Guten Morgen, Herr Dittrich!
Shownotes
Erst feiert Chemnitz sich als Kulturhauptstadt Europas, jetzt droht der Kultur der Kahlschlag! Sachsens Theater stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Politik will sparen, die Musikerinnen und Musiker verzichten bereits freiwillig auf Gehalt. Aber wie lange kann das gut gehen? Christoph Dittrich, Intendant des Theaters Chemnitz, warnt vor einem schleichenden Tod der Kulturlandschaft. Im Podcast spricht er über die Grenzen des Sparens, die Angst vor politischer Einflussnahme und die Frage, was von der kulturellen Euphorie des vergangenen Jahres bleiben wird. Ein Gespräch über Geld, Macht und die Zukunft unserer Theater – und darüber, warum Kultur mehr ist als ein Posten im Haushalt.
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00:00:02: Guten Morgen!
00:00:04: Die großen Themen der
00:00:05: Klassik für den Weg zur Arbeit
00:00:07: mit Axel Brüggemann.
00:00:09: Einen wunderschönen guten Morgen, heute ist Mittwoch der vierzehnte Oktober und wir haben ein ganz brisantes Thema Vor einigen Jahren als Chemnitz im Zentrum der kulturellen Aufmerksamkeit stand, weil Chemnits Kultur Hauptstadt in Europa war.
00:00:25: Da habe ich auch das Theater in Chemnids kennengelernt.
00:00:29: Wir hatten da eine Kulturpreis Gala, eine große Sause unter anderem natürlich auch mit dem Intendanten mit Christoph Dietrich und er hat damals schon die Tugenden eines echten Stadttheaters vertreten – einen Stadttheater, dass mit all seinen Spaten vom Schauspiel übers Ballett bis zur Oper, bis zur Robert Schumann Philharmonie und dem Puppen Theater wirklich.
00:00:54: alle Menschen innerhalb einer Stadtgesellschaft anspricht.
00:00:57: Ja und dieses Theater, das steht inzwischen immer wieder zur Disposition besonders durch den in Sachsen zu verabschiedenden Doppelhaushalt für twenty-seven, achtundzwanzig.
00:01:09: Es geht darum dass die Mittel zwanzig siebenundzwantig durchschnittlich um sechs Komma drei Prozent und zwanzich achtundzweit sogar um zehn Komma ein Prozent gegenüber zwei tausend sechsundzwanzig sinken sollen.
00:01:23: Das betrifft dann vor allen Dingen die kommunalen Theater und Orchester.
00:01:27: Und das würde natürlich auch Chemnitz betreffen, obwohl in Chemnits bereits ein Deal mit der Stadt und den Mitarbeitenden ins Haus geschaffen wurde – wo neue Haustarieferträge den Angestellten des Theaters schon ziemlich viel abverlangen.
00:01:43: Wie bewegt sich also einen Intendant in dieser misslichen Situation?
00:01:53: und Diplomatie mit der Politik noch ein vernünftiges, spannendes Programm für seine Stadt auf die Beine zu stellen.
00:01:58: All das will ich wissen von Christoph Dietrich.
00:02:01: einen wunderschönen guten Morgen!
00:02:04: Man hat ja viel gehört von Ihnen in den letzten Tagen aber nicht dass was man eigentlich von einem Theater hören will nämlich Sachen über die Kunst es geht um das Liebegeld.
00:02:14: wie nervig ist das eigentlich wenn man sich als Intendant inzwischen in erster Linie um die Kohle?
00:02:21: Ja, die Frage bringt es schon zum Ausdruck.
00:02:23: Es ist ganz schön anstrengend, wenn gleiches sagen muss.
00:02:26: ich bin da schon ein paar Jahre und auch im Beruf.
00:02:30: irgendwie ist ein großer Teil des Intenanten- und Geschäftsführer Daseins in diesen großen Betrieben heute natürlich auch mit Kulturpolitik und mit den wirtschaftlichen Dingen verbunden.
00:02:42: Es immer dann anstrendt, wenn das so existenziell wird also wenn es nicht um eine Justage geht sondern tatsächlich immer um Strukturen und das Eingemachte.
00:02:53: Und dass dann auch gleich fürs ganze Bundesland, das ist schon anstrengend!
00:02:57: Ich glaube das ist ja für viele draußen auch wahnsinnig schwer nachzuvollziehen.
00:03:02: Es geht vielen schlecht.
00:03:03: VW muss so viele Arbeitsplätze kürzen, da wird gekürzt und entlassen.
00:03:07: Alle sagen klar!
00:03:08: Da muss natürlich auch die Kultur ihren Gürtel enger schnellen.
00:03:11: Was bei vielen glaube ich nicht klar ist, dass ihr Gürttel schon ganz schön eng ist.
00:03:15: an den meisten Theatern ist glaube ich, achtzig Prozent schon in Personalkosten, mindestens wenn nicht sogar mehr... wahnsinnig wenig Flexibilität überhaupt noch für die Produktion.
00:03:26: Wie sieht denn das bei Ihnen in Chemnitz aus?
00:03:28: Könnten Sie theoretisch noch eine schnelle Enger schneiden oder was steht dann auf dem Spiel?
00:03:34: Ja, das ist das, was ich so mit existenziell und strukturell meine – es ist ganz richtig!
00:03:38: Seit Jahren und Jahrzehnten wird ja an der Effektivierung, an der Sparsamkeit in einer gewissen Verkleinerung der Kulturbetriebe gearbeitet.
00:03:50: Das ist nichts Neues und das erreicht natürlich irgendwann seine systemischen Grenzen, wenn dann diese hochspezialisierten Berufe und Funktionen am Theater... nicht mehr wirklich besetzt werden können, dann gerät das Gesamtsystem so ins Kippen.
00:04:05: Ob ich da den Rüstmeister, den Klarinetisten oder die Maskenbildnerinnen oder auch einfach den Schauspieler erzähle, der mich einfach brauche um einen wirtschaftlich gelingenden Spielplan zu machen wenn es nicht mehr geht Dann ist das wirklich schade, dass man kann das schönste Auto besitzen und wenn man es nicht betankt fährt es nicht.
00:04:29: An solchen kleinen Dingen kann es dann schon strukturell werden Und auch gerade in Chemnitz ist das so.
00:04:35: wir haben ja einen Stadtratsbeschluss und ich bin aufgerufen hier Haus Tarifverträge zu verhandeln richtiggehend Vergütungsverzicht oder anderweitig eben wieder Personal abzubauen.
00:04:48: Und das macht keine Freude zumal die innere Energie, die Reproduktion in einem Theaterbetrieb – es wird in allen Betrieben so sein.
00:04:56: Natürlich als dem Erfolg der Tätigkeit resultiert und wenn der so infrage gestellt wird können wir dann eigentlich über eine Produktion nachdenken Die Leute begeistert.
00:05:07: Nein, wir müssen gucken dass wir irgendwie über die ziellinie kommen wirtschaftlich und die eigentliche produktion gerett.
00:05:14: außenblick
00:05:15: man sieht das ja.
00:05:16: also sie haben glaube ich intern tatsächlich sehr viel überzeugungsarbeit schon leisten müssen.
00:05:20: mit den musikerinnen und musikern der robot schumannphilharmonie gibt es glaube ich tatsächlich einen geplanten tarifverzicht.
00:05:26: das haben sie sozusagen mit denen diskutiert.
00:05:28: das heißt intern scheint ist sogar ein Verständnis irgendwie noch zu geben bzw.
00:05:34: Ihnen ist es gelungen, für Verständnissen zu werben?
00:05:36: Wie ist denn Ihr Dialog mit der Politik?
00:05:38: Was haben Sie dafür einen Eindruck?
00:05:40: Gibt es da auch Verständnisse für Ihre Situation oder wird Ihre Situation gar nicht verstanden?
00:05:46: Doch ich glaube schon dass die grundsätzlich verstanden wird.
00:05:49: Dennoch ist es ein Ringen um die Balance und das Maßhalten wie ich es gerade gesagt habe.
00:05:55: wenn es systemische in Gefahr gerät dann ist eine kleine Einsparung plötzlich etwas sehr bedrohliches.
00:06:01: Und dort immer wieder zu werben zwischen der Abwägung von Mitteleinsatz und der Wirkung, die daraus erwächst.
00:06:08: Das ist das was wir hier tun und da sind eben so Aussichten dass man auf viele Jahre überhaupt keine Fördermittelsteigerungen mehr bekommt was einfach bei permanent steigenden Tarifen und Sachkosten nicht möglich ist.
00:06:25: Das is dann wirklich schwierig.
00:06:27: darum kämpfen wir um dort eben einen Maß auch zu finden.
00:06:31: Aber sie haben selber gesagt, wir stecken mitten drin in der Gesellschafts.
00:06:35: Es wäre jetzt auch falsch einfach zu sagen Wir sind es doch von der Kunst.
00:06:39: Gebt uns das mal interessiert mich nicht ob hier auf VW gerade mit dem Nackenzwecker kaputt geht oder an anderer Stelle die Jugendhilfe und ich weiß nicht was sonst alles noch in Schwierigkeiten steckt.
00:06:53: dass das gegenüber der Kunst nachrangig ist Das ist nicht der Fall.
00:06:59: Aber...
00:06:59: Sehen Sie da Verbindung?
00:07:00: Zum Beispiel, wenn wir es jetzt in Sachsen anhalt oder im Mecklenblock-Vorpommern auch mit den Wahlen und die Siegen der AfD sehen.
00:07:05: Dass Theater auch gesellschaftlich infrage gestellt werden?
00:07:08: oder ist das bei Ihnen überhaupt gar kein Problem momentan in Sachsens?
00:07:13: Da sehe ich richtig so zwei Richtungen auf der einen Seite, was unser Publikum angeht.
00:07:18: Was die Menschen angeht glaube ich eigentlich nicht dass es eine Infragestellung gibt.
00:07:22: wir haben wirklich nach wie vor hervorragende Besuchszahlen und auch das was wird dialogisch formen, dass man einfach als Begegnungsstätte da ist was immer wichtiger wird neben dem eigentlichen Bühngeschehen das funktioniert und das wird auch angenommen und gelobt.
00:07:39: Und gleichzeitig mit dem anderen Sprengel passiert es wirklich, dass so eine Politisierung stattfindet.
00:07:46: Eine Sorge was kann dann eventuell nicht mehr aussprechbar sein?
00:07:54: oder wie müssen wir auch aus wirtschaftlichen Gründen bestimmte Dinge formen und eben nicht mehr in einer kulturell und künstlerisch freien Situation, diese beiden Dinge sehe ich.
00:08:09: Und hoffe, dass wir in Sachsen hier dort auch vom guten Weg bleiben.
00:08:13: Wie reagieren Sie?
00:08:14: Wir hätten Jury Jan Chavard aus Magdeburg im letzten Podcast der hat gesagt natürlich ist Finanzierung dann auch eine Möglichkeit Sinsur auszuüben.
00:08:20: ja also das was gemocht wird und passt wird finanziert und das was nicht passt das wird sozusagen weggespart.
00:08:29: aber die aktuellen Sparmaßnahmen würden sie schon sagen haben erst mal keine politische Dimension oder es sind wirklich spamaßnahmen aus wirtschaftlich ökonomischen Gründen.
00:08:39: Das würde ich wirklich so sagen für die Situation, die wir in den Kommunen in Sachsen haben und beim Freistaat.
00:08:45: Das muss man ja immer wirklich beides sagen dass das zunächst tatsächlich wirtschaftlich intendiert ist.
00:08:51: aber es kann natürlich schnell gehen dass sich das auch mit sagen wir ideologischen erwartungen vermischt wenn es denn eine entsprechende Stimmung gibt.
00:09:07: Das beobachten wir in den sächsischen Theatern auch sehr, sehr intensiv und versuchen dort die entsprechenden Verbündeten an unserer Seite zu halten.
00:09:17: Dass es eben nicht so
00:09:19: wird.".
00:09:20: Wie ist denn da Ihre Auffassung?
00:09:22: Also auch Jean-Yan Chauvin hat bei uns auch gesagt, dass es wahnsinnig schwierig sich dann wieder selbst zu korrigieren bzw.
00:09:30: selbst einzubinden Pendeln, weil man will ja dann auch kein Theater gegen diese Strömung machen.
00:09:35: Aber man will auch kein bewusstes Theater dafür machen muss man sich komplett frei machen von diesen Erwartungen wieder um das freie Theater für dass sie hier eigentlich stehen und das ja auch politisch so gewollt ist.
00:09:46: Also Sie sind ja als Intendant gewählt worden damit sie die Entscheidung treffen.
00:09:49: nicht in Politik Ist es schwierig für Sie sich dazu befreien, wie gehen Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen der anderen sächsischen Theater um?
00:09:56: Weil sie gesagt haben das ist etwas worauf Sie achten.
00:09:59: Macht man da bewusst so den Schritt auch und sagt okay wir vergessen jetzt alles und unser Spielplan wäre so gewesen und er bleibt jetzt auch so weil so haben wir es eigentlich geplant und der Druck von außen ist uns ganz egal.
00:10:09: oder oder wie gehen sie damit
00:10:11: um?
00:10:12: Ja, also ich denke schon dass es wichtig ist dort bei seiner Linie zu bleiben und irgendwie muss man für sich selbst auch eine Definition suchen.
00:10:20: Und meine ist immer, ich versuche es als ein humanistisches Ideal, als einen humanistischen Anspruch zu definieren und der kann eigentlich nicht falsch sein.
00:10:31: Dass man sagt Ich will dafür!
00:10:33: Ich will dagegen!
00:10:34: Nein, das ist ein humanistesches Ideal Es sind Werte die wir tragen.
00:10:40: Und in diesem Augenblick finde ich es auch gut und ja, sagen wir mal leistbar das zu verteidigen.
00:10:50: aber Ideologien greifen ja genau das an werte Systeme indem sie absolute Formulierungen schaffen dass wie gesagt Ich erlebe es hier noch nicht.
00:11:01: Ich hoffe meine sächsischen Kolleginnen und Kollegen nicht Aber für mich ist diese Definition eines Werteideals wichtig, um eben auch zu ermöglichen dass sich Leute in einem Raum treffen und das halt ich für einen tollen Wert der Kultur die nicht per se der gleichen Meinung sind.
00:11:18: Die nicht aus der gleichen Bubble kommen und trotzdem sich an dem gemeinsamen Anliegen widmen.
00:11:22: Was ja auch eine humanistische Idee ist Dialog?
00:11:24: Das
00:11:25: empfinde ich als die ganz wichtige humanistischen Idee zu reiben.
00:11:32: Ja, Julian Schawad fand ich auch sehr überzeugend.
00:11:34: gesagt das was uns von der Politik unterscheidet ist ja auch die Pürsie also die Kunst an sich die wir hochhalten und vielleicht entspricht das auch dem was sie jetzt gesagt haben also die Bereitschaft zur Diskussion in einer Gesellschaft die gar nicht mehr bereit ist miteinander zu sprechen ganz oft.
00:11:48: vielleicht sind Theater daher auch Institutionen die genau das schaffen können oder?
00:11:53: Für mich ein viel zu wenig nach vorn geholter Wert der Kunst, der Eigenwert.
00:12:00: Eben die Poesie, die Ästhetik das was nonverbal transportierbar wird.
00:12:07: ich weiß gar nicht ob das alle Menschen so ganz sich bewusst machen, aber es sind eben weder die Nachrichten noch eine Tabelle was wird dort abliefern.
00:12:14: Es sind Dinge, die einfach auch eine Offenheit haben, die sich manchmal auffühlen lassen oder ich verstehe das auch nicht, aber ich auffüle etwas und ich kann etwas zulassen in einer Widersprüchlichkeit.
00:12:27: Das ist vielleicht mit der... Proesie auch so ansprechen, ist für mich eine der entscheidenden Triebkräfte in der Kunst.
00:12:36: Und das ist auch für alle Kunstformen – für mich gleich!
00:12:38: Das ist das Wurst, ob es ein Konzert ist oder ein Schauspiel oder eine gute Open Musical-Aufführung.
00:12:46: Es ist immer dieses Offenhalten von Gefühlslagen und Zulassen von unterschiedlichen Gefühllslagen und Sichtweisen die da in der Kunst drinsteckt, die ein hoher menschlicher Eigenwert ist.
00:13:00: Ja
00:13:00: weil Poesie und Dogma sich dann wahrscheinlich auch ausschließen und die Poesies an sich dann auch wieder was sehr politisches sein kann.
00:13:05: aber however lassen Sie das mal zu etwas ganz unpolitischem kommen ja?
00:13:10: Der sächsische Doppelaushalt der jetzt beschlossen werden muss.
00:13:14: wenn ich es richtig sehe geht es darum dass gegenüber sechsundzwanzig sechskommadreibrozent im Jahr siebenundzwantig und zehnkommaeinprozent im jahr achtundzwanzig eingespart werden müssen.
00:13:26: Es gab in Chemnitz aber schon ein Stadtrat-Sparkonzept, wo ihr Etat korrieren Sie mich wenn die Zahlen falsch sind auf thirty six Millionen Euro sozusagen zugesichert wurden ja die Sonderzahlung ausgesetzt werden die Tariferhöhungen gekürzt werden soll.
00:13:45: die beschäftigen Zahl soll erhalten bleiben und das war für sie ganz wichtig.
00:13:49: alle sparten Opa Schauspiel Ballett Figuren Theater und die Robert Schumann Philharmonie sollen Bestehen bleiben.
00:13:56: Ist das jetzt mit dem Doppelhaushalt noch zu stemmen?
00:13:59: Oder sagen Sie, wenn der so durchkommt wie er durchkommen soll dann schaffen wir diese Vereinbarung von Mai-Sechsundzwanzig nicht mehr?
00:14:07: Sie haben das in seiner Komplexität sehr gut und richtig beschrieben.
00:14:10: genauso ist dass wir stecken ja als kommunale Theater dort gewissermaßen in einer Zange.
00:14:16: Wir haben als wichtigsten Geldgeber unseren Träger die Kommune Und seit dem Kulturamgesetz, was den Kommunen hilft, tatsächlich auch noch eine direkte institutionelle Unterstützung des Freistaates.
00:14:31: Weil die Kommunes gar nicht mehr geschafft haben und diese prozentralen Isinanten, das ist der Teil, der uns freistaatlich unterstützt.
00:14:40: Ja es ist immer wichtig dass er mindestens auf dem Niveau von im Jahr zum Jahr zwar kleine, aber doch wichtige Steigerung vereinbart um die allfälligen Tarifsteigerungen irgendwie und sei es nur teilweise auch fanden zu können.
00:14:58: Und auf der anderen Seite sind die Träger in der Zwickmühle und daher rührt auch unser Stadtratsbeschluss auf diese, was sich Sonderzahlungen nannten, das Treizendes Monatsgalt umgangssprachlich Die Zuwendung bei ein tariflicher Bestandteil auf den zu verzichten, um einzusparen und auch in der Zukunft Tarifsteigerung nur noch in bestimmten Maße zu gebären.
00:15:23: Das ist gerade noch in Verhandlung mit den Gewerkschaften.
00:15:25: Wir werden sehen ob das gelingt aber ich bin grundsätzlich sehr optimistisch dass wir das schaffen.
00:15:32: Wir brauchen den Träger die Kommune an unserer Seite.
00:15:36: wie gesagt dort gibt es eine Beschlusslage wie es weitergeht Und wir brauchen eben auch den Freistaat.
00:15:41: und dort ringen mir gerade drum die eine Seite der Zange nicht besonders heftig in den Oberarm beißt.
00:15:49: Bleibt noch mal die Frage also wenn ich es richtig sehe, die Beschäftigten bei Ihnen sind zur Einsparung bereit da hat man sich auch schon sozusagen verständigt bleibt sozusagen die Gegenseite und da hauptsächlich der Freistaat Sachsen der sagen muss ey wir bleiben irgendwie bei dem was wir sechsundzwanzig schon hatten aber das sieht ja momentan nicht so aus oder?
00:16:13: Ich denke, es gibt wirklich die Option.
00:16:15: Wir haben vor kurzem eine große Demonstration in Driesdorf im Theaterplatz gehabt.
00:16:21: Die waren natürlich dem Landtag gewidmet und ja sie war sehr wirkungsvoll.
00:16:26: Es sind ganz viele Abgeordnete auch vorbeigekommen, haben auch gesprochen, haben zum einen die Problemstellung decidiert zur Kenntnis genommen argumentiert, dass es eben eine schwierige Aufwärtslage sei oder sich auch stark gemacht für Verbesserungen.
00:16:44: Das war nicht der Startpunkt dieser Demonstration sondern schon ein Ergebnis einer monatelang Tätigkeit der Theaterleitung des Bühnenvereins aber auch der Arbeitnehmervertretung mit den Parlamentariern zu erläutern das selbst diese relativ kleinen Zahlen wenn man sie sieht eben strukturelle strukturell gefährdende Auswirkungen haben würden in Sachsen und zwar von Görlitz über Chemnitz bis nach Anerberg.
00:17:10: Wie stellt man sich das denn konkret vor?
00:17:11: Also kommen dann da die Abgeordneten zu ihnen, ist es ein offenes Ohr?
00:17:15: hat man da vertraute dem man sagt ey guck mal so ist das.
00:17:18: kannst du da in der Fraktion das erklären?
00:17:20: wie groß ist eigentlich der Spielraum dass sie in so einem Doppelhaushalt das noch unterkriegen dass die Kultur da überhaupt einen Gewicht spielt?
00:17:27: funktioniert eigentlich dieses politische Spiel, dass Sie spielen.
00:17:31: Also mit wem reden Sie?
00:17:33: Fühlen Sie sich verstanden was von Ihren Anliegen kommt durch und wie wird das überhaupt durchgebracht?
00:17:40: Ja wir sind da durchaus ein bisschen stolz in Sachsen, dass wir einen sehr guten und dichten Kontakt sowohl zur Regierungsthe Kabinetts-Ebene haben so ministeriellen Ebenen zu unserer Ministerin.
00:17:52: Wir sprechen wirklich häufig und oft.
00:17:54: Das heißt nicht, dass mir sofort alle Lösungen da haben und dass die aus der Welt geschafft werden.
00:18:00: Und genauso mit den Landtagsabgeordneten, die ja jetzt um das mal konkret zu machen von denen wir eigentlich erwarten, dass Änderungsanträge eingebracht werden wo irgendwann klar drinnen steht nicht dieser Betrag sondern der andere der bessere soll in den Haushalt einfließen.
00:18:19: Das wollen wir beschließen.
00:18:21: dafür müssen die wiederum natürlich Mehrheiten finden.
00:18:24: Das ist, jetzt haben wir hier in Sachsen diese Minderheiten-Regierung.
00:18:28: Also es gibt auch die Notwendigkeit sich dort zu verbünden über die Fraktionen weg, sonst gibt's gar keinen Haushalt.
00:18:36: und beim letzten Haus Doppelhaushalt war das gelungen.
00:18:40: dass das jetzt wieder so ist kein schönes politisches Zeichen solche Wiederholungen.
00:18:44: aber wir verbinden wirklich die Hoffnung damit das eben in diesem parlamentarischen Verfahren eine Verbesserung Eintritt, die wäre für uns ganz wichtig.
00:18:55: Wir haben uns kennengelernt und ich habe Sie kennengelernet.
00:18:57: Ich hab über Chemnitz richtig kennengelaenzt als Chemnits Kulturhauptstadt war.
00:19:02: Was ist eigentlich davon geblieben?
00:19:03: Ich meine wir haben alle über Chemnis geredet.
00:19:05: Alle haben gesagt wow Kulturhauptstatt!
00:19:07: Wir haben auf sie geguckt.
00:19:09: Sie haben die große Sause da gemacht.
00:19:12: Irgendwie habe ich so ein bisschen das Gefühl, diese Diskussion die wir jetzt haben stellen auch sowas alles dann plötzlich wieder in Frage.
00:19:18: Weil damals war die ganze Stadt irgendwie auf so einem High.
00:19:22: und jetzt denke ich oh man ey wie kann es eigentlich sein dass was zwei Jahre später solche Diskussionen geführt werden ist das für sie auch schwer nachzuvollziehen?
00:19:33: Ja, nein.
00:19:34: Es ist für mich nicht schwer nachzuvollziehen denn auch in der Kulturhauptstadtzeit und danach als wir Theater Welt gemacht haben es war immer schon klar dass die öffentlichen Haushalte so in Schwierigkeiten kommen und wir haben im Prinzip nochmal eine wenn man mit Bachen Auge drauf geschaut hat noch mal ne Fristverlängerung einer Verbesserung der Situation durch die Kultur Hauptstadt bekommen.
00:19:56: ich glaube das diese Chance auch wirklich hervorragend genutzt worden ist.
00:20:02: Das ist nicht nur vonseiten der Macher, sondern auch von der Stadtgesellschaft aufgenommen wurden.
00:20:08: Mein Beweis, den ich gerne zitiere, ist der Erfolg des Festivals Therabr der Welt was wir dann gleich im Jahr zwölfund sechsundzwanzig quasi schon immer Erbe in Chemnitz hatten wo ich in Sorge war meine Güte werden wir jetzt hier Fremdsprachliche Produktionen, drei und dreißig Gruppen in achtzehn Tagen mit völlig unvorhersehbarer Ästhetik haben.
00:20:29: Wie wird diese mittelgroße Stadt eigentlich reagieren?
00:20:33: Und wir hatten eine Auslastung über neunzig Prozent also ist quasi die Bude eingereint worden.
00:20:39: auch glaube ich in diesem Erbe, in diesen Lerneffekt der Neugier auf Dinge, die man noch nicht kennt, die aus der Kulturabschad herausrühren.
00:20:49: Und zur Wahrheit gehört eben auch, dass wir uns dennoch mit dem allfälligen wirtschaftlichen Problem der Kommunen und Bundeslande herumschlagen müssen.
00:21:00: Ich sage mal es muss uns gelingen diesen Spirit, der nach wie vor da ist, der wirklich nachwirkt, der noch drin ist, den auch zu einer Währung zu machen.
00:21:09: Das ist eigentlich der Kniff ihn nicht nur zu beschwören und ihm im Herzen zu tragen, sondern ihn auch irgendwie auf die Straße zu bringen.
00:21:16: Das ist der Auftrag, der jetzt weiter besteht.
00:21:20: Auch wieder ein Beispiel aus meinem ganz eigenen Berit werden den großen Erfolg mit der Uraufführung Rummelplatz nach dem Roman von Werner Bräunig, der die Menschen dermaßen ergreift dass wir Zusatzvorstellung ohne Ende machen mussten.
00:21:35: Wir sind jetzt in der Wiederaufnahme, ja mit einer Uraufführung die die Menschen so erwischt.
00:21:40: also auch ganz konkret wirkt das noch nach?
00:21:42: Also da gibt es direkt quasi Projekte.
00:21:45: wie sagen wir wollen die weiter haben?
00:21:47: Das ist mit den tanzenden Nachbarn und diesen Tanz-Initiativen die sich gebildet haben und vielen anderen.
00:21:54: aber da darf sie stehen bleiben.
00:21:56: Es muss schon irgendwie zu einem Zitier fägen.
00:22:01: Wir haben so viel über Geld gesprochen.
00:22:03: Jetzt nutzen wir doch die letzten drei Minuten, um wenigstens wirklich über die Kunst zu reden!
00:22:07: Sie haben schon gesagt es passiert viel und ist viel Offenheit da.
00:22:11: Das ist natürlich auch der Grund warum es ein Theater in einer Stadt wie Chemnitz geben muss und sollte.
00:22:16: Was sind Ihre Highlights dieser Saison noch?
00:22:18: Also wenn ich jetzt doch nochmal die Kofferpacke nach Chemnits will... was soll ich mir denn da jetzt unbedingt noch angucken bis nächsten
00:22:23: Sommer?!
00:22:24: Da habe ich ein paar wirklich herrliche Tipps für
00:22:27: Sie.
00:22:30: Das Schöne an einem Stattearter und gerade im Fünf-Spartenbetrieb, was ja auch über mindestens vier Bühnen und noch einige Gastbühnen verfügt ist wahnsinnig vielfältig!
00:22:41: Und das ist unser Schatz.
00:22:42: Wir hatten jetzt schon eine wunderbare Musical-Premiere Titanic die es weitgehend ausverkauft hat aber es ist wirklich sehr berühmt geworden.
00:22:51: Es folgt jetzt im Opernbereich der Trubadur.
00:22:54: Da freue ich mich.
00:22:54: dann eine Familienoper, Robin Hood von Frank Schwärmer.
00:22:58: also auch die Generationen werden abgeholt.
00:23:01: da haben wir ne lange Tradition in dieser Farbe für Familien und Jugend aber auch im Schauspiel die nahezu unbekannter und einzige Komöte von Friedrich Schiller hatte bei uns Premiere.
00:23:16: der Parasit wird sehr, sehr gerne wahrgenommen.
00:23:20: Ist eigentlich das Porträt eines Karrieristen und gesagt ja mit dem mit dem Schillerblick und was ist eigentlich?
00:23:30: Was darf ich mir erlauben um selber vorwärts zu kommen?
00:23:33: Wird sehr gut aufgenommen und wir hatten auch im Figur- und Theater eine ganz dichte Folge von Premieren, die jetzt kommen.
00:23:42: Es geht um Wunderkinder!
00:23:45: Wir machen auch in dieser Spielzeit viele Dinge, die sich so mit KI, Digitalisierung, Robotik und allem mit technischen Bereichen zu tun hat.
00:23:56: Lustige Sachen, die aber dann auch eine große Tiefe haben – die Reise zum Mond im Studiobereich Ganz viele Sachen.
00:24:08: Man sieht
00:24:08: schon, das ist wirklich Stadttheater für eine Stadtgesellschaft und einfach um euch da draußen die Zahlen zu sagen.
00:24:14: Also ich glaube im Opernhaus finden was pro Jahr?
00:24:16: Zweihundertfünfzig Veranstaltungen statt.
00:24:17: Schauspielhaus und Spinnenbau noch mal vierhundfünfzehn bis fünfhundert.
00:24:20: also sie hauen da auch wirklich etwas auf die Bühne ja und Da kommen ja auch Leute und gucken sich das an.
00:24:26: also eigentlich Ist so ein Haus wie in Chemnitz Das warum wir uns Stadteater leisten wollen und Warum wir es eigentlich brauchen oder
00:24:36: Genau, also das ist das was mir immer wieder die Energie gibt und dass das für Menschen da ist.
00:24:42: Und mich treibt auf der einen Seite die eigene Liebe zur Kunst an, dass ich sie selbst gerne sehe, gerne habe.
00:24:49: aber noch intensiver ist eigentlich das Gefühl wenn es geklappt hat diese eigene Begeisterung auf andere Menschen zu übertragen.
00:24:56: Wenn die kommen und dort etwas erleben und in allen Jahreszeiten und uns ansprechen ob nun positiv oder negativ Es passiert etwas, Sie sind da und es geht weit über die Bühnen hinaus.
00:25:08: Also wenn wir dann die Kooperationen mit der Musikschule machen, dort Zusammenarbeit oder mit freien Gruppen, poetry slam ist bei uns zu Gast und wir haben den geholfen das aufzubauen in der Stadt von ganz klein bis ins große hinein Dann sind das Momente, die mich glücklich machen weil sie die Kunst einfach mit ihrer Wirksamkeit, in ihrer emotionellen Wirksamheit an die Menschen ran tragen.
00:25:35: Und ich glaube das sind wir schon erfolgreich und das möchten wir auch gern weiter sein.
00:25:39: Aber
00:25:39: Glück kommt nicht von allein.
00:25:40: dafür müssen sie noch ein bisschen wie heißt es klingten putzen drück ihn alle Daumen.
00:25:44: Sie checken das mit der Kohle und Ich pack den Koffer und komme wieder nach Chemnitz.
00:25:48: okay
00:25:48: Ich würde mich riesig freuen und dann gibt es ein dichtes Programm.
00:25:52: Und vielleicht haben wir noch eine schöne gemeinsame Idee für was anderes.
00:25:55: Absolut,
00:25:55: also alles Gute!
00:25:58: Wir drücken Ihnen glaube ich in ganz Deutschland die Daumen dass das jetzt mit dem Doppelhaushalt so durchgeht wie Sie sich das vorstellen.
00:26:03: vielen herzlichen Dank Herr Dietrich.
00:26:05: Ich danke Ihnen.
00:26:09: Das war ja der Podcast von Backstage Classical.
00:26:12: Für tägliche News aus der Welt der klassischen Musik schaut doch einfach bei uns vorbei auf www.backstageclassical.com und wenn ihr kommentare Anregungen, Ideen oder auch Beschwerden habt dann schreibt uns doch einfach unter redaktion at backstageclassical .com.
00:26:29: Wir lesen das natürlich sehr genau und werden das auch in unserer Arbeits- Einbeziehen.
00:26:35: Wenn ihr Lust habt und mehr hören wollt, dann abonniert diesen Podcast denn dann hören wir uns schon bald wieder!
00:26:42: Ich freue mich drauf.
00:26:43: macht gut haltet die Ohren steif.
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