Die Orchester der Zukunft

Shownotes

Mehr Vielfalt in den Programmen, gezielter KI-Einsatz im Marketing und neue Ausbildungsmodelle: Beim Podcast „Takt und taktlos“ haben Branchenvertreter am Rande des Deutschen Orchestertages zentrale Zukunftsfragen des Musikbetriebs diskutiert.

Marlene Brüggen, Leiterin der künstlerischen Planung beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO), zog eine positive Bilanz der Initiative „Kein Konzert ohne Komponistin“. Trotz teils heftiger Kritik in sozialen Netzwerken habe das Orchester die höchste Auslastung seiner Geschichte erreicht. Repräsentation sei jedoch nur ein erster Schritt, betonte Brüggen. Projekte wie „Composing While Black“ und die kommende Saison unter dem Motto „Ach Mensch“ zielten auf eine stärkere intersektionale Vielfalt und gesellschaftliche Reflexion.

Anselm Rose, Geschäftsführer der Rundfunk-Orchester und -Chöre Berlin (ROC), sieht in der Digitalisierung eine strategische Notwendigkeit. Derzeit entwickle man ein KI-gestütztes System zur gezielteren Ticketvermarktung. Mithilfe von „Taste Clustern“ sollen neue Publikumsschichten erschlossen werden, die über klassische Abonnements kaum erreichbar sind. Die künstlerische Entscheidungshoheit bleibe jedoch ausdrücklich beim Menschen.

Andrea Tober, Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, verwies auf einen Wandel in den Berufsvorstellungen junger Musiker. Starre Orchesterstellen verlören an Attraktivität, während flexible „Patchwork“-Karrieren an Bedeutung gewännen. Ausbildungsinstitutionen müssten darauf reagieren und Exzellenz neu definieren – über technische Perfektion hinaus.

Einigkeit bestand darin, dass programmatische Öffnung, datenbasiertes Marketing und flexiblere Strukturen entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Musikbetriebs sind.

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00:00:03: Hallo in die Runde und an alle, die jetzt hier auch von zu Hause zu hören.

00:00:13: Wir sind aber ausnahmsweise nicht alleine, allein vor unseren Laptops.

00:00:16: Nein wir sind tatsächlich... in Berlin beim Deutschen Orchester-Tag.

00:00:21: Wir sind schon zwei Tage hier, haben in ganz vielen Sessions gesessen, wissen eigentlich alles über die Freuden und großen Leiden in deutschen österreichischen und schweizerischen Orchestern, Hannah.

00:00:35: Und darüber wollen wir reden und haben uns Gäste eingeladen.

00:00:38: Voll!

00:00:38: Also so ähnlich wie auch bei dem letzten Podcast den wir gemacht haben, wo wir im Bochumbahn bei der Tuned-ID-Konferenz in Bochum... Haben wir jetzt natürlich uns hier auch Gästinnen eingeladen, die entweder als Referent-Innen, Ausstellerinnen, Gästeninnen und so weiter hier sind.

00:00:52: Und besprechen jetzt mit denen jeweils ein Thema in dieser Folge das sie mitgebracht haben.

00:00:57: Darauf freue ich mich schon ganz doll!

00:00:59: Ich freue mich auch darauf, jetzt die erste Person in der Runde zu begrüßen.

00:01:02: Das ist nämlich Malene Brücken.

00:01:04: Malene Du bist Leiterin der künstlerischen Planung beim Deutschen Symphonieorchester Berlin kurz DSO und ursprünglich... Irrsprünglich, ursprünglich kommst du aus dem Konzert und Künstler in Managementen was unter anderem bei der Konzerthirektion Schmied und Teil des Planungsteams vom Schleswig-Holstein Musikfestival.

00:01:23: Und beim DSO und deswegen bist du auch hier hast du ein paar revolutionäre Veränderungen angestoßen und durchgezogen und bis damit ich behaupte das jetzt einfach ganz frech zum Vorbild glaube ich für sehr viele Dramaturginnen und Intendanten geworden uns jetzt von feministischer Musikpolitik, von Composing World Black und von den Erfahrungen die du beim Überlegen, beim Erdenken, beim Einführen dieser programmatischen und am Ende ja eigentlich auch strukturellen Veränderungen gemacht hast.

00:01:55: Wie schön dass du hier bist!

00:01:57: Hallo!

00:01:58: Herzlich Willkommen!

00:01:58: Und ich habe auch... Du hast ein Thema mitgebracht natürlich so und wir haben auch eine Kategorie dazu ausgewählt und das ist diese hier.

00:02:13: Ja vielen Dank für die Einladung.

00:02:16: Ja, schöne Kategorie Achtung Woke und das passt natürlich fantastisch zu dem was wir in den letzten Jahren beim DSO angestoßen haben.

00:02:24: Vielleicht gebe ich einen kleinen Rückblick?

00:02:26: Bitte!

00:02:27: Und vielleicht auch einen kleinen Ausblick?

00:02:30: Wir haben in der Saison XXXIV das Motto, kein Konzert ohne Komponistin gewählt und genau das gemacht.

00:02:37: In jedem Konzern des DSO sei es im symphonischen repertoire oder im kammermusikalischen repertoire mindestens ein Werk einer Kompionistin auf dem Programm gehabt und waren damit ziemlich revolutionär unterwegs.

00:02:49: Krasse Vorreiterin!

00:02:50: Man muss sagen, Schuldigung, Einspruch.

00:02:53: Das gab es ein Jahr vorher

00:02:54: schon in Bremerhaven.

00:02:54: Ich weiß!

00:02:55: Einfach nur mal

00:02:57: damit wir wissen... Wir haben auch recherchiert.

00:02:59: Ja sehr gut.

00:03:01: Das weiß ich natürlich auch.

00:03:02: von daher Props nach Bremerhavien.

00:03:05: Ich glaube, wir hatten natürlich das Glück dass wir in Berlin eine größere Bühne haben und ja eine größeren Reichweite mit so einer Idee und wir hatten dann die Entscheidung getroffen, das Ganze zum Saison-Claim zu machen und all unsere Marketingaktivitäten darauf auszurichten.

00:03:23: Und das war entsprechend groß und laut!

00:03:27: Wir haben damals schon Podcast miteinander gemacht und du hast es gerade gesagt, Hannah, Du bist Vorreiterin und Vorbild.

00:03:32: Gleichzeitig muss man sagen in der Zeit als ihr das gestartet habt, warst du auch Angriffsfläche?

00:03:38: Also das war tatsächlich nicht so dass alle gesagt haben ey super endlich mal eine Frau im Konzert sondern was auf dem Old People's Platform Facebook, aber auch...

00:03:49: Da kennst du dich aus.

00:03:51: Ja genau!

00:03:51: Auf meiner Boomer-Plattform Facebook stattgefunden hat.

00:03:56: Was ich sagen wollte ist es ist tatsächlich eine gesellschaftliche Debatte entstanden.

00:04:01: Es wurde absolut kontrovers diskutiert.

00:04:03: wir hatten auf der einen Seite fantastisches Feedback regionale, überregionale und internationale Presse.

00:04:10: Wir haben es bis in die New York Times geschafft.

00:04:12: Wir hatten die beste Auslastung des DSO seit bestehendes Orchester im Konzert.

00:04:17: aber wir hatten eben auch einen richtigen Backlash und wir hatten ein Shitstorm auf Facebook nach Verkündigung des Saisonmotos auf der Seite des RBB und da ging's richtig zur Sache.

00:04:28: also

00:04:28: was heißt das konkret?

00:04:29: Also die typischen Frauen feindliche Beleidigungen

00:04:33: Ja, viel Misogonie auf jeden Fall und die Frage warum es das braucht.

00:04:36: Warum ist eine Quote braucht?

00:04:38: Es geht doch eigentlich um Qualität usw.

00:04:41: Und ich muss auch sagen dass wir da eigentlich ziemlich naiv reingelaufen sind weil wir damit nicht gerechnet haben dass das Thema so stark emotionalisiert in diesen Zeiten.

00:04:51: also Wir dachten wir seien vielleicht schon weiter aber So war's nicht.

00:04:54: und gleichzeitig war es total schön zu sehen dass im Laufe der Saison auch eine gewisse Ein gewisser Lernprozess passiert ist.

00:05:04: Wie seid ihr denn damit umgegangen?

00:05:07: Mit dem Kontra, also wir haben uns gute Argumente zurecht gelegt Wir haben uns ein ordentliches dickes Fell angelegt Und ja am Ende des Tages kann man das natürlich alles fantastisch verargumentieren warum wir das gemacht haben und genau diese Plattform auch gebaut haben für die Komponistinnen.

00:05:26: Ja es war so schön.

00:05:27: Also natürlich ist das auch kontrovers innerhalb des Orchester diskutiert worden.

00:05:32: Es war für mich das größte Erfolgserlebnis eigentlich im Laufe der Saison oder gern Ende hin mit einigen Musikerinnen zu sprechen, die am Anfang sehr kritisch waren.

00:05:41: Die dann gesagt haben ich habe so viel entdeckt in dieser Saison, soviel an neuem Repertoire hat mir nicht alles gefallen aber es war für me ein totales Learning und ein positives Erlebnis obwohl sie eben am Anfang anderer Meinung waren.

00:05:56: Total schönes Erfolgserlebnis.

00:05:58: Ich muss sagen, ich fand es total cool wie ihr kommunikativ damit umgegangen seid.

00:06:01: Ich hatte in der Zeit ja doch zu dem Zeitpunkt halt total viel mit Thomas Schmidt Ott noch gesprochen.

00:06:05: also der war ja irgendwie so derjenige der dann für die Interviews zur Verfügung stand und so und er sich hingestellt hat und der wie ich fand einfach irgendwie auch mit einer ziemlich Ruhe und auch eine Coolness da auch in die Öffentlichkeit getreten ist.

00:06:17: Und ich muss auch sagen das war super.

00:06:19: wir waren total gutes Sparing Partner weil dass auch noch mal gezeigt hat, es braucht für so ein Thema auch Allies.

00:06:26: Und Thomas war der perfekte Ally und wenn einen Mann so ein thema platziert ist das nochmal was ganz anderes als wenn ich das mache.

00:06:32: Ich

00:06:33: will mir gar nicht vorstellen wie das gewesen wäre wenn Thomas nicht ganz viel Punching Ball gewesen wäre in der Situation sondern wenn du da gestanden hättest als junge Frau die das macht wahrscheinlich wäre der Shitstorm dann gibt's Statistiken zu uns weiter noch viel krasser ausgefallen also jetzt schon der Fall war.

00:06:52: Ich frage mich, nachdem ich hier zwei Tage jetzt auf dem Orchestertag war und sehe was hier auch große Themen sind.

00:07:00: Sind ja ganz auch strukturelle Themen vor Ort, also auf der einen Seite Gewerkschaftsfragen.

00:07:06: Auf der anderen Seite immer knapper werdende öffentliche Gelder.

00:07:09: Also als Orchestermanager hat man ja ein wahnsinnig großes Rad im Alltag zu drehen.

00:07:15: Man kriegt Kontra von allen Seiten.

00:07:17: Man steht unter unglaublichem öffentlichen Druck und der finanziellen Druck.

00:07:22: Und jetzt kommt noch jemand und sagt Ey Jetzt brauchen wir aber auch noch eine Frau im Konzert und jetzt brauchen wir noch das und wir müssen uns überhaupt mal öffnen.

00:07:30: Wie, du hast eben schon gesagt Marlene auch bei euch im Orchester war es jetzt nicht so dass alle Türen offen waren.

00:07:36: Welche Erfahrungen hast Du innerhalb des Orchesters gesammelt und wie habt ihr das da angelegt?

00:07:41: Mit langen Vorlauf mit Gesprächen oder wie

00:07:43: genau mit beiden?

00:07:45: und ich würde erstmal gern sagen dass das DSO ein sehr offenes Orchester ist.

00:07:50: von daher würde ich sagen dass die grundsätzliche Meinung sehr uns gegenüber sehr offenherzig war und auch neugierig, was da auf die Musikerinnen zukommen sollte.

00:08:04: Aber natürlich bei Hundert Musikern im Orchester hat man im Zweifel hundert verschiedene Meinungen zu einem Thema Und das macht ja auch das Orchestermanagement so toll und so vielfältig und so aktiv und reaktiv.

00:08:17: Das ist eine große Herausforderung aber immer wieder toll eben in so eine direkte Kommunikation miteinander zu gehen aus Tausch.

00:08:23: Und ihr seid ja auch noch weitergegangen.

00:08:25: Ist es nicht geblieben bei einer Komponistin pro Konzert, sondern dann Composing White Black und noch weiter?

00:08:31: Also erstmal möchte ich sagen das war natürlich wichtig für uns dass wir das jetzt nicht nur als einmaliges Projekt verstanden haben, sondern es ist auch um eine nachhaltige Implementierung gehen sollte.

00:08:40: Das heißt bis heute versuchen wir das zu einem gewissen Automatismus in der DSO-Planung zu machen.

00:08:45: Nicht mehr so dogmatisch wie in der ersten Saison aber die Komponentinnen gehören mittlerweile zum DSO total dazu zu sehen, weil es sowohl in der Öffentlichkeit so ankommt als auch bei den Partnern mit denen wir tagtäglich arbeiten.

00:08:59: Bei den Agenturen und bei den Dirigentinnen die wissen worauf sie sich einzustellen haben.

00:09:04: Gleichzeitig haben wir in der Saison XXIV nicht nur von kein Konzert ohne Komponistin gesprochen sondern haben die feministische Musikpolitik ausgerufen auf Annalena Baerbock bezogen, die damals zur relativ selben Zeit die feministischen Außenpolitik ausgerufen hatte.

00:09:24: Und Feminismus von heute ist natürlich intersektional, das heißt nicht nur Frauenrechte sondern auch andere Diskriminierungsformen sollen mitgedacht werden.

00:09:34: und in Bezug auf die nachhaltige Implementierung wurde es dann in der Saison twenty-sixundzwanzig bei uns ein neues Thema nämlich Afrodiaspora Composing Wild Black dahin oder um dieses Thema überhaupt umfassend bedienen zu können.

00:09:49: Mit einem Managementteam aus lauter weißen Personen haben wir uns Hilfe geholt und zwar sind wir eine Kooperation eingegangen mit dem Haus der Kultur in der Welt hier in Berlin, und haben wirklich fantastische Unterstützung erfahren.

00:10:02: Wir haben einen Korkurator an die Seite gestellt bekommen nämlich den Komponisten- und Wissenschaftler George E Lewis Der ja ...mit mir gemeinsam durch die Saison gegangen ist und viele tolle Vorschläge gemacht hat von Werken schwarzer Komponistinnen aus drei Jahrhunderten.

00:10:17: George, das ist so eine coole Person!

00:10:19: Also shout out an George an der Stelle.

00:10:20: Auf jeden Fall.

00:10:22: Ja und das war... auch wieder ein riesiges Learning für uns, eine weitere Repertoire-Walterung.

00:10:29: Und ich muss auch sagen diese Form der Kooperation mit einer Institution hier in Berlin die sonst mit klassischer Musik gar nicht so viel am Hut hat war eine absolute Bereicherung für uns und ich kann das nur jedem und jeden im Kulturmanagement ans Herz legen solche Kooperationen einzugehen.

00:10:45: Was sind denn eure Erfahrungen mit einem Publikum dass es ja durchaus auch gibt?

00:10:49: also durch die Tradition von Sinfonieorchestern?

00:10:52: Die sagen Als allererstes erwarte ich von meinem Symphonieorchester, dass das eine vernünftige Brugner IV spielt und dann noch den Beethoven III.

00:11:00: Und außerdem ja guten Ravel könnte er auch noch machen.

00:11:03: also die einfach sagen schön und gut Ja aber wo bleibt denn meine alte Klasse?

00:11:09: gibt es diesen Konflikt?

00:11:11: Wie löst ihr den

00:11:12: auf?

00:11:12: Also das Gute ist, dass alles gibt es trotzdem noch beim DSO und darf es auch geben.

00:11:16: Und soll es auch gehen.

00:11:17: Das ist der fantastische Konzertkanon, dem wir wahnsinnig viel zu verdanken haben.

00:11:24: Es geht um die Repertoire-Weiterung.

00:11:27: Das heißt nicht, dass andere Dinge weggestrichen werden.

00:11:29: Ich glaube auch, dass das Publikum, das zum DSO kommt per se ein sehr offenes und neugieriges Publikums ist.

00:11:36: Wer mal bei einem DSO-Konzert gewesen ist sieht, das sind andere Menschen als vielleicht bei den Berliner Philharmonikern trifft und das ist genau richtig so.

00:11:44: Ich frage das bewusst, weil ich glaube ja es könnte die Gefahr bestehen dass man sagt okay ich bin ein Orchester unter vielen in meiner Stadt und meine Trademark bis jetzt war das ja ganz oft moderne Musik neue Musik.

00:11:56: wir sind das Orchester für neue Musik und die anderen sind das große Symphonieorchester.

00:12:03: Die anderen sind das für das große Symphonieorchester.

00:12:05: Und ich bin der, für Composing Wild Black oder ich bin den Frau...

00:12:09: Was ja nicht heißt?

00:12:11: Das Schöne wäre sozusagen wirklich zu machen Marlene was du sagst dass man das auch bei den Berliner Philharmonikern und Achtung sogar in der sächsischen Staatskapelle implantieren könnte.

00:12:21: Man wird

00:12:21: ja noch trauen dürfen!

00:12:22: Und dass das nicht das Nischenprogramm für die zweiten Orchester ist, bohlemisch gesagt.

00:12:27: Das finde ich aber so krass.

00:12:28: sorry nur kurz, weil Composing While Black versus große Symphonik funktioniert ja auch nicht.

00:12:33: Das ist ja auch ein Denkfehler, also es ist ja nicht so als hätten nicht weiße Komponisten nicht große und geile Symphonie geschrieben.

00:12:39: Ja.

00:12:41: Nein das will ich auch gar nicht sagen!

00:12:42: Ich will diesen Diskurs den will ich ja aber ich will ihn sozusagen gleich aus der Nische rausholen weil ich beobachte schon dass das sozusagen immer Marketing Statements Sachen sind mit dem man auch sein Profil schärfen kann.

00:12:56: natürlich Ich stelle gar nicht in den Abritt, das ist total glaubhaft und ich finde es toll was ihr macht.

00:13:01: Aber das ist eine Beobachtung die ich mache.

00:13:03: wie kriege ich dann auch noch den Schritt weiter dass das nicht nur sozusagen einer Leinstellungsmerkmal bleibt?

00:13:09: Ja also am Ende sind es ja sehr individuelle Entscheidungen so etwas zu implementieren und was wir gemacht haben.

00:13:15: wir können ja nur Vorreiter sein und versuchen mit Erfolg auf die Bühne zu bringen und dann hoffen, dass andere Menschen es uns nachmachen.

00:13:26: Und ich habe immer eigentlich das Gefühl, dass wir hier in Berlin ein sehr großes Privileg haben weil wir programmlich in so eine Nische in Anführungsstrichen auch gehen dürfen, weil es hier sieben Orchester gibt und es gibt sehr viele Zielgruppen, die bedient werden können.

00:13:40: ganz anders ist das natürlich in der Fläche.

00:13:44: also das ist völlig klar.

00:13:46: deswegen hab ich schon das Gefühl Es ist ein großes Priviläk hier auch programmieren zu dürfen Und ich glaube, der Städtetropfen höhlt den Stein und irgendjemand muss anfangen.

00:13:55: Ich glaube wir haben damit einfach versucht eine große Trompetenfanfare zu setzen.

00:14:01: Das

00:14:01: ist echt gelungen!

00:14:03: Was ist denn als nächstes?

00:14:04: What's next?

00:14:05: Ja, what's next?

00:14:06: das ist natürlich nach so zwei starken thematischen Saisons gar nicht so einfach muss ich sagen.

00:14:12: Und wir haben nach der Sammlung so viel neuen Materials gedacht.

00:14:16: Wir wollen das jetzt erst mal nachhalten lassen und wie ich schon sagte, nachhaltig implementieren und weiterhin stattfinden lassen.

00:14:23: Wir haben uns jetzt überlegt, wir wollen von der Repräsentation zur Reflexion gehen.

00:14:27: Wir werden das Publikum einladen zu einer kritischen Auseinandersetzung sich selbst also als Handeln des Subjekts dieser Gesellschaft zu verstehen nicht nur als Konsumenten.

00:14:37: Das ist dann auch wieder in dieser feministischen Denke fast so als Synonym für Emanzipatorisch, das heißt also für kritisches Denken zu stehen.

00:14:46: Als aktiver, selbstreflektiver Geist und das sozusagen als Einladung an unser Publikum Long Stories Short.

00:14:54: Unser Saisonmorto heisst

00:14:55: ach

00:14:56: Mensch!

00:14:57: Als Ausruf...

00:14:58: Kleiner ging es nicht,

00:15:00: gell?

00:15:00: Natürlich nicht.

00:15:03: Vielleicht als Seufzer oder als Freudenruf.

00:15:05: ganz unterschiedlich natürlich zu verstehen.

00:15:09: und genau darum soll es auch gehen.

00:15:11: Es soll um die unterschiedlichen Aspekte des Menschseins gehen, weil natürlich auch jeder Mensch aus ganz unterschiedlichen Facetten besteht und wir haben uns die Fragebögen von Max Frisch dafür vorgenommen, die jeweils einen zentralen Denkanstoß bzw als Überschrift über jedes einzelne Konzert dienen sollen.

00:15:29: also pro Konzern gibt es eine Frage und das DSO sozusagen als Plattform für Fragen, um gesellschaftliche Themen aufzuwerfen und Grundsätze zu hinterfragen.

00:15:40: Natürlich auch die großen Themen unserer Zeit wie Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung, Teilhabe, Demokratie.

00:15:46: ganz wichtig ja und da kommt es jetzt nun dazu dass wir Konzerte veranstalten, die programmatisch immer mit den Fragen in Verknüpfung stehen zum Beispiel wären Sie gern Ihre Frau oder wären sie gerne unsterblich?

00:16:03: Oder ist Ihr Vater Ihr Vorbild?

00:16:06: Und ja, das ist die Idee der neuen Saison.

00:16:09: Dialogische Konzerte beim DSO nach Heim, nach Denken... immer eine gute Idee.

00:16:15: Ich glaube, was wir gelernt haben ist... Das gilt ja für alle feministischen Projekte ein Vorbildcharakter und das ist, glaub ich auch, was du gesagt hast in der Einleitung mit Vorbild für viele und man kann sich orientieren.

00:16:28: Man kann sich etwas abgucken und vielen Dank Marlene dass Du und Dein Orchester uns das

00:16:33: vormachen.

00:16:34: Danke, dass Du hier warst!

00:16:36: Vielen dank Marlene Brücken.

00:16:37: Applaus

00:16:41: Wir sind ja hier in dem Raum.

00:16:42: Du

00:16:43: bist da richtig

00:16:43: ein alter DJ, ne?

00:16:44: Da kann ich mir richtig vorstellen!

00:16:46: Jetzt

00:16:47: werde ich nicht los... wir haben einen nächsten Gast Axel den stellst du vor.

00:16:52: Ja er ist der Geschäftsführer der GGMBH Rundfunk und Chöre irgendwas.

00:16:59: aber das heißt halt er uns einverwesten selbst Anselm Rose.

00:17:02: Hallo herzlich willkommen Anseln!

00:17:04: Wie

00:17:04: sagt man das jetzt offiziell?

00:17:06: Also

00:17:07: von What is Rundfunk, Orchester und Chöre GG in BH Berlin.

00:17:12: Das zweite G steht dazu.

00:17:14: Ja okay die ROC.

00:17:16: Wir hatten dich auch schon bei uns im Podcast.

00:17:19: wir haben über die Bedeutung von Orchestern, Chören innerhalb einer Stadtgesellschaft geredet und ich habe es dir nochmal geschickt Hanna den Podcast aufgehört mit einem spannenden Thema was wird dann nicht mehr vertiefen konnten und das war der Gebrauch von

00:17:33: KI

00:17:34: Im Orchester Marketing.

00:17:36: Und hier kommt die Kategorie dazu?

00:17:39: What the fuck happened

00:17:42: to... What The Fuck Happened To The Marketing?

00:17:44: Ansehen!

00:17:45: Erklär uns erstmal, wie macht ihr das eigentlich?

00:17:48: Welche Rolle spielt KI bei euch in der Öffentlichkeitsarbeit und im Marketing?

00:17:53: Also ganz kurz noch erklärt, dass die ROC eben ist eine Holding, die vier Ensembles betreibt.

00:17:58: Das ist das Deutsche Symphonieorchester von dem wir gerade schon gehört haben, das Rundfunksymponier-Orchester Berlin.

00:18:03: Das älteste deutsche Rundfangorchester der Rundvunkor Berlin und der Riaskammerkorre.

00:18:07: Und die ROC GGMBH, Gemeindezige GGBH stellt nun als Holding sicher, dass diese Ensembles ihre Ressourcen zur Verfügung haben, dass sie arbeiten können, dass Sie Musik produzieren können – und machen auch all diese Querschnittsdinge, die sie nicht selber für sich machen.

00:18:20: Dazu zählt natürlich Personal-, Lohn- und Gehalt- und Controllingfinanzen und eben auch der Kartenvertrieb.

00:18:27: Und der Kartenvertrieb ist bisher im Verständnis eines Besuchersurfaces mit viel persönlicher Kundenbetreuung geführt worden, aber wir merken ja auch heute geht es wesentlich online.

00:18:37: So werden heute die Tickets verkauft.

00:18:39: und dann haben wir das mal rausprobiert weil wir im Zuge der Strategie ROC-C-Sechsen-Zwanzig wirklich die komplette Firma von der Musikproduktion bis zum Endkundenerlebnis der Customer Journey haben wir heute wieder gelernt ein voll digitales Erlebnis zu haben, also sprich alle Vorteile den Menschen zur Verfügung zu stellen die da denkbar sind heißt auch wir nutzen diese Technologie um Ticket zu verkaufen.

00:19:01: Also wie geht das?

00:19:02: Heutzutage ist es relativ leicht möglich über Social Media oder eben über die Adressbestände meistens E-Mail Bestände die man sowieso schon hat dem Menschen anzusprechen mit dem was sie interessieren könnte.

00:19:12: Manchmal weiß man das aber gar nicht was die Leute interessiert wenn sie das einem nicht vorher gesagt haben.

00:19:16: aber es gibt mittlerweile Algorithmus-basierte, ich nenne sie immer liebevollen Maschinen.

00:19:21: Also Systeme die im Prinzip...

00:19:25: Sind ja Maschine!

00:19:26: Es sind eigentlich Maschines und die lernen vor allem...

00:19:27: Solange Sie sich nicht menschen, nennt es das

00:19:32: alles gut.

00:19:32: Schatz!

00:19:35: Mein Lieblingsmitarbeiter.

00:19:39: Das ist algorithmus basiert und du kannst zum Beispiel für ein Konzertprojekt bis zu einen tausend Kriterien identifizieren, die irgendwie was mit diesem Projekt zu tun haben.

00:19:47: Da würde vielleicht an den Ort die Uhrzeit, das Wetter, Komponisten was weiß ich denn denken.

00:19:51: Aber es gibt noch wesentlich mehr Kriterien darüber hinaus, die man mit so einem Konzertprojekt und einem Taste-Cluster verbinden kann.

00:19:57: Zum Beispiel?

00:19:59: Völlig abwegegesachen!

00:20:00: Die haben etwas mit dem Kunden zu tun beispielsweise welche Kaufgewohnheiten er im Internet gezeichnet hat weil natürlich die Spure die man ausmacht... Ah, die

00:20:07: Leute sind gläsernüber!

00:20:09: Das

00:20:09: heißt ich habe bei

00:20:09: Amazon ein

00:20:12: feministisches Buch bestellt Und dann wird

00:20:15: ihr das Programm vom DSO vorgestellt

00:20:17: Aber alles von wegen DSO, DSGVO-konform.

00:20:20: Das heißt wenn du dort die Spuren hinterlasten machst bei Amazon dann werden wir das legalerweise beziehen.

00:20:24: diese Infos aber genau darauf läuft es hinaus.

00:20:26: und das heißt wenn wir jetzt zum Konzert ausspielen AI basiert im meinetwegen über Social Media und er ist ja nur bei Facebook Dann wird der Axel da sofort ausgespielt.

00:20:39: das Konzern mit dem Feministenbucker Und diese Maschine lernt auch immer noch dazu, wenn ihr dann zum Beispiel ein Ticket kauft oder vielleicht auch nicht.

00:20:44: Oder an anderen Tags.

00:20:46: Dann lernt die Maschinenorte dazu und solche Systeme implementieren wir jetzt?

00:20:50: Weil das klassische Abonnentmodell in dem Sinne auch in einer Großstadt wie Berlin nicht mehr so richtig gut läuft.

00:20:55: Was kostet denn das?

00:20:56: Das klingt richtig teuer!

00:21:00: Das sind schon ein paar hunderttausend Euro, die wir über eine Zeitspanne von fünf, sechs, sieben Jahren investieren jetzt.

00:21:05: Ist es eine Software oder ist da drin sozusagen die Verträge dann auch mit Amazon?

00:21:09: Wahrscheinlich muss man das ja bezahlen und...

00:21:11: Ja, man kauft ja die Daten ein oder nicht!

00:21:14: Oh, das ist ne gute Frage.

00:21:15: also ... Ja, es gibt Anbieter die haben solche Maschinen sozusagen Angebot und konfigurieren sie dann für eine Institution wie unsere.

00:21:25: Wir gehen aber jetzt noch einen Schritt weiter.

00:21:26: wir haben sowas mal zwei Jahre ausprobiert mit einem fertigen Produkt machen das aber jetzt dass wir uns ein Produkt selber entwickeln.

00:21:32: Das heißt wir haben einen neuen Partner gefunden für ein CRM System.

00:21:36: das ist klassisch

00:21:36: das ist

00:21:37: Kundenbetreuung in dem weitesten Sinne Und mit denen haben wir eine Entwicklungsgemeinschaft gegründet, wo beide Geld reingeben und wir lassen uns diese KI-gestützten Systeme jetzt mal selber entwickeln.

00:21:46: Also richtig so Kastema ist also dass es wirklich passt auf unsere Bedürfnisse unserer Erfordernisse.

00:21:59: Ich frag mich dann natürlich, wenn wir kritisch auch KI hinterfragen.

00:22:02: Was bedeutet das in der Konsequenz eigentlich für ein Orchester?

00:22:06: Also ich kenne plötzlich mein Publikum, ich kende den Geschmack meines Publikums und vielleicht sogar Teil des seines nicht klassischen Musik- Lebens und implementiere das jetzt in mein Programm.

00:22:20: Heißt ja nicht nur ihr bietet das Programm an und sucht die passende Publikum, sondern wahrscheinlich geht es ja auch andersrum dass man sagt hey unser Publikums interessiert sich bei Amazon für keine Ahnung Harry Potter.

00:22:32: also machen wir doch jetzt mal das Harry Potter Film.

00:22:34: Musikkonzert wird einfach mal ganz platt in die Tüte gesprochen.

00:22:38: kann Es dann tatsächlich auch sein dass im Rückfluss die KI die Programme bestimmt?

00:22:44: Theoretisch, ja.

00:22:45: Also der Mensch, der dieses eine Produkt uns vor zwei Jahren angeboten hat mit dem wir auch versuchsweise gearbeitet haben, der hatte sozusagen mehr Anekdotisch gesagt die Maschine lernt dann über den Algorithmus so viel dass sie am Ende die Programmgestalterin ist.

00:22:59: diese Maschine das war natürlich witzig gemeint denn Es ist ein sehr theoretisches Modell.

00:23:05: Wir reden ja über tausend Kriterien von Testlastern, das kannst du gar nicht wiederum im Umkehrschluss auch Programme abbilden, da wirst du ja verrückt!

00:23:11: Aber es geht viel mehr darum zu lernen wenn die menschliche Kreativität der menschlichen Geist und gerade habt ihr schon damit mit Marlene Brücken darüber gesprochen Sozusagen die menschliche Kreativität, den die Programmplanung einfließt.

00:23:23: Diesen dem sind ja nicht zu ersetzen das kann auch das Programm nicht.

00:23:26: und deswegen ist dieser Weg eigentlich die Richtung in die man geht dass man sagt ich habe jetzt hier einen Programm wen da draußen könnte das denn eigentlich interessieren?

00:23:32: Da sind jetzt wie bei Menüe, da sind diese Teile drin und jene Teile Und die KI kann uns sagen Wen da draußen könnten das interessieren?

00:23:40: Ich sag mal so wenn Vladimir Jerovski mit dem RSB eine Shostakovich Symphonie macht dann weiß ich es sind im Prinzip Zehntausend Menschen hier draußen in dieser Stadt Die das irgendwie interessieren könnte Medien nicht erreichen mit der Broschüre oder mit dem Abonnement-Saisonprospekt.

00:23:55: Ich weiß aber, dass ich über diese KI unterstützten Marketingsysteme eben online sehr gut erreichen kann und dann entsprechend auch ansprechen kann.

00:24:02: Das heißt auf die etwas abseitigen Programme, die ja häufig darunter leiden das Menschen nicht kommen oder nicht wissen haben jetzt eine Chance auch Zuschauer zu bekommen.

00:24:10: Aber gleichzeitig was ist denn mit so einem Gedanken wie das Leute auch mal aus ihrer Komfortzone rausgebracht werden von Kunst?

00:24:19: Also So, wir haben jetzt jemand sich bei Amazon für Harry Potter interessiert und gerne im Wald spazieren geht.

00:24:25: Und nebenbei irgendwie zwischendurch fünfmal Wärmepumpe geguggelt hat so vielleicht geht die Person ja in ein Konzert, Abo-Konzert whatever und sitzt dann da und hört halt Ja, ich weiß nicht.

00:24:36: Irgendwas, was sie vielleicht auch irritiert oder wo sie vielleicht vorher nicht wusste, dass sie sich dafür interessiert?

00:24:42: Oder dass ihr das gefällt.

00:24:43: also gerade in einer Zeit, in der ja das Informationsangebot gigantisch ist so leute sich und alles hast du es hat das gestern in ihrer Kino hat ja so schön gesagt sich Leute immer mehr auch in ihre smartphones flüchten ihre welt da rein verlagern usw.

00:24:55: Und sich immer weiter individualisieren Ist das doch eigentlich gegen... Also es führt ja irgendwie nicht wirklich in die richtige.

00:25:04: Wir lernen das aus dem Journalismus, also ist ja die Erfahrung genau die schon.

00:25:07: Also dieses Clickbaiting und was weiß ich?

00:25:09: Wo tatsächlich das Publikum die Inhalte bestimmt und auch die Form wie Inhalts genutzt werden.

00:25:18: Bergzeit Schleswig-Helm zum Beispiel ist ein komplettes Gegenprogramm dazu weil wir sagen wir kuratieren und unsere Stärke ist das Kuratieren Und unser Ort ist der Ort wo ihr hinkommen müsst wenn ihr irgendwie etwas Neues als Inspiration haben wollt.

00:25:33: Also spricht sozusagen KI gegen Kuratoren oder ergänzt sich das auch irgendwo?

00:25:40: KI ist in dem Fall tatsächlich ein reines Marketinginstrument.

00:25:43: Das heißt, die Produkte sind von Menschen gemacht und das wird auch immer so bleiben.

00:25:46: Allein die Kombinationen von einzelnen Programmpunkten im Konzertprogramm sind menschengemacht und so wird es auch bleiben.

00:25:51: denn um diese Attraktivität aus sich zu stellen können wir da gar keinen anderen Weg gehen sondern wir konfrontieren die Menschen im Prinzip mit Programmauswahlen die neu sind, die aufregend sind wenn gleich sie manchmal auch ganz klassische Programme enthalten.

00:26:04: nicht neulich hat Vladimir Jerovsky zum Beispiel zu bleiben Brahms mit Wagner konfrontiert klingt jetzt nicht so mega spannend konventionelle Ware, wenn man so will.

00:26:11: Aber die Kombination hat es dann auch gebracht tatsächlich einen Effekt zu erzielen, dass das Hörverhalten der Menschen einer Weise umgekrempelt hat.

00:26:19: Habt ihr aus den ersten Jahren schon Zahlen, dass man sagen kann, das hat neues Publikum gebracht?

00:26:23: Ihr habt sozusagen ein Outreach auf andere Art geschafft?

00:26:26: Auf jeden Fall hat es unsere Ticketverkäufe erhöht.

00:26:28: Wir sind jetzt im letzten Jahr zwei, zweifünfundzwanzig sind wir bei mittlerweile dreihundertsiebzig tausend Menschen die in der Stadt zu uns kommen und wir sind über den vorpandemischen Besucherzahlen also die Effekte jetzt reimer die rein numerischen Effekten auf die Zahl der Zuhörerinnen und Zuhörer die kommt.

00:26:42: das hat sich tatsächlich erhöht.

00:26:44: Ich bin noch ein bisschen, ja ich denke gerade in ganz viele unterschiedliche Richtungen tatsächlich.

00:26:49: Also vor allem was das Abholen der Leute angeht und auf welchem Fuß erwischt man sie?

00:26:55: Und wo führt es dann am Ende in der Konsequenz nachher hin?

00:26:59: also jetzt grade ist es so dass die Leute die Marketing machen das sind immer noch Personen die sich jetzt auf einmal mit Sachen auseinandersetzen müssen die eine KI ihnen vorliegt

00:27:08: usw.,

00:27:09: verliert sich da nicht auch Ein Profil.

00:27:12: Aber ich glaube, es geht beides tatsächlich.

00:27:13: Also ich glaube da dürfen wir auch nicht nur pessimistisch sein.

00:27:16: also wenn KI draufsteht kommt ja nicht immer Blödsinn raus.

00:27:19: Die Frage ist

00:27:20: ja der Umgang.

00:27:20: Man kann das ja auch tatsächlich nutzen.

00:27:22: noch mal umso bedeutsamer wird ja das Kuratierte und das Handwerkliche und vielleicht auch die Musik eben.

00:27:28: aber deswegen

00:27:29: drin ja auch behaupten Ja

00:27:30: ich glaube wir müssen tatsächlich dass auf diesen Ausschnitt fokussiert wissen.

00:27:35: Live-Konzerte, die wir als Rundfunk Ensemble zu immer noch spielen sind immer noch soziale Akte.

00:27:40: Soziale Interaktionen und das Zusammenkommen ist echt analog!

00:27:43: Und ich habe es neulich mal auf einer Konferenz gesagt, wir sind die The Welcome Center der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

00:27:51: Das heißt hier kommen Menschen zusammen und wollen das auch in der Art erleben und diese Menschen sind Menschen so muss man sie abholen und mitnehmen und ganz viel unserer Arbeit ist ja auch zutiefst menschlich Insofern Sie sozusagen von auf Menschen zugeschnitten ist normalerweise nicht so den Weg in den Konzertsaal finden wie zum Beispiel die ganze Musikvermittlungsprogramme an die wir dieser Stadt anbieten Konzerte für alle.

00:28:12: Das ist zutiefst analog und zu tief menschlich, sowohl in dem was man da konzipiert wie es auch am Ende durchgeführt wird.

00:28:20: Bei den Großkonzerten in Philharmonien Konzerthaus mit der eher klassischen symfonischen Programmierung dass man dort natürlich Werkzeuge einsetzt, die den Publikums zuspruch und Ergo muss man auch sagen.

00:28:30: Die Zuschauer zahlen und auch die Einnahmen erhöhen.

00:28:33: das ist ein Ausschnitt des Ganzen.

00:28:34: der darf aber nicht darüber entwegtäuschen dass das Geschäft was wir betreiben das Kerngeschäft sozusagen ein zu tiefst analoges und ja humanes bis humanistisches geschäft ist.

00:28:44: Es gibt ja viele Statistiken, die sagen es ist ein großes Problem vor dem viele Orchester und Opernhäuser stehen.

00:28:52: Sie machen ein großes Programm.

00:28:54: Die Leute fühlen sich davon nicht angesprochen.

00:28:56: Es steht irgendwie Brahms drauf.

00:28:58: Leute lesen dieses Wort und denken sich... Hä?

00:29:04: Gefällt mir das, mag ich das vielleicht nicht.

00:29:07: Was bedeutet denn also wenn jetzt ein Orchester Werbung macht mit so Schlagworten wie exzellente Interpretation oder so... Am Ende ist es inhaltsleer.

00:29:15: Also das könnte ja jetzt denke ich gerade so.

00:29:18: die Maschine hier hat die ganze Zeit gearbeitet.

00:29:20: Mein Kopf könnte auch dazu führen sozusagen die KI nimmt dann im Grunde diesen Übersetzungsprozess ab Die kombiniert A, B mit C und D. Und denkt Na ja, Harry Potter für Musik John Williams.

00:29:37: Wärme pumpen?

00:29:38: Ich weiß nicht warum ich immer den wärme pumpe.

00:29:40: Genau sozusagen dass die KI diesen Weg überbrückt aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt denn das hilft ja nicht darüber hinweg, dass trotzdem die Ansprache des Publikums sich als ganzes verändern muss oder nicht?

00:29:55: Oder was denkst du?

00:29:55: Absolut, also das Wärmepumpenkonzert.

00:29:59: Das wird eine ganz spannende Angelegenheit!

00:30:00: Ich glaube dass man sich wenn man KI nutzt für solche Zwecke auch aber ganz grundsätzlich in der Sprache komplett verändern muss.

00:30:06: Also diese Sprache die du gerade zitiert hast, das exzellente Orchester und das exzelne Programm sind Begrifflichkeiten mit denen die normalsterblichen Menschen dieser Zeit nicht mehr so richtig klarkommen.

00:30:15: Bei Facebook funktioniert es super glaub

00:30:17: ich.

00:30:17: Ja ich sag

00:30:17: mal jetzt

00:30:19: nur so Ü-fünfzig Menschen unterwegs wie wir.

00:30:23: nicht mehr, sondern auch diese Kriterien die eine AI-generierte Maschine sozusagen für Marketingzwecke verwendet müssen ja Kriterie sein, die umsetzbar sind.

00:30:30: Und so hohle Worte wie jetzt Exzellent und ähnliches das funktioniert dann nicht in dem Fall?

00:30:34: Ich würde noch eine letzte Frage um das Thema sozusagen abzurunden ist bei mir noch offen und zwar interessant wenn ihr sagt ihr programmiert jetzt selbst und ihr macht jetzt ein eigenes Programm nachdem ihr auf Dienstleister zurückgerufen hat.

00:30:47: Das finde ich interessant dass plötzlich Orchester Haas und Kokages, tatsächlich auch zu Programmier-Silicon Valley Institutionen werden.

00:31:01: Das heißt ein Orchester das seine eigene KI programmiert.

00:31:06: Das ist ja wahrscheinlich auch nicht so oft?

00:31:09: Nein, das ist überhaupt nicht oft und das ist tatsächlich ein Teil dieser ROC Spezifiker der GGMH.

00:31:15: da sind vier Gesellschaft darin die diese Hohling tragen Deutschlandradio Die Bundesrepublik Deutschland, das Land Berlin oder RBB.

00:31:22: Und das Ganze ist sozusagen eine moderne Unternehmung, bei der ich angetreten bin um eben auch gewisse strategische Dinge die für die Zukunft relevante noch umsetzen zu können.

00:31:30: Die vier Gesellschafter stellen uns den ROC gesondert Mittel zur Verfügung um jetzt über ein Zeitraum von sechs bis sieben Jahren gezielt in Menschen und Maschinen zu investieren.

00:31:38: Das heißt Menschen auszubilden Sie mitzunehmen die bei uns sind auch neue einzustellen und in die Maschine zu investierten die uns dann langfristig dem besagten Erfolg

00:31:45: bringen.

00:31:45: Und Ziel ist das Programm am Ende zu verkaufen?

00:31:49: Oh ja.

00:31:49: Kunst als Ware?

00:31:51: Ja, tatsächlich auch!

00:31:52: Das ist so ähnlich wie mit unseren sehr erfolgreichen Musikvermittlungsformaten, wie Symphonic Mob oder Ähnlichem dass wir das lizenzieren weil das andere in Deutschland und Europa mittlerweile nachmachen wollen und auch weil das ist nicht

00:32:04: weh ihnen ein funktionierendes Outreach-Programm zu kopieren.

00:32:08: Wir packen

00:32:08: da aber takt und taktlos auf keinen Fall.

00:32:11: Takt und taktes Vermarktung ist dann natürlich anhaftend.

00:32:15: ich würde sagen Hanna wir haben jetzt wahnsinnig viel zum Denken.

00:32:18: Dank Gehirn Rathart noch,

00:32:20: meinst

00:32:20: auch.

00:32:20: Wir rattern immer in unterschiedliche Richtungen.

00:32:23: das ist auch schön und wir können es ja vielleicht unserem zweier Podcast irgendwann nochmal komplett ohne Sachkenntnis.

00:32:31: Wie üblich

00:32:33: Axel!

00:32:35: Lieber Anselm Rose vielen herzlichen Dank dass du da warst.

00:32:38: Danke schön.

00:32:39: Applaus

00:32:39: für andere.

00:32:42: Und jetzt stecken wir die Nase noch tiefer in die Möglichkeiten struktureller Veränderungen bei etablierten lang gewachsenen riesigen Organisationen und zwar mit einem Fokus auf die Musikhochschulen.

00:32:51: Unsere nächste Gästin ist nämlich nicht nur Professorin, sondern Rektorin der Hochschule für Musik Hans-Eisler Berlin und ab diesem Jahr Herbst dieses Jahre Vorsitzende der rektoren Konferenz, rektorinnenkonferenz der deutschen Musikhochschulen.

00:33:05: Andrea Trova hat hier beim Deutschen Orchester-Tag eine, wie ich finde sehr aufrittelnde Keynote gehalten über die Notwendigkeit dass Kulturinstitutionen vielfältiger werden müssen um aus dieser Vielfalt wie aus einem Motor für Veränderung Gemeinschaft erzeugen zu können.

00:33:21: Auf diesem Weg könnten Kulturinstitucionen ihren Platz in der Gesellschaft neu behaupten.

00:33:26: so statt um Anerkennungen zu betteln wie du es gesagt hast wie das halt momentan noch häufig der Fall ist also eigentlich Kulturinstitutionen müssten aufhören, Zielgruppen zu adressieren um Räume mit Menschen zu öffnen statt für sie und so weiter.

00:33:41: Aber Andrea du sagst das jetzt alles selber was dich mit Blick auf Strukturveränderungen interessiert.

00:33:46: schön dass du hier bist.

00:33:47: Herzlich willkommen!

00:33:48: Und deine Kategorie ist diese

00:33:51: Tagwechsel.

00:33:56: Tagwechsel ich lege direkt los.

00:34:02: Ich war relativ neu im Amt gewählt als Rektorin meiner Hochschule, an der ich seit Jahrzehnt zwölf Professoren bin eigentlich für Musikvermittlung und Managementthemen.

00:34:10: Und gefühlt immer ein By-Boot an einem Tanker, der relativ träge ist, der stark traditionsverhaftet agiert sich selbst versteht.

00:34:23: Und ich bin dann als Prorektorin für Digitalisierung dann eingestiegen ins Geschäft, ins Führungsgeschäft und habe da Möglichkeiten gesehen doch etwas zu bewegen.

00:34:37: Meine Hochschule mit der ich mich auch sehr verbunden fühle zum modernisieren und Dinge in Frage zu stellen, Bewegung zu bringen.

00:34:45: Dann zu meiner eigenen Überraschung fast bin ich dann zur Rektorin gewählt worden, weil ich glaube vielleicht tatsächlich etwas anderes repräsentiere.

00:34:57: Und da hat mir Corona geholfen was uns ja alle ins Stolpern gebracht hat.

00:35:01: apropos Taktwechsel ist es gelungen und als Gemeinschaft anders wahrzunehmen, anders kennenzulernen, anders miteinander zu sprechen, Vertrauen aufzubauen andere in anderer Form Dialoge zu führen.

00:35:18: Und ich glaube das hat dazu geführt dass man mir dieses Amt anvertraut hat im wahrsten Sinne und damit hat die Hochschule jetzt auch jemanden an der Spitze die das auch anders lebt.

00:35:34: Wunderbar, weil ich war ja kurz im Amt da ging es ja los hier im Land Berlin mit den Kürzungen.

00:35:40: wir hatten gerade einen Hoschevertrag und hat zeichnet für vier Jahre der uns nach Jahren endlich mal einen Aufwuchs an Mitteln zugesichert hatte zack.

00:35:50: aus der Zeitung haben wir erfahren ne doch nicht und von daher sind wir schon wieder ins Stolpern geraten.

00:35:58: Wir sind aber dadurch in einen echt richtig guten Prozess gekommen.

00:36:04: Krise als Chance, ich sage es immer wieder gerne!

00:36:06: Aber tatsächlich macht es ja möglich doch die Dinge noch mal anders zu hinterfragen und das Stolpern hilft doch nochmal ganz bewusst ins Gehen zu kommen, in der Balance zu kommen.

00:36:18: Du willst was fragen?

00:36:19: Ja, wir haben's eben schon mit Marlene debattiert... Wie es eigentlich ist, wenn man Innovation oder neue Gedanken irgendwo implementieren will.

00:36:27: Ansem hat uns eben schon erzählt wie jetzt ein großen Betrieb funktioniert?

00:36:31: Wie ist das in der Hochschule?

00:36:32: also wir hatten Podcast mit Lydia Grünen ihrer Kollegin aus München die gesagt hat mein ich trete an weil ich nicht die Musikerinnen und Musiker für morgen ausbilden will sondern weil eigentlich unsere Studierenden Die Musiklandschaft von Morgen schon an der Hoch Schule prägen sollen.

00:36:48: so Alles schön gesagt, finden wir auch alle super.

00:36:52: Aber die Realität ist natürlich dass da ganz viele Dozentinnen und Dozenten sind, die diesen Schritt in Innovation gar nicht nachvollziehen können weil sie ihr Instrument spielen seit sie vier Jahre alt sind, weil Sie eine Karriere gemacht haben, weil sie gerne weitergeben wollen was sie gelernt haben und weil sie überhaupt keine Notwendigkeit darin sehen das sich ein Musikbetrieb wandeln muss während draußen gerade die ganze Welt zusammen bricht.

00:37:13: Ist es eine Erfahrung die Sie auch haben?

00:37:15: Dass Sie mit einer tollen Idee kommen und merken nicht mal die Studierenden sind das Problem, sondern eigentlich ihre Dozierenden.

00:37:25: Also die Probleme sind auf allen Ebenen...

00:37:29: Sie wollen ja sagen!

00:37:34: Es ist noch nicht mal eine Generationsfrage, ehrlich gesagt.

00:37:36: Also es ist eher eine Sozialisationsfrage auch eine Kulturfrage.

00:37:41: Auch das ist eine Herausforderung mit der wir konfrontiert sind als Hochschul.

00:37:44: Wir haben jetzt speziell die Hochschule für Musikant Eisler Die wir ja nur die künstlerische Ausbildung haben also keine pädagogischen Anteile.

00:37:51: Wir haben einen internationalisierungsgrad von seventy zwei Prozent.

00:37:55: Das ist irre viel dass heißt sie kommen aus allen Ecken und Kanten der Welt Bildungssysteme sozialisiert.

00:38:04: Das heißt, Sie haben häufig keine Erfahrung von einem sich hier vollziehenden Kulturwandel was Konzertwesen betrifft wie die Aufführungskultur sich verändert.

00:38:18: das heißt sie kommen ja rein und haben sich natürlich erst mal auch nur entschieden ein Instrument bis zur Perfektion lernen zu wollen und sind angedockt an ihren Hauptfachlehrenden.

00:38:28: Das ist ja wie so eine Nadelschnur, so eine Abhängigkeit.

00:38:31: Man wird genährt und man sucht es auch.

00:38:35: Es ist dann die Aufgabe von Hochschule glaube ich das Umfeld zu bauen, zu kreieren mit vielen Anregungen drum herum.

00:38:46: der Kern, der Ausbildung und hier ist es wirklich eine Ausbildung sich ausdehnt zu einer Bildung.

00:38:51: Nämlich wirklich wo Anreicherungen von Wissen, Erfahrung Konfrontation mit neuem das war eben wie mit KI Musik nicht nur im bequemen Bett sondern auch mit aufstören konfrontativen neuen Erfahrungen die sie machen müssen weil wir jetzt im Sprech kuratieren in die Bildung.

00:39:11: Wie machen Sie das konkret?

00:39:12: Also, sie holen Leute von außen rein.

00:39:14: Sie zwingen die Menschen auch mal Bücher zu lesen und Zeitungen zu lesend und erklären den Leuten auch da draußen ist nicht mehr automatisch jedes Konzert ausverkauft und unsere staatlichen Unterstützung sind vielleicht auch nicht mehr sicher.

00:39:25: Erklären Sie denen das oder...

00:39:28: Ja!

00:39:28: Absolut.

00:39:29: Also tatsächlich und nicht erst seit kurzem, sondern dafür ist meine Professur eigentlich geschaffen worden an meiner Hochschule zunächst als Beiboot um wirklich diese Fragestellung ins System reinzubringen mit allen Abwehrkräften und Widerständen.

00:39:46: das hat sich aber doch im Laufe der Zeit ins System geträufelt und das hat auch was damit zu tun auch mit einem gewachsenen Vertrauen auch dass selbst Kollegen die vielleicht hoch schon noch als eine Insel der Weltflucht begreifen wollen, dass denen keine Ausschlüchte mehr bleiben.

00:40:05: Denn das ist vielleicht auch meinem Führungsstil geschuldet, dass ich das Gespräch suche.

00:40:11: Ich will ja wissen wie Sie das sehen und für was sie genau ausbilden ob sie jetzt wirklich ausbilden oder auch meinen, ihren Studierenden auch andere Dinge noch mitgeben zu wollen und ihnen auch Raum für eigene Entwicklungen zu geben.

00:40:28: Und

00:40:28: was kommt dabei raus?

00:40:29: Also was erzählen die dir?

00:40:30: Das ist total unterschiedlich!

00:40:32: Manche sagen, mein Job hier Ich meine Studierende Unterbringe.

00:40:39: Otto letzte Woche bei einer Konferenz, das macht mir schlaflose Nächte sagte der Kollege ich fühle eine totale Verantwortung dass ich sie fit mache Dass Sie das wofür sie brennen was ihre Leidenschaft ist die des Instrument und die Musik auf die allerbeste Art performen können dass sie dann in so einem Orchester sitzen können.

00:40:59: So andere sagen Das ist das Eine das Andere Und das schließt sich eben nicht aus, sondern ergänzt sich.

00:41:05: Wir müssen unbedingt auch unsere Studierenden mit Aspekten wie Improvisation vertraut machen weil auch solche Modelle wie das Stickreiforchester oder nun auch ein Teil von der Kulturlandschaft geworden sind die auch ihre Berechtigung haben und sozusagen auch damit dass alte Muster von Exzellenz nochmal anders beleuchtet.

00:41:29: also Das heißt, Exzellenz bedeutet in dem Zusammenhang einfach schon längst nicht mehr künstlerische Perfektion auf den Instrument.

00:41:36: Naja darüber diskutieren wir ja nicht wahr?

00:41:38: Also das ist tatsächlich etwas was wir auch innerhalb des Strukturprozesses auch wenn wir uns jetzt die Curricula angucken genauso diskutieren.

00:41:45: wie viel Zeit brauchen die Studierenden mit ihrem Instrument zum üben?

00:41:49: Wie viel brauchen sie damit Sie entsprechend inspiriert werden durch andere Projekte.

00:41:56: An Zeit, an Einflüssen von außen?

00:41:59: mit welchen Kooperationen können wir das einlösen?

00:42:01: Das ist natürlich ein Ringen eine Deutungshoheit was Exzellenz ist und wie sich das im Studium ausprägt.

00:42:09: Das nutze ich weil diese Diskussion tatsächlich hat mir mit Lydia Grünen genauso.

00:42:12: die sagt da klar wenn ich irgendwo etwas wegnehme für wie baue ich mein eigenes Programm zusammen Mit einer halben Stelle, selbst noch mit der anderen Hälfte meiner Zeit irgendwas kuratieren.

00:42:23: Was mich begeistert, nehme ich das natürlich weg.

00:42:26: beim Ätypenüben ist ja Logo und... Merke ich das als Zuhörerin, merke ich es als zuhörer oder nicht.

00:42:34: Reicht mir das als Künstlerinnen und Künstlern?

00:42:35: Oder ist die eine Frage?

00:42:36: aber was wir in München glaube auch gesehen haben oder sehen ist dass es tatsächlich immer mehr Studierende gibt für die auch und das ist vielleicht für den Deutschen Orchester Tag ganz interessant Für die es gar nicht mehr erstrebenswert ist zu sagen Ich habe ne hundert Prozent Stelle in einem Orchester Und sitze in Detmold und spiele.

00:42:53: zweite Geige Kann nice sein ist eigentlich gar nicht mehr wofür ich unbedingt antrete, sondern ich möchte gerne abgesichert sein mit einer halben Stelle und eine andere halbe Stelle möchte ich gerne Mucke machen.

00:43:06: Absolut so!

00:43:06: Genau das sind die Studierenden, die wir mehr und mehr sehen in unseren Hochschulen, die tatsächlich eigene Ideen und Vorstellungen haben Lust am gestalten und tatsächlich auch sich nicht aus der Verantwortung ziehen wollen, was das Künstlerische betrifft.

00:43:23: Und dementsprechend Orchester.

00:43:25: fast wirklich zu eng ist dieser Kosmos, der ja sehr hierarchisch strukturiert ist und wo man sozusagen die künstlerischen Identität ja nicht unbedingt so ausleben kann.

00:43:35: Wenn man selbst und selbst wenn man Berliner Philharmoniker fragt, ist es zwar beglückend in einem tollen Kollektiv zu arbeiten haben gleich, heißt es immer die eigene Identität in den Dienst des Kollektivs zu stellen und sich mit eigenem Bedürfnissen auch anzupassen.

00:43:55: Wir sind mit einer Generation konfrontiert und das feiere ich sehr, die echt noch mal andere Fragen stellt und auch an solche hierarchische Strukturen wie eines Orchesteres, die mehr wollen, drücken wollen und die auch befragen, ob ein Orchester wirklich genauso funktionieren muss wie wir es traditionsreich leben.

00:44:16: Und was passiert wenn sie dann in die Orkester kommen?

00:44:19: Das war jetzt ja gestern auch in der Diskussionsrunde auch irgendwie ein interessanter Punkt.

00:44:22: also... Verkümmern die da?

00:44:26: Ich mache mal vielleicht ein anderes Beispiel, weil ich unlängst ein Gespräch hatte mit einem Opernsänger der bei uns studiert hatte und der dann auch irgendwann eine feste Stelle sogar in einem Opernaussemble hatte.

00:44:36: Und wir sprachen unlängst miteinander und er meinte Andrea ehrlich, ich bin froh damals weiß ich noch erstes Semester, da hast du ja schon gesagt Musik machen oder ein Studium zu machen ist was anderes als die Berufsrealität Wenn du Opengsang machst, selbst wenn du feste Stelle hast.

00:44:57: Das ist eine Lebensform für die man sich entscheidet.

00:45:00: das muss man wollen und dann ist es einfach auch eine gewisse Routine und ein gewissen Tonus eine hierarchische Struktur in der man sich einfügen muss.

00:45:08: dass ist begrenzt was da geht.

00:45:10: er meinte er hätte sich jetzt entschieden diese feste stelle zu kündigen Und eine Patchwork-Existenz zu pflegen und tatsächlich auch ein eigenes Festival zu gründen, als Solist.

00:45:25: Ich konnte ihm nur gratulieren... ihn empauern, dass es ja auch möglich ist.

00:45:30: Das ist ja das Tolle!

00:45:31: Es geht ja noch so wenn wir die Förderprogramme und Förderlogiken weiter noch haben – und das ist natürlich die große Diskussion, die wir noch haben.

00:45:39: Ich glaube zum Abschluss dieses wirklich vielfältigen Podcasts stellt sich denn automatisch die Frage wie sieht dann diese Zukunft aus?

00:45:47: Wir erleben eine Erosion was öffentliche Mittel betrifft und auch die öffentliche Akzeptanz von klassischer Musik.

00:45:56: Wir erleben innerhalb der Klassikwelt Eruptionen, was die Frage nach künstlerischer Entfaltung betrifgt.

00:46:05: ist dieses System in der Größe, in der wir es haben, dieses Orchester-System in Deutschland und vielleicht auch das Opernhaussystem oder Ensemblesystem starheit in der wir es vorfinden überhaupt noch ein zukunftsmodell?

00:46:25: wenn ich eine glaskugel hätte aber sagen wir so ich habe ja keine angst vor veränderung genau es ist.

00:46:36: wenn wir daran festhalten an etwas was tatsächlich nicht diese Resonanz hat, die wir uns versprechen.

00:46:43: Dann sollten wir uns darüber verständigen und auch den Weg machen und in den Dialog treten wie wir miteinander hier eine tolle Kunstmusik ein lebhaftes vielfältiges Kulturleben haben.

00:46:57: Den

00:46:57: Wandel lieber selber gestalten als verwandelt zu

00:46:59: werden.

00:47:00: Nicht warten aktiv werden, Optionen entwickeln rausgehen das ist das Credo

00:47:07: Amen.

00:47:09: Wir sind hier in einem sehr katholischen Zentrum, überall hängt Jesus.

00:47:13: Die

00:47:13: werden es nicht machen wie ihre Vorgängerinnen und das sozusagen als Kultursinnatoren voranschieben oder?

00:47:19: Oh

00:47:20: my!

00:47:21: Hast du mein Gehirn schon

00:47:25: gemacht?

00:47:25: Ich hätte gedacht zu deiner

00:47:26: eigenen Überraschung finde ich so.

00:47:27: Wie unattraktiv ist die Stelle im deutschen Kulturleben gerade?

00:47:30: Dass diese Aufgabe jetzt im Finanzenator ausgerechnet angvertraut wurde, lässt Fragen.

00:47:40: Danke, dass du hier warst.

00:47:41: Vielen Dank an alle Gästeinnen, die heute bei uns waren.

00:47:46: Marlene, Anselm und Andrea.

00:47:48: Das war eine sehr spannende Runde.

00:47:52: Damit stießen wir diese Folge

00:47:55: vom...

00:47:57: Und wir sehen nächstes Jahr, wenn es den Deutschen Orchester-Tag gibt wird vielleicht gar nicht mehr so das Orchester geben wie jetzt.

00:48:02: Wir haben alle Revolutionen besprochen schon also wir sind neugierig was passiert.

00:48:07: Who knows?

00:48:07: Hannah!

00:48:08: Wir hören uns bald wieder.

00:48:09: Die Leute da draußen haltet die

00:48:11: Ohrenstift.

00:48:11: Ciao ciao!

00:48:31: Sprecherin Nicola Schubert.

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