Guten Morgen Hein Mulders!

Shownotes

Nach einer 15-jährigen Sanierungsodyssee und Kosten von rund 1,5 Milliarden Euro bereitet sich die Kölner Oper auf ihre Rückkehr zum Offenbachplatz vor: Die Sanierungen sind abgeschlossen, die neue Saison findet im frisch renovierten Haus statt. Doch hinter dem Glanz der neuen Spielstätten verbirgt sich ein existenzieller Konflikt: Intendant Hein Mulders erklärt im Podcast von Backstage Classical , warum sich eine Stadtgesellschaft Kultur leisten sollte – und warum massive Einsparungen im Laufenden Betrieb gefährlich wären. Dieser Podcast wird unterstütz von: www.future-demand.com/backstage

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00:00:02: Guten Morgen!

00:00:04: Die großen Themen der Klassik für den Weg zur Arbeit mit Axel Brüggemann.

00:00:09: Einen wunderschönen guten Morgen.

00:00:11: heute ist Freitag, der zwölfte Juni und ... Unsere Theater gehen so langsam auf die Sommerpause zu, die Festbildzeit steht bevor.

00:00:20: Wir wollen uns heute um ein ganz besonderes Haus kümmern.

00:00:24: Fünfzehn Jahre lang hat man in Köln darauf gewartet dass das olle Opernhaus endlich wieder im neuen Glanz erstrahlt und Anfang der nächsten Saison ist es dann endlich soweit!

00:00:36: Die Kölner Oper ist fertig.

00:00:39: Eins Komma.

00:00:40: fünf Milliarden hat das Ding inzwischen gekostet, aber das trübt die Freude nicht.

00:00:46: Trotzdem ist natürlich auch Nicht alles Jubel Trubel Heiterkeit.

00:00:50: Intendante Hein Mulders muss in den nächsten Jahren heftig sparen.

00:00:54: Die Kulturpolitik dreht da wirklich die Daumenschrauben an.

00:00:59: Wir werden beobachten wie dass weitergeht.

00:01:02: Aber vielleicht Ist er auch einer der Letzten der tatsächlich ein Neu frisch und teuer saniert das Haus beziehen kann.

00:01:10: Denn wir haben diese Woche gelernt, in Düsseldorf wurde der Neubau der Oper auf Eis gelegt.

00:01:17: im benachbarten Bonn debattiert man über die Zukunft der Oper.

00:01:21: Renovierung Neubauer nichts genaues weiß man nicht.

00:01:24: Man wird mit Sicherheit auch mit offenen Ohren in Stuttgart zuhören.

00:01:28: in Frankfurt In München steht auch irgendwann eine Renovierung an.

00:01:32: Wie hat Heinen Mulders es geschafft, die Zeit zum einen zu überbrücken aber zum anderen auch die Stadtgesellschaft davon zu überzeugen dass Opa in eine Stadt wie Köln gehört.

00:01:41: All das will ich gleich mit ihm diskutieren.

00:01:44: wir treffen uns beim Belvedere Gesangwettbewerb in Jormalla in der Nähe von Riga.

00:01:51: darum geht es auch in unserem Podcast um die Zukunft von Opa Stimmen.

00:01:56: Aber hört's doch einfach alles selber hier.

00:01:58: mein Gespräch mit Heinen Guten Morgen.

00:02:02: Es geht nächste Saison für Sie wirklich los!

00:02:05: Sie sind seit zweiundzwanzig, glaube ich in Köln haben gedacht sie können sofort anfangen und dann kommt das wenn in Deutschland gebaut wird immer ein bisschen anders.

00:02:15: aber jetzt geht es los?

00:02:16: Sind Sie erleichtert?

00:02:17: Ich bin natürlich erleichter.

00:02:19: Ich bin vor allem sehr froh dass es endlich losgeht weil eigentlich war von uns vierundzwundig.

00:02:24: fünfundzwunzig Das ist das Anpeildatum für die Öffnung.

00:02:29: Jetzt ist es noch zwei Jahre später gekommen, alles so wie es ist.

00:02:33: Aber das macht natürlich immer, dass man die Planung wieder umdenken muss und gleichzeitig dafür sorgen muss, dass sich Stabilität in der Planung da ist.

00:02:41: Und das ist uns gelungen.

00:02:42: Da bin ich auch sehr stolz drauf, auch dank aller Teammitglieder, dass wir jedes Jahr ein gutes Saison dargelegt haben und jetzt mit Rosenkavalier losgehen.

00:02:52: Ich freue mich wahnsinnig darauf!

00:02:55: Diese Werbung unterstützt die Arbeit von Backstage Classical.

00:02:59: Wir sprechen in der Branche ja aktuell viel über Relevanz, besonders im Bezug auf unser Publikum bestehende Besucherinnen und Besucher sollen enger gebunden werden neue Zielgruppen erschlossen werden und man will für einen größeren Personenkreis wirklich interessant sein.

00:03:15: Wenn das Themen sind, die auch euch eure Orchester oder Theater eurer Vorstellung betreffen dann schaut Euch doch mal Future Demand an.

00:03:24: Eine Software ist das für Orchester, Theaterbetriebe und Festspiele Und Ihr Herzstück sind die sogenannten Taste Cluster.

00:03:32: Das ist eine Technologie, die nicht fragt wer ein Ticket kauft sondern warum Tickets gekauft werden.

00:03:38: Future Demand basiert auf über hundert Millionen Ticketkäufen und mehr als tausend Merkmalen.

00:03:46: Also welcher Aspekt einer Produktion ist für wen relevant?

00:03:49: Und was sorgt dafür, dass die passende Botschaft die richtigen Personen erreicht?

00:03:55: Die Software von Future Demand definiert Zielgruppen und Ansprache für E-Mail und Abo-Kampagnen, erstellt fallautomatisch Social Media Kampagien und liefert persönliche Veranstaltungsempfehlungen für jeden der eine Website besucht.

00:04:11: All das sind ja Aufgaben, für die eure Teams sonst vielleicht tagelang Daten wälzen müssten und selbst dann noch welche übersehen würden.

00:04:20: FutureDemand verspricht weniger Bauchgefühl, weniger Handarbeit und vor allen Dingen – und das ist das wichtigste Mehrzeit für das was wirklich zählt!

00:04:27: Euer Programm und euer Publikum.

00:04:30: Die Staatsoper unter den Linden setzt bereits darauf, das Lucerne Festival die Tonhalle in Düsseldorf oder das Theater an Freiburg und hundert weitere Veranstalter von der kleinen Regionalbühne bis zum großen internationalen Haus.

00:04:43: Also guck doch mal vorbei und finde heraus wie Future Demand auch dir helfen kann!

00:04:48: Besuch einfach future-demand.com/.

00:04:53: Ist das das große Problem für den Intendanten in der Umbauffase, diese Ungewissheit?

00:05:04: Dass man was plant und dann merkt man es funktioniert nicht.

00:05:07: Man muss neu planen!

00:05:08: Man muss sein Ensemble immer wieder irgendwie bei der Stange halten.

00:05:12: wie sie gesagt haben ist dass das große problem in diesen gigantischen Umbaufasen wie Kölnens hatte diese Unsicherheit

00:05:19: Absolut, vor allem aus künstlerisch verantwortlich ist.

00:05:23: Es geht nicht nur ums Ensemble, es geht um sixhundertfünfzig Mitarbeitenden von aller Gewerke und alle die sich einstellen auf einen Umzug wieder in ein Haus zu arbeiten.

00:05:35: das funktioniert natürlich ganz ganz anders ist als im Staatenhaus wo nichts ist wie jede Produktion wie ein Festivalgelände sozusagen von Null aufbauen.

00:05:44: Das ist auch sehr spannend und führt zu kreative Lösungen.

00:05:47: Aber wenn man weiß, dann ist alles gut!

00:05:51: Ich hatte das Gefühl, wenn ich angefangen habe in Köln... Okay, ich bin noch immer nicht weg von Corona.

00:05:57: Jeder ist zwar wieder gesund aber man muss immer wieder die Planung umwerfen.

00:06:01: Und das war für allen wirklich anstrengend.

00:06:03: Aber ich bin ein Macher und Duer und vielleicht ist das meine niedländische Art Probleme lösen und nicht jammern.

00:06:13: Jammern können wir Deutschen noch besser, als ihr Niederländer?

00:06:15: Ja, dass ich da keine Aussagen mache.

00:06:18: Ich spreche nur über die Niederlandschaften.

00:06:20: Das sind auch nicht so diplomatisch wie Sie!

00:06:22: Ich bin direkt – das finde ich bei Niederlandern auch nicht immer – das große Vorteil.

00:06:26: aber ich versuche Direktheit trotzdem mit Konsequenz-und Höflichkeit zu kombinieren.

00:06:32: Was bedeutet

00:06:32: das denn für eine Stadtgesellschaft?

00:06:34: Die müssen sich ja auch daran gewöhnen.

00:06:36: Also Köln hat gedacht okay jetzt Nehmen wir das Geld in die Hand.

00:06:40: Dann haben sie geredet von, was weiß ich, zweihundertfünfzig Millionen Euro und inzwischen kostet es einen fünf Millionen.

00:06:45: Das ist das eine.

00:06:46: Das andere ist ja auch dieses dauernde Warten, dass nicht fertig werden.

00:06:49: Hat das der OPA ansehen?

00:06:51: Und auch Publikum gekostet diese lange Umbaufase?

00:06:54: Es hat es natürlich gekostete.

00:06:56: aber andererseits sieht man jetzt auch dann, da's endlich losgeht und das macht uns überglücklich, dass wir jetzt schon dreimal so viel Abonnements verkauft haben als.

00:07:08: Natürlich lag es auf einen Tiefpunkt, das muss man auch ehrlich zugeben.

00:07:12: Aber über fünfzehn Jahre verliert man fast eine Generation an Abonnenten und Publikum aber sind auch neue dazu gekommen.

00:07:19: Staatenhaus ist alles sehr dynamisch und ein ganz anderer Art von Open Machen als das Traditionäre kann man sagen und das nehmen wir jetzt mit aus guter Neuer Leistung sozusagen, aber ein Theater was funktioniert und das vor allem akustisch auch klingt so wie es klingen soll.

00:07:40: Das ist etwas was wir sehr verpasst haben und die Tatsache dass wir jeden Tag ab- und aufbauen können.

00:07:44: Was natürlich in einem Gelände Wohnnix ist da setzt man was hin so wie man das nennt Stationen spielt die Sachen hintereinander Aber man kann nicht so gut abwechselnd und das ist uns dann jetzt wieder gegeben.

00:07:56: Was war denn Ihre Strategie, dieses Publikum jetzt wieder zurück zu gewinnen?

00:07:59: Sie haben gesagt eine Generation ist verloren gegangen.

00:08:02: Viele Häuser kennen das, haben sie eben auch schon gesagt durch Corona.

00:08:04: da war dieser große Knick der ist relativ gut aufgehoben worden an den meisten Häusern ohne viel zutun weil auf einmal die Sehnsucht nach Musik und nach Live-Erlebnissen wieder so groß war.

00:08:16: Gab es bei Ihnen eine planerische Strategie, dass Sie gesagt haben okay Leute wir haben jetzt fünfzehn Jahre hier woanders gespielt.

00:08:22: Wir müssen für eine ganze Generation wieder bei null anfangen.

00:08:26: wie ist Ihre Marketing?

00:08:28: und in die Stadtwirkstartagie?

00:08:31: Ich bin erst seit vier Jahren dabei.

00:08:33: Es fühlt sich wie ein Ewigkeit aber trotzdem man macht sich natürlich jeden Tag viele Gedanken.

00:08:38: Man muss das auch nicht übertreiben.

00:08:39: Die Oberköln hat jetzt in einem Interim viel länger gespielt als vorgesehen gespielt und das alle wichtigste ist, dass jedes Jahr das Programm knallen muss.

00:08:50: Das war so meine Mein Gefühl so, wir haben da Frauen und Schatten gemacht.

00:08:54: Und auch meine Vorgängerin hat ... Also den

00:08:57: Ring sogar gestemmt?

00:08:58: Den Ring auch wieder umgestemmt dann doch wieder teilweise für Staatenhaus.

00:09:02: aber auch mein Vorgänger hat große Sachen da gemacht.

00:09:05: Das ist das Wichtigste, dass das Programm stimmt, dass die Leute trotzdem die Neugierde haben.

00:09:09: Dass es nicht so ein Gefühl hat von ja, das ist so'n Interimprogramm, das tödelt's vor sich hin und dann kommen die großen Sachen, nee!

00:09:16: Wir haben interessanterweise auch, dass es sehr rührend, man merkt oft dass die Leute, die Künstlerinnen und Künstlern, das sie kommen.

00:09:25: Und es eigentlich ganz cool finden.

00:09:26: Es ist schwer ... Akustisch schwer, man muss sich daran gewöhnen.

00:09:30: Aber ich weiß nicht, ob Sie mal ein Starten aus waren?

00:09:33: Da vermisst sich die Künder sehr mit dem Publikum.

00:09:36: Alle machen Selfies, weil man geht gemeinsam mit den Künstlers im Saal auf der Bühne.

00:09:42: Das ist einmalig!

00:09:43: Gut, da ist natürlich eine schöne Sache.

00:09:46: Ein Theater, was funktioniert, ist viel wichtiger.

00:09:49: Und wir docken einfach an bei dieser Qualität.

00:09:52: Jetzt können wir natürlich noch viel mehr, weil alles funktioniert sozusagen.

00:09:55: Sie sind ja wahrscheinlich auch eines der letzten Häuser.

00:09:59: Egal jetzt Kostenexplosion und so haben wir alle schon diskutiert.

00:10:01: aber die überhaupt diesen Umbau diese Renovierung noch geschafft haben Wir sehen das jetzt in anderen Häusern.

00:10:07: Es wird knapper und die öffentlichen Gelder werden knapper.

00:10:09: Wie haben sie die politische Diskussion in Köln mitbekommen?

00:10:12: Also hat sich die auf das Image der Oper ausgewirkt.

00:10:15: also wenn eine ganze Stadt diskutiert Ey, wir müssen Kindergartenplätze schaffen.

00:10:19: Wir haben keine vernünftige Ausstattung der Schulen und dann kommt noch die Oper!

00:10:24: Und dann wird das auch immer teurer und dann kostet es eine Million Euro.

00:10:29: Das sind ja Diskussionen, die wir als Kulturschaffende ernst nehmen müssen.

00:10:31: Die können wir nicht vom Tisch wischen und sagen, ey ist trotzdem cool unsere Kunst.

00:10:35: Haben Sie das mitgekriegt?

00:10:36: Dass diese Kosten-Diskussion innerhalb der Stadt auch die Oper direkt betroffen haben?

00:10:42: Ja sicher.

00:10:44: Sie sprechen also bis hinter uns liegt.

00:10:46: Wir sind voll da drin, alle Kommunen haben sehr große Finanzprobleme und man sieht es überall von Hauptstadt des Landes bis aller Bundesländer und auch kleinere Städte.

00:11:00: Also wir kämpfen all damit.

00:11:02: das ist mein im Moment mein größter Baustell sozusagen.

00:11:07: Es geht auch Hand in Hand weil man sieht einerseits auch Man kann nicht jetzt vierzehn Jahren an einer Sanierung gearbeitet haben.

00:11:15: Man möchte immer über die Oper-Lessens fair sein, das ist offenbar Platz mit vier Spielstätten.

00:11:20: Großes Haus, kleines Haus, Schauspiel ... Die neue Kinderoper einmalig großartig fantastisch und alle müssen das sehen!

00:11:28: Das ist wirklich einmalig in der Welt weil es gibt nirgendwo eine Spielstätte, die speziell das ganze Jahr durch für Kinderoppa gebaut worden ist Und die Oper selbst natürlich.

00:11:37: Also insofern ist das ein ganzes Assenal, wo es wieder losgehen muss und die Politik sieht natürlich auch um die Stadtgesellschaft dass das laufen muss.

00:11:47: aber das ist ein großer Paradox.

00:11:50: Und die müssen uns jetzt stemmen und das ist nicht einfach.

00:11:53: Aber da schauen ja auch viele Leute auf sich, also das sind ja glaube ich Diskussionen, die viele Intendantinnen und Intendanten in Zukunft vieren müssen.

00:12:00: Also wir sehen es in Stuttgart wird das passieren, in Frankfurt wirds passieren, im Düsseldorf wird's nicht mehr passieren.

00:12:08: Da ist die Diskussion mehr oder weniger gelaufen.

00:12:10: Welche Strategie können Sie aus Ihrer Erfahrung empfehlen?

00:12:14: Wie kann ich argumentieren Ja liebe Stadtgesellschaft, eure Steuern sind auch gut ausgegeben für Kultur.

00:12:21: Also ich habe das Gefühl dass wir da uns was zurechtlegen müssen und wenigstens für uns mal wissen müssen womit legitimieren wir diese Ausgaben eigentlich?

00:12:30: können sie das?

00:12:33: Die Frage ist, finde ich eigentlich schon schwierig.

00:12:37: Weil warum müssen wir uns legitimieren?

00:12:38: Also die Hochkultur ist natürlich immer so ein beladenes Wort aber Musikziat und Oper... Natürlich sind auch damit mit unseren Schauspielgelegenen erst mal unsere Sparte Die läuft.

00:12:51: Und das sieht man jetzt auch, weil noch mal Antwort auf drei Fragen her von Ihnen sind Sie damit umgegangen?

00:12:59: Geduld ist eine große Tugend und letztendlich haben diese vierzehn Jahren doch auch gezeigt dass jetzt da es losgeht dass die Leute auch wieder sofort wirklich ein Teil des Publikums hat gewartet.

00:13:12: Die wollten den Schritt über dem Reinigtwagen, das ist auch ein könisches Phänomen.

00:13:16: aber Spaß beiseite tatsächlich sieht man diese Neugierde ist einfach da und alle die gerne in Klischees sprechen über Elitär und es kostet so viel und zu wenig gehen dahin.

00:13:29: Man muss mal bei uns zwei drei Vorstellungen im Jahr sehen.

00:13:34: Überglücklich und ich will das nicht zu viel wie an Bewertung klingen lassen.

00:13:38: Aber für mich dockt die Kölner Zeit sehr an meine Amsterdamer Zeit an, da ist in einem Großstaat so divers wie die Stadtgesellschaft ist, unser Publikum auch.

00:13:48: Es sind unglaublich viele junge Leute!

00:13:51: Ich habe mit sehr viel Herzblut und Liebe ... und Leidenschaft in Essen gearbeitet, zehn Jahren.

00:13:57: Aber wenn ich da im Autotheater auf zwei Hände junge Leute erzählen konnte, war ich schon froh!

00:14:04: Und hier ist es einfach gegeben.

00:14:06: die ganze Stadtgesellschaft kommt bei uns über die Schwelle.

00:14:09: Es ist so ein beladenes Wort aber es ist richtig an Volkskunst.

00:14:13: Natürlich spielen wir nicht das ganze Jahr Zauberflöte, Bohème Traviata und Carmen aber auch und mit viel Leidenschaft, weil das sind nun einmal die weißeren Werke.

00:14:22: Aber wir spielen auch Barock und ich mache mir aus Aufgabe jedes Jahr eine U-Aufführung oder wirklich ein richtig zeitgenössisches Werk zu bringen.

00:14:30: Und diese Varietät im Menü wird auch geschmeckt.

00:14:37: Das ist das beste Beweis davor, dass es nicht eine Tote Kunst ist für alte Leute.

00:14:42: Alte Leute, übrigens.

00:14:43: Es ist immer ...

00:14:45: Auch eine Daseinsberechtigung haben?

00:14:47: Ja!

00:14:48: Traditionell älteres Publikum gegeben und das ist auch gut so.

00:14:51: Und die müssen wir auch sehr adressieren.

00:14:54: Immer dieser Fokus auf junge Menschen müssen bei uns über ja-auch aber die Stadtgesellschaft ist so divers wie es ist und die ist auch älker geworden.

00:15:03: Das ist sogar nicht so schlecht für uns weil das ist ein Großbestand des Publikums.

00:15:08: Das heißt, für Sie kommt es gar nicht unbedingt darauf an sich zu legitimieren, sondern sie legitimieren sich qua Qualität, qua Machen.

00:15:17: Trotzdem gibt es ja unterschiedliche Strategien.

00:15:19: also ich glaube Wiktor Schoner sagt eine Stadt ohne Opernhaus hat auch keine Industrie.

00:15:25: wenn die Fachkräfte brauchen brauche ich einen Opernass.

00:15:27: Diese

00:15:27: Argument geht natürlich auch hier kann nicht alle aufnehmen aber die kennen wir alle und das ist auch so.

00:15:33: Es gibt auch Studien wo man sieht die Revenue ist was man ausgibt da kriegt man viel mehr vor zurück.

00:15:38: Mit

00:15:39: Umwegerendabilität.

00:15:41: die Politiker, die es nicht hören wollen oder sagen, ja das kennen wir alle.

00:15:45: Die werden uns solche Argumente sowieso auf der Seite schieben und andere sehen sie, dass ist so.

00:15:50: legitimieren kann man sich immer in zwei Richtungen aber die Qualität muss stimmen.

00:15:54: tatsächlich und es hat eine lange Tradition und Tradition ist kein fieses Wort.

00:16:01: Das hat was, was wir brauchen um auch Haufen zu haben und irgendwie kulturell weiterzukommen im Leben.

00:16:09: Das

00:16:09: ist, glaube ich tatsächlich was wir im Diskurs vergessen und was wir Kulturschaffen oder Sie-Kulturschaften und wie Kulturbeobachtenden vielleicht auch wieder sich bewusst werden müssen.

00:16:17: Dass man dort unabschaffbar wird wo man Teil einer Gesellschaft wird ja also wo man tatsächlich auch emotional verankert ist Ich sehe das in Wien.

00:16:25: Ja Wo wird gestrichen?

00:16:26: eigentlich bei den Ensembles die am fernsten von der Stadtgesellschaft sind und die wirklich Konzepte haben und die emotional geliebt werden von der Stadt.

00:16:36: Die sind halt per se unabschaffbar.

00:16:38: oder wir reden über die Elbphilharmonie, was gab es für Diskussion?

00:16:41: Aber man kann sich nie mehr vorstellen dass es dir heute nicht mehr gibt.

00:16:43: Die ist in jedem verdammten Krimi über.

00:16:45: Hamburg kommt als erstes damit.

00:16:47: Also die emotionale Faktor ist das eigentliche Geheimnis?

00:16:53: Das glaube ich schon.

00:16:53: ja.

00:16:54: und natürlich man kann sagen in zwei drei Generationen haben wir überhaupt keine Bindung mehr weil natürlich alles Hängt auch fest an Bildung.

00:17:03: In Bildung meine ich in breites Sinne das Wort, ob man von Oma oder Opa oder Vater oder Mutter mitgenommen wird zu einem Freischütz traditionell und das kaum oder nicht mehr passiert bis zum was passiert in der Schule.

00:17:14: Das ist ein ganz großes.

00:17:15: Wir können Stunden darüber reden aber es ist eine viel kompliziertere Sache.

00:17:18: Aber genau darum müssen wir das machen weil Deutschland ist immer Kultur, es Bildung.

00:17:25: Das sind wir aus Ausländern auch mit ... haben wir immer mit Neid aufgeschaut und jetzt brückel das sehr schnell ab.

00:17:31: Und ich glaube daran müssen wir arbeiten.

00:17:34: Dieses Bewusstsein, dass unsere Welt sehr pofer und sehr arm wird, wenn wir das alles mal beiseite legen um nur noch ... Ja, ich muss aufpassen was ich dann sage.

00:17:45: aber Es gibt natürlich am Brotenspiele Qualität und es gibt natürlich auch mehr Werten, die man unterschiedlich bewerten kann.

00:17:53: Aber wenn jemand in der Straße fragt ... Kennst du die Opa?

00:17:57: Hast du was

00:17:58: damit?".

00:17:58: Nein, also muss für mich nicht sein.

00:18:00: Aber wenn man fragt... Also braucht man das heute zutage noch ... Dann sagt die Mehrheit von Ja, wir finden es gut dass es Opa gibt.

00:18:07: Selbst

00:18:07: die, die nicht hingehen sagen ja.

00:18:09: Ist

00:18:09: da so eine Art von Bewusstsein?

00:18:12: Das ist Teil des Kultursangebots, was Mann hat.

00:18:16: Ich finde gerade diese Bildungsfrage, die sie stellen, ich meine sehen wir nicht nur in der Kultur.

00:18:19: Das sehen wir dann auch wieder in Entwicklungen, Technik und Wissenschaften.

00:18:23: Was weiß ich was!

00:18:25: Was ich ja beobachte ist, dass politisch immer mehr von Kulturinstitutionen erwartet wird auch noch diese Bildung zu übernehmen.

00:18:30: Also gerade Orchester jetzt!

00:18:32: Ihr müsst jetzt Jugendarbeiten machen, ihr müsst das und das machen... Aber es sind eigentlich Orchestermusiker die abends eine vernünftige Maler-Symphonie spielen sollen.

00:18:39: Ich weiß, sie investieren da wahnsinnig viel aber sie werden nie die Schulbildung ersetzen können.

00:18:44: Ist das etwas wo Sie als Intendant sagen?

00:18:47: Da müssen wir die Kategorien mal wieder klarkriegen oder sagen Sie nee, die Bildung in Deutschland liegt so am Boden.

00:18:53: Es ist auch meine Pflicht als Intendant da junge Leute reinzuholen.

00:18:57: Sowohl aus.

00:18:57: auch ich meine Wir können es wie sie sagen nicht ersetzen.

00:19:00: Aber tatsächlich merken wir bei verschiedenen Schulen, dass sie froh sind.

00:19:05: Dass wir das anbieten weil sie es selbst nicht mehr haben.

00:19:07: aber es braucht natürlich alles ist immer auch professorum gebunden.

00:19:09: also bestimmte Dozentinnen und Dozenten sagen ja wir machen das ein bei anderen und da hängen wir uns natürlich aus dem Fenster, dass wir auch nach Schulen in Stadtteilen gehen wo es nichts von selbst verständlich ist, dass die zu uns kommen.

00:19:24: Aber tatsächlich, unsere Educationarbeit platzert alle Nähten.

00:19:28: Und gleichzeitig unser Kerngeschäft ist, dass der Vorhang jeden Abend auf muss mit unseren großen Stücken und das ist so mein Dilemma, dass man natürlich bedient die Stadtgeschäftspolitik und alle und findet alles großartig.

00:19:46: Das ist auch wichtig, sodass später Leute bei uns mal eine Karte kaufen um in einer Forstung zu gehen.

00:19:53: Aber unser Kerngeschäft muss schon und dafür kämpfe ich wie eine Löhge, muss aufrecht erhalten bleiben.

00:19:59: Sonst geht mir unter.

00:20:01: Sie haben eben schon gesagt, sie programmieren ein Programm das ganz unterschiedliche Zielgruppen auch anspricht.

00:20:08: Gehen wir mal ganz kurz durch was nächste Saison bei ihm auf dem Plan steht.

00:20:11: Ich finde es ist ja wirklich ein Vorzeigeprogramm eines typischen Stadttheaters – das meine ich im vollkommen positiven Sinne – dass sowohl die traditionellen Werke bedient als auch dann was Neues nimmt.

00:20:24: Als traditionelle Werke natürlich die große Eröffnung mit dem Rosenkavalier, das ist klar.

00:20:30: Dann haben sie den Ring am Laufen, dann haben sie Hoffmanns Erzählung mit Stefan Herrheim als Reduzör.

00:20:35: also dass es tatsächlich Sie wollen schon auch die große Operntraditionen bedienen?

00:20:40: Absolut!

00:20:40: Also nicht nur weil das Haus fünfhundert Plätze größer ist als wir jetzt sind.

00:20:45: Wir müssen natürlich dafür sorgen, dass es boomt.

00:20:50: Aber dafür steht die Oper auch.

00:20:51: Also viele haben bei Oper natürlich auch diese Stücke im Kopf und die spielen wir mit viel Leidenschaften und sollten sie auch machen.

00:20:59: Ja

00:21:00: keine schlechte Stücke muss man einfach mal so sagen!

00:21:02: Meisterwerk ist ihnen nicht umsonst meisterwerk.

00:21:04: aber abgesehen davon offenbar ist der Komponist von Köln diejenigen, die mir ein bisschen besser kennen.

00:21:13: Die wissen, dass ich ein sehr aktiver Koop-Produzent bin.

00:21:16: und was in heutzutage mit Nachhaltigkeit... Und hast du nicht gesehen?

00:21:19: Natürlich alles ist ja wichtig

00:21:22: ist.

00:21:23: Ja genau wir haben also die.

00:21:25: Herrheim Hoffmann isst einen Koop Produktion mit Bregenz.

00:21:28: das war schon vor mir der lag jetzt zehn jahren in Lager weil die Sanierung so lange dauert.

00:21:34: Aber ist natürlich auch eine schöne Öffnung.

00:21:36: dann in der Öffnungs-Saison, um das zu spielen.

00:21:40: Ich bin ein großer Liebhaber von Barockoper – ich versuche jedes Jahr einen Barock-Oper zu bringen.

00:21:45: Das ist dieses Mal von Dietrich Hilfsdorf Il Primo Micidio.

00:21:49: aber um was gängiger zu machen haben wir keinen Abel genannt, erster Mord.

00:21:54: Ein Skalati-Ober klingt so wie früher Händl großartig und es ist wie ein Thriller zwischen sechs Personen und auch nicht so lang, was auch schön ist.

00:22:03: Und dann haben wir um Hänze, Hänzes Hundes Geburtstag zu würdigen im Hänzer Jahr Lapicolo Cubana in Spilum in der Kinderoper, das auch vernünftig ist finde ich war zeitgenössische Musik auch nicht unbedingt immer thirteenhundert Plätze füllt aber das ist ein in so'n kleinere Version von sein Cubana.

00:22:22: Das passt sehr gut.

00:22:23: auch intimeres, intimerer Kontext.

00:22:27: Das haben wir auch mal verkauft und braut.

00:22:29: Es ist eine Co-Produktion mit Laurent Peli, ein Weltstar Regisseur mit Madrid, Lyon und Brüssel.

00:22:38: Und mit La Finice tatsächlich von Damiano Michieletto der gefragteste italienische Regisseure Moment Macbeth – eine fantastische Produktion aus Venedig!

00:22:47: Er hatte eigentlich schon diese Saison geplant, aber da alles sich wieder verschoben hat und das passt nur durch den Grenzen

00:22:52: nach.

00:22:55: Aber wie ist die Zusammenarbeit mit La Finizia gewesen?

00:22:59: Da ging es ja auch turbulent zu, also die Erinnerung des GMD-Dings.

00:23:04: Haben Sie das mitgekriegt?

00:23:04: oder ist man als Kurproduzent da außen vor?

00:23:08: kriegt das nur so als Rauschen mit.

00:23:09: Das sind zwei total unterschiedliche Geschichte, der inzwischen Intendant an der Skala ist – mit wem ich sehr lang schon einen professionellen Beziehung habe.

00:23:20: Damit haben wir das schon vor Ewigkeiten geplant.

00:23:25: Aber diese Situation jetzt war ein pur politischer Unterfrau Meloni und peinlich, aber das ist Gott sei Dank jetzt abgeschlossen.

00:23:33: Aber Kurproduktion

00:23:34: sagen Sie?

00:23:34: Ist auf jeden Fall eine Perspektive für auch deutsche Opernhäuser gerade für dieses deutsche Stadttheater.

00:23:39: Es muss nicht jeder alles selbst produzieren sondern man kann teilen

00:23:43: Ja das ist interessant.

00:23:44: Das war für mich wirklich so ein bisschen kalte Dusche wenn ich aus Amsterdam nach Essen kam und in Essen habe Ich das auch sehr aktiv gemacht damit der große internationaler Rieger wie Christoph Loi und Pauli in Robert Carson.

00:23:55: Und er hat all diese großen Geholt, und das fand man damals ein bisschen näher.

00:24:00: Es ist nicht Haus gemacht weil ich denke es geht hier doch um Top Qualität.

00:24:04: die Leute kommen dieser Regisseur kommt nie zu uns.

00:24:07: wenn wir sie einfach so einladen wollen dann muss man die in sechs bis acht Jahren buchen.

00:24:12: Und man sieht gerade, die kleinere Theater müssen den Sprung noch machen.

00:24:16: Aber die große Theater machen das schon seit einer Generation.

00:24:19: Also guck nach Hamburg, nach Berlin, nach München – die tun das alle!

00:24:23: Dann kam ich in Köln und dann ging die Pforte der Kooproduktion weit offen weil das ist hier Gang und Gebe gefreut und darauf habe ich noch einer gelegt.

00:24:33: Und jetzt produzieren wir wie die Kaninchen das Gefühl, aber es ist sehr schön!

00:24:38: Das macht mir auch Spaß.

00:24:40: und da merkt man auch ein Netzwerk was man mitbringt at pace off.

00:24:44: also das bringt dann auch etwas.

00:24:46: ja

00:24:47: Letzte Frage.

00:24:48: Wir treffen uns hier in der Nähe von Riga beim Belvedere Gesangwettbewerb und ich weiß nicht, wieso ihr Eindruck ist?

00:24:53: Aber für mich... Ich habe gerade einen Text drüber geschrieben.

00:24:55: Für mich ist das ganz interessant.

00:24:57: Wir hatten gestern das große Finale die Medienjury wie das heißt hier und die Fachjury.

00:25:04: Das ist auch sehr lustig.

00:25:05: Sie sind fach wir sind nur Medien Haben da komplett unterschiedlich bewertet die Sängerinnen und Sänger

00:25:12: Nicht so komplett unterschiedliche aber Wir leben in Demokratien, das hat Vor- und Nachteilen vor allem viel Vorteil.

00:25:19: Aber dann kriegt man natürlich so einen Durchschnittswert ... Es wird mit Punkte gemacht.

00:25:27: Und dann treibt einer nach oben.

00:25:28: Das war nicht mal eure erste, auch meine erste!

00:25:32: Die wurde Nummer zwei, das lag nicht soweit zueinander aber es geht natürlich auch... Also wenn man mich fragt Was bist du eigentlich?

00:25:40: Dann sage ich immer, ich bin Casting Director.

00:25:42: Das ist mein Fach und daraus aus diesem Leidenschaften bin ich dann auch Intendant geworden.

00:25:47: Also ich bin seit Jahrzehnten in Jurys von Wettbewerber hab ein großer Kontext und sehe dann auch immer das es so geht zwischen Perfektion und junges Talent.

00:26:00: was ruff ist aber noch nicht so weit Und das liegt dann in die Bewertung zwischen Jurymitgliedern sehr auseinander manchmal.

00:26:08: Ich hab noch einen anderen Punkt, der mich erstaunt.

00:26:11: Ich bin auch bei neuer Stimmen dabei gewesen und so was ich echt komisch finde.

00:26:15: wir reden immer über die Zukunft der Oper junges Publikum neue Oper Und dann sieht man diese jungen Sängerinnen und Sänger hier und hat finde ich das Gefühl dass die noch ein ganz ein uraltes Opernbild vor sich her tragen.

00:26:28: Also die Payetten, Kleider und so sind auch die Stimmen, die sind immer noch heilig.

00:26:35: Monceret-Caballier mäßig!

00:26:37: Ich finde das mich erstaunt, sagen wir es mal so... konservativ, im positiven Sinne vielleicht.

00:26:45: Aber wie rückwärtsgewandt gerade noch junge Stimmen sind, obwohl sie als Intendant wir als Medien ja eigentlich dauernd sagen, wir müssen mit der Oper irgendwie in die Zukunft kommen und vielleicht eine neue Schlichtheit, eine neue Eleganz, ne neue Klugheit schaffen?

00:27:00: Verstehen Sie meinen Problem damit?

00:27:02: Ja,

00:27:02: aber das ist auch ein Thema für den Podcast per se weil da haben Sie völlig recht Junges Publikum ist.

00:27:10: auch merk ich, es ist sehr pauschal was ich jetzt sage.

00:27:13: Es ist eher konservativ angelegt als Publikums das schon öfter über die Schwelle kommt weil sie nicht mehr gesehen oder mehr Referenz haben.

00:27:22: Die Klischei sind nicht auszubrennen aber das ist auch kein Problem.

00:27:26: Die Wettbewerbwelt ist eine für sich.

00:27:29: also wenn man bei uns und viele Kolleginnen Kollegen in Oppenhäuser auf die Schwellen kommt dann passiert genau das was Sie gerade beschrieben haben.

00:27:36: Das ist modern Musiktheater von heute Und da sind die meisten Darstellerinnen, sind auch ... Leute wie ihr mit ... Mit

00:27:44: dem

00:27:45: Teil der Stadtgesellschaft.

00:27:46: Die einfach ihr Job machen und ... Aber natürlich, Opa bleibt immer dieses Klischee ein bisschen anhängen, das kriegt man nicht weg.

00:27:53: Ist auch nichts am Problem, wie Sie selbst gesagt haben kann auch positiv sein.

00:27:58: aber das merken wir auch ist für mich was weiter weg und ich merke bei vielen Kollegen Teilweise auch.

00:28:05: Und es ist nicht die Realität, die bei uns auf der Bühne zu sehen

00:28:08: ist.".

00:28:08: Ich

00:28:08: finde das total krass!

00:28:09: Ihre Landsfrau Lotte de Baer, die ja in Wien die Volksoper vollkommen umgekrempelt hat auf diverse Oper ... Hat wirklich ein junges Publikum geschaffen und mit viel Wut sind da... Die haben die Leute ihre Abos gekündigt und mit Viel Freude und Elan und Lebensfreude kommen da junge Leute rein.

00:28:28: Dann sitzt man so als als Fünfzigjähriger da plötzlich in den Aufhöhungen und denkt Okay, es ist ein junges Publikum.

00:28:34: Die sind total erfurchtbar.

00:28:35: Aber eigentlich ist das total ... Totaler Kitsch den du hier siehst?

00:28:38: Das ist total konservativer Kram und der kommt dann sozusagen mit so einer diversen Multikultigesellschaft zusammen.

00:28:46: Da kriegt man irgendwie die Enden nicht mehr zusammen.

00:28:48: Na ja doch aber da kommt's zusammen.

00:28:52: und dass das Krachtene aufeinander ist auch gut so und manchmal braucht es auch was Zeit ausgerechnet Wien, das Ballwerk für wo die Operette so ungefähr entstanden ist.

00:29:01: Vielleicht offenbar muss man ehren weil der war der Gottvater der Operette.

00:29:05: aber trotzdem das geht auch nicht auf einem und man muss auch nichts alles wegwerfen und ich glaube Lotte versteht schon wie sie die Tradition auch teilweise bedient.

00:29:16: Aber letztendlich geht es um Qualität und da pass' ich jetzt auf was ich jetzt sage.

00:29:22: aber wenn die nicht immer stimmt dann wird's problematisch und das is manchmal auch

00:29:27: Wir sehen schon, so eine Sehnsucht des Publikums sich da reinfallen zu lassen.

00:29:32: Sich auch in diese Vergangenheit... Also es gibt das schon, ja?

00:29:37: So aufgeklärt wir sind und der Eskapismus ist durchaus auch eine Legit- teame Formen von Opern.

00:29:43: Ja,

00:29:44: stimmt!

00:29:45: Also es gefällt dann auch nicht jeder weil auf die Klischees wollen bedient werden und werden da nicht bedient und dann kriegt man dieser Krach aber ist gut so.

00:29:55: Letzte Frage Sie haben einen Vertrag bis zum Jahr zweiunddreißig.

00:29:58: was sind denn jetzt?

00:29:59: Jetzt haben sie ein Haus.

00:30:00: der größte Wunsch ist schon mal erfüllt.

00:30:03: Eröffnet werden.

00:30:03: also ich hab's noch nicht.

00:30:06: Ich bin da sehr optimistisch.

00:30:09: Aber gibt's noch so ein Wunsch, wo Sie sagen ... Sie haben Ring.

00:30:12: Sie haben Haus?

00:30:13: Was wollen Sie denn noch mehr?

00:30:15: Na

00:30:15: ja, ich lebe natürlich in der Realität des Alltags und das Haus wird eröffnen aber da wird noch sehr viel erst nicht funktionieren.

00:30:24: also wir jetzt zwei drei Jahren Kinderkrankheiten haben oder große Sachen die nicht funktioniern Das ist erstmal, ich guck jetzt mal was kurzfristiger.

00:30:32: wie kriegen wir das hin?

00:30:33: Was nicht?

00:30:33: so dass man öffnet die Tür und alles läuft von selbst.

00:30:37: Und natürlich bleib' ich auch treu sozusagen an meine Defise.

00:30:41: Ich werde nicht plötzlich alles ändern, weil das Haus eröffnet wird.

00:30:44: Wir werden weiter in uns hier bemühen mit Vermittlungsarbeit.

00:30:49: Gibt dann auch neue Perspektive.

00:30:50: die freie Szene klopft und kratzt an jeder Ecke ist vor allem auch in Köln sehr wichtig.

00:30:58: Ja

00:30:58: ja und wir müssen auch sehr aufpassen dass wir nicht gegeneinander ausgespielt werden da sind wir uns alle von allerseiten bewusst.

00:31:04: aber wir müssen Ganz ehrlich, der harteste Streit werden mit Politik und Verwaltung.

00:31:12: Dass wir nicht weggespart werden.

00:31:14: Und dass es dann auch glanzreich ... Nicht nur glanzreiche Saison darf strahlen danach, da muss man sparen.

00:31:22: Das funktioniert nicht.

00:31:23: Das Haus muss jetzt für die kommende Generationen laufen.

00:31:27: Wir wünschen Ihnen dafür alles Gute!

00:31:28: Wir buchen unsere Zugtickets nach Köln und gucken uns den ganzen Kram bei Ihnen an.

00:31:32: Vielen herzlichen Dank.

00:31:36: Das war ja der Podcast von Backstage Classical.

00:31:39: Für tägliche News aus der Welt der klassischen Musik schaut doch einfach bei uns vorbei auf www.backstageclassical.com und wenn ihr Kommentare, Anregungen, Ideen oder auch Beschwerden habt dann schreibt uns doch einfach unter redaktion at backstageclassical .com.

00:31:57: Wir lesen das natürlich sehr genau und werden das auch in unsere Arbeits einbeziehen.

00:32:03: Wenn ihr Lust habt und mehr hören wollt, dann abonniert diesen Podcast.

00:32:07: Denn dann hören wir uns schon bald wieder!

00:32:10: Ich freue mich drauf, macht gut, haltet die Ohren steif.

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