die junge Alma-Mala eingeladen in ihren Salon?
00:21:52: und dann habe ich eben Werke für Geige und Klavier gespielt also ausgewählt von Simlinsky Richard Strauss Die Freundschaft beleuchtet von Richard und Gustav Mahler etc.
00:22:03: Naja und dann kam Elke Hesse die Intendantin des Mut-Konzerthauses in Wien und meinte, sagen wir mal Sophie.
00:22:11: Warum machst du eigentlich nichts mit der Maria?
00:22:14: Und so die hat sie gesagt Maria, warum machst Du eigentlich nichts mehr mit der Sophie?
00:22:17: Warum macht ihr das nicht zusammen?
00:22:19: Ja und beim dritten Mal wo sie dann gesagt hat ja du kriegst ja eh Konzerte bei mir, also machst du jetzt endlich was mit der Sophia.
00:22:25: und dann haben wir uns hingesetzt und überlegt ja irgendwie Kapustin finden wir beide tollen könnte man super mit Bach kombinieren.
00:22:31: es waren so etliche Ansätze.
00:22:34: Es war eigentlich, ich weiß gar nicht mehr wer es gesagt hat.
00:22:36: Weil so ein Moment ist plötzlich da und sagt wir müssen Komponistinnen machen und sofort die Angst... Wir wollen aber nicht als Diamanten, wir wollen nicht einen dagegen.
00:22:48: Also das darf man machen ohne den Stempel zu
00:22:52: bekommen.".
00:22:52: Das wäre nämlich meine Frage nach diesem ganzen Vorgespräch was wir haben.
00:22:55: also ich habe hier mit euch jetzt auch über dieses Thema nur geredet weil ihr dieses Programm macht ja?
00:22:58: Und auf der einen Seite sieht sich das aus wie reingedrückt, klar jetzt!
00:23:03: Sie tun sich zwei Frauen zusammen und machen die ein Frauengrogramm.
00:23:05: Aber das ist eigentlich gar nicht der Hintergrund, wenn ich das richtig verstehe.
00:23:09: Es geht ja wirklich um die Stories, um die Geschichte, um Musik.
00:23:14: Da kommt man in so eine Slytherie-Slob.
00:23:18: Das ist traurig, dass man da gar nicht darüber reden darf ohne sofort Angst haben zu müssen als erzählende Frau über dieses Thema in eine Box gepackt zu werden.
00:23:31: wenn wir eigentlich jetzt das mal sagen dürfen.
00:23:36: Ich denke schon, dass uns verbindet, dass wir zwei sehr selbstständig unabhängig arbeitende Frauen sind und dass wir einfach lieben was wir tun.
00:23:47: Wir sind auch beide Mütter und dann war diese Idee eben... Wir dachten eigentlich erst, wir gehen in Richtung Jazz-Tango weil es das ja auch verbindet auf der Bühne stehen mit dieser Musik und dann war das so, hey aber hast du eigentlich diese Kubonisten gehört?
00:24:05: Und dann ging es so weiter.
00:24:07: Dann lass uns doch ein Programm mal ohne Adam machen also einfach die Frauen der damaligen Zeit auf die Bühnen bringen.
00:24:15: So hat sich das entwickelt!
00:24:17: Wir haben bis jetzt auch noch über keinen... Also auch in unserem Gespräch haben wir kein einziges Musikstück gesprochen.
00:24:25: Also das Thema ist einfach sehr, es brennt und es gibt so viel was man darüber erzählen kann aber auf der Bühne machen.
00:24:32: wir vergleichen das auch mit einem Schloss.
00:24:37: Und das Schloss ist eben die Welt der männlichen Komponisten und wir haben da immer drinnen gelebt und es ist eh wahnsinnig groß und toll und fantastisch und sehr vielschichtig.
00:24:48: Aber wir leben jetzt in einer Zeit, in der plötzlich diese Türen gefüllt vor fünf Minuten aufgegangen sind.
00:24:55: In den Garten und daraus einfach in eine andere Welt, ich finde nicht dass es ein weibliches Stil für Komponieren gibt aber es gibt so viel was wir bis jetzt noch nicht gesehen haben und wenn wir da in diesen Garten gehen und sehen das die Sonne scheint und fühlen das auf der Haut und die Bäume und alles was es da gibt würden wir auch nicht die ganze Zeit überlegen wer hat die Türen geschlossen?
00:25:18: sondern werden mal erst einmal fasziniert was da alles zu erleben ist.
00:25:23: Und genau deswegen spielen wir diese Musik, weil wir davon fasziniert sind was wir bis jetzt alles nicht gewusst haben.
00:25:28: Gehen
00:25:28: wir mal ganz kurz durch also die ersten beiden Nadja und Nina Boulanger und die beiden hätte es auch viele männliche Komponisten wahrscheinlich gegeben, nicht gegeben und Dirigenten, also die eine Lehrerin, die andere... Also ja Nadja, also sind eigentlich eure wirklichen Urefa-Starty oder?
00:25:46: Ja, total.
00:25:47: Wenn diese wunderbaren Frauen von denen wir da erzählen die wir spielen deren Musik wir spielen darum geht es ja.
00:25:55: wenn sie nicht gegeben hätten hätten wir auch gar nicht die Möglichkeit jetzt hier mit dir zu reden.
00:26:01: also das ist schon unglaublich was die geleistet haben.
00:26:06: Lera Auerbach ist noch dabei Gegenwartskomponisten.
00:26:11: auch wichtig dass die Positionsbestimmung aus dem heute dabei ist
00:26:15: gar nicht damit wir auch lebende Komponistinnen haben, sondern weil die Musik so toll ist und sie eine wahnsinnig schöne Art hat.
00:26:26: Es ist effektvoll was ihr schreibt.
00:26:29: Es ist zwar, sie hat auch traditionelle Elemente drinnen aber es ist trotzdem irgendwie ins heute gedacht.
00:26:35: Und das ist einfach so plastisch.
00:26:36: also wir haben ein Prälude von ihr.
00:26:39: Das klingt dann bisschen wie Jacke die Puppe oder eben einen Walz auf einer Wahl von Fabelwesen.
00:26:47: Also die Musik ist einfach So plastisch und man kann so gut darüber erzählen.
00:26:52: Und gerade auf dem Album wird sich gegenübergestellt einer amerikanischen Komponistin mit afrikanischen Wurzeln, die im gleichen Jahr geboren wurde.
00:27:00: Und eben eigentlich...
00:27:01: Das ist Florence Price?
00:27:02: Nein das ist Gero O'Coyne.
00:27:04: Ah
00:27:04: ok, jetzt
00:27:06: war viel früher!
00:27:07: Also die Stücke haben wir ausgewählt wegen der Musik dahinter.
00:27:12: ja sie sind alle von Komponszenen aber können wir aus den Vollen schöpfen.
00:27:17: Interessant, dass diese Entdeckung ja überall stattfindet.
00:27:20: also ihr habt auch Florence Price ist glaube ich auch drauf ne?
00:27:22: Also da kennen wir den Walzer aus dem Neujahrskonzert der viel diskutiert wurde, den die Wiener Philharmoniker irgendwie ein bisschen umgeschrieben haben damit er ein bisschen mehr nach Wien klingt und nicht so sehr nach Blue Note.
00:27:33: Ja das scheint ja tatsächlich auch viele Komponisten zu geben, die jetzt wirklich entdeckt werden.
00:27:38: glaubt ihr Die Klassik Szene meint es ernst mit der Entdecken des Gartens?
00:27:45: Das ist eine gute Frage.
00:27:47: Ich krieg wirklich schon zu hören, ach das ist ja schon alter Hut dass ihr jetzt Frauenkomponisten im Konzert spielt.
00:27:54: Selvi bitte!
00:27:55: Das ist hoffentlich ein neuer Hut, da bleibt auch aktuell... Na ja ich denke...
00:27:59: Ein zeitloser Hut?
00:28:01: Ja.
00:28:02: Ein Zeitloser einer.
00:28:03: eigentlich sollte man... Ich wünsche mir so sehr an zwanzig, dreißig, vierzig Jahren wird man überhaupt nicht mehr darüber reden.
00:28:10: Wenn es ein bisschen früher geht wäre ich auch einverstanden.
00:28:14: Also, dass wir es noch mitkriegen?
00:28:15: Ja.
00:28:18: Um deine Frage zu beantworten... Es gibt diese Vorbehalte, dass wirklich die Leute sagen das macht ihr doch nur jetzt weil's ihnen ist oder weil es gerade Aufmerksamkeit gibt.
00:28:27: Das
00:28:27: hört ihr auch
00:28:28: ja?
00:28:28: Ja!
00:28:29: Den Frauen-Dirigenten zum Beispiel.
00:28:31: Einigen Jahren begonnen.
00:28:32: Wir haben am Mitti ersten die Idee hatten aber es geht gar nicht um die ersten zu sein.
00:28:38: Aber unser Projekt hat schon eine Geschichte, der ist ja schon älter Und das Album kommt jetzt quasi etwas verspätet raus.
00:28:46: Ja, und ich würd sagen, dass man diese Tür nicht mehr schließen kann.
00:28:50: Weil das ja so gut ist ...
00:28:51: Für die Abgestumpfheit unserer Welt?
00:28:53: Jetzt habt ihr gemacht wieder was mit Frauen, es langweilt uns schon wieder!
00:28:56: Und die Beharrlichkeit geht uns irgendwie verloren.
00:28:59: Das geht natürlich nicht als One-Time-Programm.
00:29:02: Dann haben wir Frauen abgehakt und dann gehen wir zurück zu den Kernen.
00:29:06: Ich glaub, das spricht auch für unsere Zeit.
00:29:08: Dass man denkt, es ist ein Trend jetzt aber vorbei, jetzt macht mal wieder was anderes.
00:29:12: Solange wir überhaupt darüber sprechen ob ein Musikstück von einer Frau oder von einem Mann komponiert wurde, braucht es diese Projekte und braucht auch diese Bühne.
00:29:25: Weil eben die Hoffnung ist dass das nicht relevant ist.
00:29:28: Und Frauen waren immer schon auf den Bühnen und sie waren auch bekannt und gut im Geschäft.
00:29:34: Man hat sich noch nicht in die Geschichtsbücher geschrieben.
00:29:36: Ja
00:29:37: ich habe jetzt gerade für unser Order-Baudiv die Moderne Wir haben jetzt da am neunten Elften, unser Konzert ist quasi die Fortsetzung von dem Klassiker All About Eve und uns.
00:29:49: Habe ich gerade die Texte recherchiert und habe von der Alberga, Eleonora Alberga, die wir auch spielen, zeitgenössische Komponisten, jamaikanisch Wurzeln und lebt jetzt in der UK.
00:30:02: und sie sagt ... Sie wurde im Interview gefragt, was würden sie einer Komponistin der jungen Generation mitgeben?
00:30:10: Und sie sagt Behaarlichkeit.
00:30:12: Genau das Wort, was du jetzt sagst ... Ich denke, dass steht im Kontrast zu der Welt, die dann eben sagt, ach, das ist so ein Trend.
00:30:19: Nee!
00:30:19: Das ist eine Entwicklung, die von großer Behaarlichkeit von vielen Frauen davor angestoßen wurde und die wird sich auch weiter fortsetzen.
00:30:33: Und wir Jungs können auch was dabei entdecken.
00:30:35: Das muss man ja auch mal sagen, es ist ja nicht Musik von Frauen für Frauen und das darf man auch nicht vergessen.
00:30:40: Sondern es ist wirklich ganz wichtig zu sagen, dass es genauso wie Musik von Männern Musik für alle ist.
00:30:45: Es ist Musik von Frauen auch Musik für Alle.
00:30:48: Da ist auch so ein gigantisches Missverständnis.
00:30:50: Ein lieber Freund von mir hat Pianist gesagt, dass sie so fantastisch und so toll.
00:30:55: glaubst du könnte ich eines dieser Stücke auch spielen?
00:30:57: Ist dir klar, dass ich mein ganzes Leben ...
00:31:00: Ich hab schon Pör gespielt!
00:31:03: Ja, das ist natürlich auch ein Schritt.
00:31:05: Dass Musik von Komponisten ja nicht nur von Musikerinnen gespielt werden soll.
00:31:11: Jesse Norman hat gesagt Boxen sind nur für Socken.
00:31:13: gut und eigentlich sind wir genau da jetzt gerade.
00:31:17: Aber es scheint noch nicht überall angekommen zu sein.
00:31:19: Ganz kurz zum Schluss noch Maria du hast noch ein anderes neues Programm weil ihr habt schon darüber geredet wie man als freischaffender sich selbst treubleibender Musikermusikerin auch neue Fahre finden muss und auf was finden muss, was der Markt den Markt sieht.
00:31:36: Legends ist der Name deines Programms und du spielst da zusammen mit – und das sind wir wieder bei – Totenmeistern mit Horowitz &
00:31:46: Co.,
00:31:47: auch viele Kerle dabei!
00:31:49: Was ist das für ein Konzept?
00:31:51: Nein, die Kerle erkennt man auf dem Plakat.
00:31:53: Die Namen aber sind natürlich Frauen dabei und es ist auch eine Hazel Scott und Musik eben von Florence Price usw.
00:32:00: Das Konzept ist also das ganze Highsplaying with Legends und natürlich ist es wahnsinnig cool eine Show zu haben als klassische Musikerin.
00:32:08: Das konzept ist wie ich den Steinway Spirio entdeckt habe hat das irgendwie meinen Kreativitäts-
00:32:17: Das ist ein Instrument das?
00:32:18: Das ist der Sellspieler-System von Steinway, wo eben diese Legenden, sagen wir mal, konserviert wurden.
00:32:26: Und dadurch dass es mich so berührt hat wie ich als allererstes Horowitz und dann Korto gehört habe, habe ich mir gedacht Wie kann man moderne Technologie nutzen um Konzert als Live-Erlebnis noch, um eine Facette zu erweitern.
00:32:42: Und so ist das Ganze zustande gekommen und ich trete eben in Dialog mit diesen Legends...
00:32:48: Du sitzt auf der Bühne im Hintergrund gibt es Videos Es gibt diese eingespielten Aufnahmen von denen und du spielst quasi mit den Out of the Time.
00:32:59: Bei
00:32:59: jedem Legend ist es ein bisschen anders und das ist der Punkt!
00:33:02: Es sind eben keine Aufnahmen sondern der gleiche Flügel, auf dem ich auch spiele spielt, das heißt der Klang kommt aus dem Flügel und nicht aus einem Lautsprecher.
00:33:11: Und das ist nämlich das Spannende weil man dann einfach diesen Vergleich und dieses Live-Erlebnis hat.
00:33:18: Sophie bei Geigen gibt es das nicht da gibt's keine eingespeicherten Fingergriffe von irgendjemandem.
00:33:25: aber mit wem würdest du gerne noch mal aus der Vergangenheit zusammenspielen?
00:33:29: Oh also Vergangenkeit!
00:33:31: Dein Legends Programm.
00:33:32: Mein
00:33:32: Legends Programm wäre mit David Eustrach auf jeden Fall.
00:33:35: ich denke auch Kogan.
00:33:38: Na ja, heifwärts finde ich schon auch toll.
00:33:39: Obwohl ich eher die Eustrach-Fraktion bin?
00:33:42: Da gibt es ja auch immer so... Ich mag halt dieses Erdverbund, diesen Klang von Eustrag.
00:33:49: Ja und ganz ehrlich wir haben jetzt auch ein Projekt wo wir auch mit... Darf ich darüber berichten?
00:33:58: Natürlich!
00:33:59: Das ist Herzenlauschen.
00:34:03: Machen wir eigentlich auch so eine Reise.
00:34:04: Das zusammen mit Zuna McDonald, Schauspielerin und Sängerin kommt aber erst aus dem Broadway-Bereich wunderschön ist nicht mehr.
00:34:12: Und Milo Stodorowski am Akkordeon und wir lassen eben die Legenden der zwanzig dreißiger Jahre und deren Musik aufleben.
00:34:20: deswegen ist es mir jetzt gerade eingefallen und ziehen die Parallelen zu heute uns zu dieser politischen Präsence.
00:34:29: man sieht ja AfD kommt hoch in Deutschland und nicht nur in Deutschland, dieser Rechtsruck.
00:34:35: Und ja das sind auch so Legenden die wir da aufleben lassen, Marlene Dietrich usw.
00:34:42: Das ist ja so dass ich mein Anfangsfass die Geige und jetzt sind es so viele andere Künstler, mit denen ich sehr gerne wieder am Tisch sitzen würde, sowas wie Schnitzel oder finde ich auch sehr
00:34:55: spannend.
00:34:56: So viele Legends.
00:34:57: Es werden noch so viele Legends geboren, also Leute wenn ihr da draußen irgendwo Maria oder Sophie seht, hingehen mehr jetzt gibt es nicht egal ob Eva oder Adam.
00:35:08: Also ich freue mich jedenfalls heute ein Adam bei zwei Evas oder irgendwie so gewesen sein.
00:35:12: Vielen herzlichen Dank und teuter Teufel alles was ihr davor habt Das war ja der Podcast von Backstage Classical.
00:35:22: Für tägliche News aus der Welt der klassischen Musik schaut doch einfach bei uns vorbei auf www.backstageclassical.com und wenn ihr Kommentare, Anregungen, Ideen oder auch Beschwerden habt dann schreibt uns doch einfach unter redaktion at backstageclassical
00:35:39: .com.
00:35:40: Wir lesen das natürlich sehr genau und werden das auch in unsere Arbeits einbeziehen.
00:35:46: Wenn ihr Lust habt und mehr hören wollt, dann abonniert diesen Podcast.
00:35:50: Denn dann hören wir uns schon bald wieder!
00:35:53: Ich freue mich drauf, macht's gut, haltet die Onsteif.
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