Takt & taktlos: Performatives Gähnen?
Shownotes
Es geht hoch her dieses mal zwischen Hannah und Axel. Ihre Debatte kreist besonders um das Provokationspotenzial von Florentina Holzinger. Schockiert sie? Will sie überhaupt schockieren? Warum regen sich alle auf? Axel kritisiert Holzingers Ästhetik, die durch Nacktheit, Blut und religiöse Motive geprägt ist, als redundant und langweilig. Hannah verteidigt Holzingers feministischen und emanzipatorischen Ansatz. Es gehe darum, den weiblichen Körper sowie nicht-normschöne Körper dem »Male Gaze« zu entziehen. Ist Axel nur ein bequemer »performativer Gähner«? Ein weiteres Thema: Der Hierarchische-Konflikt zwischen Generalmusikdirektoren (und Intendanten. Wird die künstlerisch-musikalische Arbeit durch administrative Aufgaben entwertet? Eine Debatte auch für Salzburg: Wie wäre es hier in Zukunft mit fluiden Führungsstrukturen und Verantwortung, die auf mehreren Schultern verteilen wird? Und dann geht es noch um die Eindrücke der beiden Hosts vom Deutschen Orchestertag – und um die Idee eines »Tutti-Fonds« – ein solidarisches Modell zur gegenseitigen Unterstützung der Orchester bei Mittelkürzungen. Für Hannah eine notwendige »Bandenbildung«, für Axel eine »Vollkaskomentalität«. Es geht hoch her.
Transkript anzeigen
00:00:03: Takt und taktlos.
00:00:05: Ein Podcast von Hannah Schmidt und Axel Brüggemann.
00:00:11: Einen wunderschönen guten Tag euch allen da draußen!
00:00:14: Wir melden uns heute mit einer ganz besonderen Sendung, denn wir sehen Wofür gibt's dein Podcast, damit man sich nicht sehen
00:00:26: muss?
00:00:27: Damit man sich nur hört.
00:00:28: Genau!
00:00:29: Aber wir stehen physisch voreinander... Ich ertrag
00:00:32: dich auch
00:00:32: noch ein bisschen für die nächsten zwanzig Minuten.
00:00:35: Also herzlich willkommen auf jeden Fall vom Deutschen Orchester-Tag in Berlin wo wir die letzten zwei Tage geweilt haben uns durch unterschiedliche Colloquien, Workshops und Vorträge gefressen haben wie die Raupendimazat.
00:00:51: Davon berichten wir euch ein bisschen wollen darüber reden, ob Nacktheit aller Florentiner Holzinger und Milo Rau überhaupt noch provokant ist.
00:01:02: Und wir werden über einige Pläne reden die Orchester haben um langfristig zu überstehen und mal sehen was es noch so gibt.
00:01:10: So machen wir's!
00:01:11: Die erste Kategorie ist auch jetzt schon direkt diese.
00:01:18: Ich muss nämlich sagen, dass mir doch einige Dinge die hier beim Deutschen Orchester-Tag passiert sind und diskutiert wurden irgendwie noch ganz schön in der Birne herumwandern.
00:01:26: Ich würde dich daran gerne teilhaben lassen, nämlich vor allem die große Frage.
00:01:31: Die Tür ist offen herein, herzlich willkommen in meinem Gehirn!
00:01:35: Die große Frage wie und wo sich Kulturinstitutionen spezifisch Orchester heute im kulturpolitischen und gesellschaftlichen Gefüge verorten?
00:01:41: Das Motto ist ja Träumen weiter
00:01:43: usw.,
00:01:44: aber hier jetzt eben mit Blick auf eine Gesellschaft, die sicher gerade in einem Dämmerzustand befindet – das hat die Autorin und Journalistin Alice Hasters in ihrer Kino so schön gesagt – bei dem man noch nicht sagen kann kommt als nächstes die Nacht oder ein neuer Morgen, aber indem sich eben die Vermutung abzeichnet dass diese Dämmerungen der Vorbote eines neuen Faschismus sein könnte.
00:02:05: Also was machen Kulturinstitutionen in dieser Zeit?
00:02:07: In der die AfD jetzt laut Deutschlandrennt ist wir ja vor ein paar Tagen veröffentlicht worden.
00:02:11: ich glaube drei Prozent vor der CDU liegt bei sieben zwanzig Prozent.
00:02:15: eine AfD für die Kunst und Kultur die Funktion einer der völkischen Erziehungsanstalt übernehmen sollen und die anscheinend auch immer wehrloser wird, je mehr die Ur-Regierung jetzt schon die Mittelwett kürzt.
00:02:28: Also eine Kultur, die in diesem Kontext sich bewegt.
00:02:32: Ja, wo Kultur tatsächlich
00:02:33: eine Rolle spielt?
00:02:34: Das ist ja das Interessante.
00:02:35: Natürlich!
00:02:36: Die AfD, genauso wie sie TikTok fast alleine bespielt, bespielt auch das Thema Kulturfast allein.
00:02:42: während andere Parteien des vernachlässigen etabliert sie auf dem Fundament von Kultur.
00:02:47: grad hat Matthias Mosdorff ehemaliger Cellist beim Leipziger Streichquartett, AfD-Politiker im Bundestag ein Buch rausgebracht.
00:02:56: Ich sage gar nicht, wie das heißt.
00:02:58: Es hat jedenfalls was mit Recht und Kultur zu tun.
00:03:00: Und man sieht darin, dass Kultur nicht nur irgendein Schickey-Micky-Ding für die ist sondern es tatsächlich Fundament einer rechten Politik.
00:03:10: Also das ist auch eine Lehrstelle.
00:03:11: Voll!
00:03:11: Und da finde ich eben wirklich superspannend, was Alice Hastas zu diesem Zusammenhang gesagt hat sozusagen.
00:03:18: Sie sagt einerseits ob jetzt Orchester dezidiert politisches oder unpolitisches Programm machen, es muss so oder so politisch begründet werden weil den Hahn droht zuzudrehen.
00:03:28: und selbst diejenigen, die sagen sie wollen jetzt nur noch Beethoven in Ruhe spielen werden genau das politisch begründen müssen.
00:03:33: Und das eben fand ich halt total spannend.
00:03:36: Sie sagt Orchester sollen sich auf keinen Fall zur Nostalgie instrumentalisieren lassen weil Nostalgie als Imagination extrem wichtig ist für rechte Bewegungen träumen, dass stark und heldenhaft und genialisch war.
00:03:53: Und die explizit den Orkestern unter den Kulturinstitutionen, Institutionen der klassischen Musik diese Aufgabe zuweisen werden.
00:04:01: Also das Orchester eben der Nostalgie dienen dieser Wiederauflebung einer Vergangenheit wie sie nie war und zwar anstatt die Gegenwart zu erkennen und zu reflektieren, wie sie ist.
00:04:13: Und da passt das ja rein?
00:04:16: Ja, Jain würde ich sagen.
00:04:18: Meine Rolle ist auch ein bisschen dir dazu widersprechen, musst du ertragen weil ich glaube tatsächlich geht es ja auch um eine Deutungshoheit.
00:04:26: also ich glaube nicht jeder der Weiß nicht, Brucknervier spielt ist damit Vorfeld eines rechten Kulturbetriebs.
00:04:33: Nein das habe ich nicht gesagt es geht um Nostalgie?
00:04:35: Ja ich glaube Nostalgie ist natürlich immer auch in der klassischen Musik angelegt.
00:04:40: also klassische Musik ist ja immer eine Auseinandersetzung mit dem vergangenen in der Gegenwart.
00:04:45: Also im Gegensatz zur Kunst wo uns die Mona Lisa dauernd gleich anlächelt, müssen wir in der Musik ja diese nicht hörbare Partitur immer wieder in die Gegenwart bringen.
00:04:56: Das heißt, wir haben sozusagen immer ein Gegenwartsbezug, der aber eben einen Bezug auf die Vergangenheit hat und
00:05:02: damit... Genau!
00:05:03: Aber das ist nicht nostalgisch?
00:05:04: Nein, genau!
00:05:04: Und jetzt ist die Frage wie interpretieren wir die Verganganheit?
00:05:07: Ja und da glaube ich als Historiker ist es genauso verrät das Schreiben mehr über die Zeit, in der ein historisches Buch geschrieben wurde als die Zeit über die es geschrieben wurde.
00:05:21: Also mit anderen Worten Es verrät mehr über unsere Zeit wie wir heute Beethoven spielen als über Beethovenszeit.
00:05:31: und das ist glaube ich die Grundfrage die wir anstellen müssen und akzeptieren müssen oder überhaupt sagen müssen Wir haben den großen Reichtum an Geschichte in der Musik und können ihn immer wieder ins Heute übersetzen.
00:05:46: Und die Frage ist, wie gehen wir damit oben?
00:05:49: Das ist eigentlich die Grundfrage.
00:05:50: Genau!
00:05:50: Und das ist eben das was sie auch aufgemacht hat, dass es dauerhaft geht...eben auch bei der Interpretation klassischer Musik eben trotz allem um den Willen der Gegenwart etwas hinzuzufügen und nicht sich in so einer Nostalgie zu verlieren, die eine Vergangenheit verklärt, wie sie eben nie gewesen ist.
00:06:07: Ich weiß nicht, wie geht's dir hier beim Orchester-Tag.
00:06:09: Wir werden die nächste Folge von Tagton Taktlos noch aus dem Orchestertag haben auch mit Gästen und Gästinnen.
00:06:16: Und mir geht es so, dass ich hier ganz viele Menschen treffe die gar nicht mehr ihren Kopf über das Wasser kriegen weil sie den Spardruck auf der einen Seite haben.
00:06:25: dann haben Sie ihre Orchestervorstände die bestimmte Ansprüche haben.
00:06:30: Dann haben Sie ein Publikum was vielleicht nicht mehr so leicht zu holen ist Weil's gerne auch woanders hingeht zum Beispiel zum Essen gehen oder ins Kino.
00:06:37: Also der Druck Auf Orchester kommt mir hier vor, ist wahnsinnig groß das bei vielen Orchesterdirektorinnen und Direktoren überhaupt nicht mehr der Kopf dafür ist zu fragen wie veranker ich den ganzen Kram jetzt auch noch in der Gegenwart.
00:06:51: Findest du das auch oder siehst du?
00:06:54: Ich meine der Wille Aber ich glaube die Mühlen des Alltags sind wahnsinnig groß.
00:06:58: Das finde ich hier gerade total interessant, weil hier ja die Leute hinkommen, die ja Bock haben was zu machen!
00:07:04: Die Bock haben sich zu vernetzen und drüber nachzudenken.
00:07:08: Ich habe hier einen Workshop gemacht.
00:07:10: da saßen, ich glaube, thirty-six Leute drin und es ging darum wie können wir Spannungen auflösen zwischen diesen erdrückenden Erwartungen?
00:07:22: Brasseln eindrücken und eben dieser strukturellen Unbeweglichkeit, also die dem gegenübersteht.
00:07:28: Und gleichzeitig auch irgendwie gerecht werden unseren eigenen Erfahrungen.
00:07:31: wir möchten ja relevant sein Wir möchten ja Teil eines demokratischen Diskurses sein.
00:07:36: Wir möchten Teil von Gesellschaft sein.
00:07:38: und da habe ich eben festgestellt dass es gibt so ein paar Schrauben Die so ein ganz großes Thema ist immer der TVK Der Tarifvertrag So ein paar schrauben die wo manche viele sehr eindeutig sagen, das muss verändert werden.
00:07:57: und gleichzeitig haben sie aber diese Vision.
00:08:00: Und Sie haben nicht aufgegeben, sonst wären Sie nicht hier, sonst würden Sie nicht an diesen Workshops teilnehmen und wer weiß wie kontrovers sich beteiligen und über genau die Veränderung und Strukturwandel diskutieren?
00:08:12: Absolut!
00:08:13: Also das macht mir schon Hoffnung einfach, wie es hier gerade ist.
00:08:15: Und wie gesagt ich glaube, dass können wir auch als Cliffhänger für die nächste Sendung benutzen wo wir dann Marlene Brüggen haben vom DSO, wo wir Anselm Rose von der ORHC haben und wo wir
00:08:25: die Präsentin
00:08:26: der Hans-Eisler Musikhochschule an der Trober zu Gast haben.
00:08:31: also da werden wir in einer Woche mit Sicherheit noch weiter drüber reden!
00:08:39: What the fuck happened to Anna?
00:08:41: Das muss ich dich jetzt fragen, als jungen Menschen.
00:08:49: Was passiert mit den Skandalen?
00:08:51: Florentiner Holzinger auf der Bienale.
00:08:55: Habt ihr mit Sicherheit alle gesehen?
00:08:56: Da hängen sich nackte Frauen in Glocken als Glockenschläge, da wird in einem geklärten Urinbecken getaucht.
00:09:05: Es ist sehr viel Nackt es ist sehr viele Pipi Kaka und Blut auf der Bühne bei Florenteiner Holzinger zum Beispiel bei Sankta Wir haben jetzt bald die Wiener Festwochen Milo Rau, der ja Sankter damals auch zu Gast gehabt hat der diese Prozesse überall macht.
00:09:24: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin jetzt fifty-fünfzig Jahre alt ja noch kein Boomer.
00:09:28: aber mir kommt das so vor als wenn meine Tochter mir sagt sag mal Papa kommst du heute mit mir in die Disco und dann sage ich Du geh mal lieber allein!
00:09:37: Ich bin vor vierzig Jahren in die disko gegangen.
00:09:39: ich kenne dass alles nicht weiß ohne mich ist besser Und irgendwie habe ich das Gefühl musst denn jede Generation wieder die gleichen Skandale haben?
00:09:48: Deshalb Hannah is es für dich ein Skandal Nackerte Frauen?
00:09:52: Ne.
00:09:53: Aber das will ja auch gar kein Skandal mehr sein!
00:09:55: Ich glaube, dass ist eine falsche Annahme, dass Florentina Holzinger damit einen Skandal provozieren will.
00:10:01: Was will sie?
00:10:02: Sie sagt ja... Also sie hat in einem Interview mit dem Spiegel, glaub ich gesagt ... Ich glaube, hat sie gesagt, sie ist traurig darüber oder sie ist erschrocken darüber.
00:10:13: Dass das was die zeigt, dass was sie macht in ihrer Kunst überhaupt einen Schock ausgelöst hat.
00:10:18: also es geht ihr nicht darum.
00:10:20: Sie macht feministische Kunst.
00:10:23: Das ist das Ziel.
00:10:24: Also ich habe das Gefühl wenn man jetzt sagt irgendwie das alles nackt und das hier alle scheiße das ist so langweilig.
00:10:30: ich finde dieser tag ist irgendwie ich find der tag ist immer ganz schön zwei tausend fünfzehn um ehrlich zu sein.
00:10:35: also wir haben uns damals ja schon.
00:10:38: Ich habe noch mal geguckt, was gab es denn so für das Kurs über Skandale in der Kunst?
00:10:42: Das ist alles irgendwie zehn Jahre alt.
00:10:45: So in meiner Wahrnehmung an, dass sich darüber unterhalten wurde.
00:10:48: Da gab es schon viel Abramovich.
00:10:50: Es gab ganz viele von diesen ganzen Sachen.
00:10:54: Das Tast und Tapkino von Walli Export... Also die Nacktheit war ja immer ein Provokationsmittel.
00:11:00: Und wenn der Nackteid noch mit Kirche und Menschen mit Beeinträchtigungen
00:11:08: verbunden wird ... Behinnerte Menschen?
00:11:09: Ja!
00:11:10: Das ist eine Rezept, das ist uralt.
00:11:12: Deshalb frage ich ja, wie ist es so uralta wie die Disco?
00:11:15: Ja und wie die schönen Stunden in der Diskussion, selbst frage ich ja hat eigentlich jede Generation das Recht auf die gleiche Art von Provokation wo wir doch jetzt wissen.
00:11:26: Das bringt eigentlich gar nichts.
00:11:27: Die Kirche ist immer noch da.
00:11:30: unsere Gesellschaft hat sich dadurch nicht wahnsinnig verändert.
00:11:32: also ja mich langweilt es und ich sage dass nicht als Take wie du sagst sondern ich sage es einfach wirklich weil ich denke mich interessiert.
00:11:41: Aber das muss es ja auch gar nicht, ich glaube wir haben uns... Ich finde ehrlich gesagt, du bist ja nicht der Erste und bist doch nicht der Einzige der sagt so, ich unterstelle jetzt einfach mal so performativ zu gähnen über so langweilig.
00:11:54: da steckt noch jemand irgendwie Scheiße auf die Bühne weil ... Fantasielos, weil ich glaube wir haben uns einfach sehr lange daran gewöhnt jahrzehntelang das Avongard den Skandal braucht und das Avongard ganz viel auf diesem Skandal surft.
00:12:08: aber ich glaube es hat sich verändert.
00:12:10: Ich glaub sie braucht es einfach gar nicht mehr.
00:12:12: Warum
00:12:12: bin ich fantasielos wenn ich mich über eine Kunst markiere die selbst nur... redundant ist und in sich auch fantasielos.
00:12:20: Das
00:12:22: ist aber eine andere Argumentation, du hast gesagt das will ein Skandal sein.
00:12:28: also es heißt einen Skandal möchte starke Gefühle und möchte Empörung auslösen und die Reaktion darauf ist dann aber performatives Gegenteil zu sagen langweilig.
00:12:38: dass es das eine das andere ist dass du die Kunst an sich nicht interessant findest und das ist ja noch mal was anderes.
00:12:43: Aber das Ding ist bei Florentina Holzinger jetzt, ich bleib dabei bei Mielorao.
00:12:47: Habe ich mich nicht so tief jetzt bisher reingeschaut, reingelesen und sowas?
00:12:52: Also wir sehen ja alle halbnackte, nackte Frauenkörper einfach literally überall in der Werbung für... fucking Obst für Badezimmer, für
00:12:59: Getränke,
00:13:00: Läden.
00:13:01: Also wirklich literally alles.
00:13:02: aber das Ding ist man sieht diese nackten Körper so gut wie nie in einem eminzipatorischen Kontext also immer aus dem Mail Guys heraus der diese Körper sexualisiert er sie zu Objekten degradiert er über diese Körper letzten Endes bestimmen will der sie kontrollieren will.
00:13:14: und bei Holzinger ist genau das Gegenteil weil bei ihr lassen sich die nackte Körper nicht kontrollieren Sie sind frei und sie sind selbstbestimmt in ihrer Nacktheit.
00:13:23: und dass es eben deshalb nicht langweilig weil es sich dabei um weibliche und um nicht normschöne Körper handelt, also eben auch von behinderten Menschen mit Behinderung.
00:13:31: Aber die
00:13:31: sind ja schon bei der DAF-Werbung seit zwanzig Jahren.
00:13:33: diese Körper?
00:13:35: Nee aber Werbung ist wirklich was anderes als das, was sie da zeigt.
00:13:38: Was Sie macht... Also wie Sie diese Körper auf der Bühne zeigen, dass es ein... Das ist Emanzipatorisches Zeigen sich bewegen, was diese Körper off der Büne machen.
00:13:49: Ich verkaufe hier Deo oder ich verkauffe Unterwäsche usw.
00:13:54: Und in dem Fall Ich finde, es ist nicht skandalös.
00:13:59: Wir haben uns mittlerweile längst darauf geeinigt, dass wir in einer freien Gesellschaft leben.
00:14:03: Wir konnten uns jetzt schon einige Jahrzehnte an eine Demokratie gewöhnen weil wir haben verstanden das Skandalisierung dieser Kunst.
00:14:11: Wir beiden kennen gar nicht keine
00:14:12: Demokratie.
00:14:13: Wir sind die Lucky Generation aber so... Wir haben verstanden wenn man jetzt über Holzinger sagt, wenn man das skandalisiert Das wäre Miso-Gühen und Miso Güln will niemand sein.
00:14:25: Und deshalb, glaube ich, gähnt man lieber drüber statt die Mistgabel zu schwingen.
00:14:28: Aber zu sagen das wird Skandal sein aber das scheitert daran und ist langweilig finde ich es eigentlich ein Take der lenkt von dem eigentlichen Inhalt dieser Kunst ab weil dann sprechen
00:14:38: wir... Also ich sollte einfach
00:14:39: ertragen quasi!
00:14:40: Du kannst das ja langweillig finden?
00:14:41: Es ist ja auf der Bienale, es ist ja groß gemacht.
00:14:44: Ja also es ist sozusagen, es will ja Thema
00:14:45: sein.
00:14:46: Ja genau, aber das muss dich ja nicht interessieren.
00:14:48: Das ist ja noch was anderes.
00:14:51: ein Strohmann hinzustellen, zu unterstellen das will Skandal sein und sich dann daran abzuarbeiten dass es kein Skandal
00:14:57: ist.
00:14:58: Das kauf ich dir aber nicht ab.
00:14:59: also was wird es denn sein wenn ich die Kirche den Papst mit Pipi und Kaka verbinde als ein Skandal?
00:15:05: Also das verstehe ich.
00:15:08: Dann braucht sie die Kirchen da nicht drin zu haben.
00:15:12: Die
00:15:12: Kirche als Fort Knox des Patriarchats, da gibt es zwei Autoren.
00:15:17: Ich komme jetzt gerade nicht auf ihren Namen aber die haben das so bezeichnet was sie natürlich als feministische als patriot eine patriarchal kritische Kunst macht, verortet sie an dem Ort der das Patriarchat geboren hat.
00:15:28: Darum geht's!
00:15:29: Darf ich noch ein... Ich hab's verstanden?
00:15:31: Da kann man nicht zusammen, aber es macht ja nix.
00:15:34: Nach einem Text eben zu Milo Rau, weil das ist mir schon auch ganz wichtig zu sagen.
00:15:38: Weil jetzt die Wiener Festwochen tatsächlich kommende Woche eröffnen unter anderem mit einer Retrospektive über Christoph Schlingensief.
00:15:44: und Christoph Shlingensieff, das is' ja mein Buddy.
00:15:46: Ja, total.
00:15:50: Und warum?
00:15:52: Nur ganz kurz, um es zu erklären.
00:15:53: Christoph Schlingensief hat tatsächlich Ideen in der Freiheit der Kultur geboren.
00:15:58: Das heißt er hat sich den Wahnsinn der Kultur erlaubt die Freiheit, die Anarchie das Spiel und ganz wichtig den Humor und das Lachen und hat denen dann in die Realität verpflanzt.
00:16:08: Das war der erste, der das überhaupt gemacht hat.
00:16:10: Das heisst er hat nicht nur eine Kunstpartei gegründet mit Chance two thousand sondern erst mit der Kunstpartei auch in der Europawahl angetreten.
00:16:17: Er hat nicht nur eine Talkshow erfunden, mit Talk two thousand sondern er hat das dann auch tatsächlich im Fernsehen gezeigt und damit sowohl seine Gästinnen als auch das Publikum überfordert tatsächlich mit arbeitslosen Menschen in Deganssee gesprungen und wollte den Überfluten damit Helmut Kohl absäuft.
00:16:38: Also er hat sozusagen, den Ausländer-Container wählen sie die Auslände raus in Wien.
00:16:44: also er hat so zu sagen die Kunst in die Wirklichkeit implementiert und geguckt.
00:16:48: wie reagiert Wirklichkeit auf Kunst?
00:16:50: Milo Rau macht genau das Gegenteil.
00:16:52: der hat diesen Saferaum der Kunst meine Bühne ich als Intendant und ich lade mir die Inszenatoren der Wirklichkeit, nämlich die AfD-Politikerinnen und AfD- Politiker.
00:17:03: Die Nazis und die Demokraten in meinem Schauraum der Demokratie und lass sie...der Kultur und lasse hier aufeinander losgehen.
00:17:11: Und das ist mein Spektakel!
00:17:13: Das finde ich tatsächlich.
00:17:16: wenn Mido Rau jetzt versucht sich als Nachfolger von Christoph Schlingensief zu inszenieren dann ist es meine Pflicht als Schlingsief Jana zu sagen
00:17:25: Go home!
00:17:26: Aber da kann ich dir aber auch folgen in der Argumentation.
00:17:30: Ich würde sagen dann ist sozusagen die Nachfolge von Christoph Schling, sie wäre dann am ehesten das Zentrum für politische Schönheit oder?
00:17:36: Und deswegen ist halt der Vergleich.
00:17:38: also ich weiß nicht ob Milorau den selber zieht oder warum Sie dann Schlingen sich schwerpunkt machen, ob sie diesen Vergleich wirklich selber provozieren wollen.
00:17:45: vor dem Hintergrund sehe ich es auch nicht, aber weil ich sehe den Vergleich auch nicht... ich sehe nicht dass er aufgeht Aber who knows?
00:17:53: Vielleicht ist das gar nichts zu sehen.
00:17:56: Schon wieder Politik!
00:18:00: Ich habe hier beim Deutschen Archester-Tag, das möchte ich kurz vorstellen ein Modell kennengelernt dass sich unglaublich interessant finde und das es jetzt gerade noch total im Entstehen.
00:18:09: vielleicht auch deshalb so interessant aber es ist natürlich total bezeichnend für die Zeit in der wir uns jetzt hier gerade befinden also was die ganzen Kürzungen angeht, was die Unsicherheiten angeht was eine vollkommen überstarke AfD angeht die Kunst instrumentalisieren wollen für ihre völkische Ideologie.
00:18:23: Gleichzeitig ist es aber auch ein Beweis dafür, wie kreativ und resilient.
00:18:28: unsere Kulturszene ist oder wie sie sein kann und wie gut es ist, wenn Sie sich diese Kreativität und Resilienz als Ressource bewusst wird.
00:18:36: Und das eben nutzt!
00:18:37: Es werden jetzt überall Gelder gekürzt und es geht vor allem die freie Szene aber ja mehr und mehr auch die großen Kulturinstitutionen auf dem Zahnfleisch.
00:18:44: Jetzt haben sich ein paar freie kulturschaffende zusammengesetzt und darüber nachgedacht was man tun kann, wie man als Kultureszene solidarisch agieren kann, wenn man an allen Ecken und Enden, also wenn da der finanzielle Support wegbricht ist der sogenannte Tutifor, also ein Modell.
00:19:02: Wer dem im Grunde verschiedene Kultureinrichtungen, Kollektive-Initiativen aber auch so Privatpersonen mit Szenatinnen vielleicht ein kleine Abgabe leisten.
00:19:12: Also symbolisch ist ja die Rede von so einem Prozent von irgendwas – von einem Budget oder von einem Ticketpreis.
00:19:18: und das kommt dann in einen so kollektiv verwalteten Fonds.
00:19:21: Von diesem Fonds können schnell und unbürokratisch Gelder abgezappt werden.
00:19:25: Die können genommen werden um damit Leuten und Initiativen und Kollektiven, um Kunst zu helfen.
00:19:31: Sei es wirklich existenziell strukturell wenn's um Inservenzen geht oder sei es vielleicht auch sogar Projektbasiert also dass man da auch mal ein paar tausend Euro an Projektmettern ausschüttet und so das ist alles noch sehr skizzenhaft usw.
00:19:44: Und dahinter steht natürlich die große Frage Als Reaktion auf Kürzungen aus der Kulturpolitik, wie kann man sowas etablieren ohne dass dann die Kulturpolitik nachher sagt ach so das macht ihr jetzt selbst ja dann brauchen wir überhaupt gar nicht mehr zu
00:19:58: helfen.
00:19:59: Ich glaube es gibt noch einen anderen Punkt.
00:20:01: ja also natürlich die Kulturpolitik wird sagen super macht euren eigenen Notfall nochmal da brauchen wir das Orchester in Not überhaupt nie mehr zu retten.
00:20:07: das könnt ihr dann auch noch selber machen.
00:20:08: Das ist aber für mich der kleinere Teil des Problems.
00:20:10: Für mich der größere Teil dieses Problemes ist das Selbstverständnis Sehen, die Kultur wird angegriffen und steht zu Disposition.
00:20:19: Und wir versuchen dieses System was ja vielleicht dann auch hinterfragt werden muss noch immer weiterzutragen und notfalls noch ein bisschen von diesem System wieder abzuknappen damit sich das System auf einer anderen Schiene wieder erhält.
00:20:33: Ich glaube Wir sind gerade in einer grundlegenden Zeit in der wir uns fragen ist die Struktur All dieser Orchester, all der Theater oder Musikerziehung, nicht stattfindende musikalische Bildung an Schulen?
00:20:48: ist das überhaupt noch verkaufbar mit der Gesellschaft die sich alles hier leistet.
00:20:53: Es ist ja keine politische Gabe sondern es ist etwas worauf wir uns als Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern mit den von uns gewählten Politikerinnen und Politikern einigen.
00:21:02: Und ich glaube, der Apfel ist jetzt wahnsinnig reif geworden.
00:21:07: Da fallen einige Äpfelwärten vom Baum fallen und jetzt ist die Frage wollen wir sie mit Tesafilm noch ran kleben wieder bis Sie dann verfault sind?
00:21:15: oder wollen wir sich Glückmund essen und etwas anderes draus machen?
00:21:18: Es
00:21:18: geht um Düngen damit neue Äpfeln wachsen!
00:21:21: Oder vielleicht tatsächlich im zweiten Baum neben dem überladenen Apfelbaum?
00:21:24: Ich glaube für mich spiegelt das ein typisches Prinzip unserer Kulturlandschaft wieder, dass ich nicht verstehe.
00:21:35: Wir hatten das eben in dem Gespräch was wir aufgezeichnet haben und ihr werdet es nächste Woche hören im Gespräch, was noch kommt... Der Angst vor Wandel!
00:21:42: Ich glaube der ist gerade bei Klassikkünstlerinnen und Klassikkünstlern ganz groß und da will man sich mit jeder Versicherung gegen versichern
00:21:50: ja?
00:21:50: Und meint wegen auch einer ein Prozent Regelung so.
00:21:53: Das ist aber eine Vollkaskomentalität.
00:21:55: Kultur muss auch sterben um neue Geburen zu werden.
00:22:02: In dem Zusammenhang finde ich es halt einfach... Ich glaube, du redest auch ein bisschen gerade noch über was anderes als ich weil was ich halt bei diesem Futifon so wichtig finde ist eine Solidarität die in der Kultur Szene passiert.
00:22:16: Also wirklich wie so ein Gefläch, das im besten Fall über Städte, über Länder, über Kommunen vielleicht irgendwann bundesweit existieren kann und dass weniger Leute jetzt bei knapper werdenden Kassen
00:22:28: usw.,
00:22:28: Ensembles und alles weniger die Ellbogen ausfahren und gucken wo sie denn am Ende bleiben, dass ihr Apfel nicht vom Stamm fällt sondern dass Sie überlegen was kann ein Dünger sein sozusagen damit wir hier stabil sind?
00:22:39: Damit vielleicht keine Ahnung der Apfel fällt runter aber dann wächst sozusagen nicht sehr Apfel nach.
00:22:43: um jetzt zum Apfelbaumbild zu bleiben.
00:22:46: Ich sehe es ein
00:22:46: bisschen in den Länderfinanzausgleich,
00:22:48: weißt du?
00:22:49: Wir Bremer haben da wahnsinnig lange reingezahlt.
00:22:52: und jetzt sagt der Herr Söder das er weniger reinzahlen will weil die Bremer so arm sind.
00:22:57: Das Prinzip der Solidarität ist so mittelmäßig gut beim Länderfinanzausgleich.
00:23:02: Ja aber das Prinzip der solidarität is das einzige was jetzt gerade mit angesehen.
00:23:06: also wenn wir jetzt mal wirklich schauen was da auf uns zukommt politisch Wir müssen uns vernetzen, wir müssen uns organisieren.
00:23:16: Wir müssen dieses blöde Banden bilden was auch immer.
00:23:18: das heißt dann tatsächlich aber einfach nicht nur darüber reden sondern dazu gehört eben auch dass man in solchen Fällen dann halt mit Personal mit Räumen mit weiß ich nicht Kontakten Strukturen whatever aber am Ende halt auch mit Geld.
00:23:31: also dass die sagen so Ich kann da ein Prozent abgeben und das tun dann mehrere und helfen dann vielleicht einen anderen kleinen Ensemble damit das nicht stirbt weil die Diversifizierung dieser Kulturlandschaft steht gerade wirklich auf der Rampe und ist kurz davor, wirklich nach und nach.
00:23:47: Aber ich glaube nicht, dass langfristig das nicht durch eine ein Prozent Regelung und Solidarität zu schaffen ist.
00:23:53: Ich glaube die Solidaritet muss ganz woanders stattfinden denn wir brauchen eine solidarität nicht der Kulturinstitution untereinander sondern wir brauchen Eine gesellschaftliche Solidaritäten mit der Kultur die auch angeboten
00:24:02: wird.
00:24:02: Das gehört ja aber dazu zusammen!
00:24:05: Dass Leute sich in den Kulturinstituten sehen, dass klar wird oder dass sie auch die Kulturinstituationen, dass ihr die Ensemble, dass sie die Kunst die Stadt findet wahrnehmen als eben den demokratischen Raum für gesellschaftliche Selbstreflexion, der er ja auch ist.
00:24:21: Ich verstehe den Punkt.
00:24:22: ich würde trotzdem darauf... Also dabei bleiben zu sagen, wir haben eine sehr hohe Kulturförderung in Deutschland.
00:24:29: Wir leisten uns sehr viel auch gerade in der klassischen Musikkultur wie kaum ein anderes Land und ich glaube mit diesen Geldern die wir als Gesellschaft dort zur Verfügung stellen, die ja auch keine Subventionen in dem Sinne sind sondern das sind Gelder, die wir Als Steuerzahlende gerne bezahlen weil wir dafür einen Kulturangebot haben was wir vielleicht nicht mal nutzen aber weil wir es gut finden für die Gesellschaft Das ist soviel Geld.
00:24:52: Dafür müssen wir zu Recht kommen und da muss jede Institution sich auch über ihre eigene Legitimation bewusst werden.
00:25:02: Und wir müssen auch diskutieren, ob wir nicht einige Institutionen vielleicht gerade nicht mehr so gut legitimieren können und dafür welche die es noch gar nicht gibt neu kommen können?
00:25:12: Wenn man immer nur bewahrt was besteht dann kann ja kein Raum für etwas Neues bestehen.
00:25:17: also es muss auch ein Sterben geben um ein Leben
00:25:20: zu haben.
00:25:22: Ein bisschen was das angeht aneinander vorbei.
00:25:24: Das eine ist die Legitimation der großen gewachsenen Orchester und Institution, das andere so ein kleine Flänzchen in der freien Szene, die sich jetzt gerade die Hand reichen und versuchen zu überleben.
00:25:33: Das sind anderes Thema!
00:25:35: Wir gehen noch eins weiter.
00:25:39: damit hätten wir nicht gerechnet
00:25:43: aufgeladen, dass jetzt hier alles ist.
00:25:45: So viel Spaß haben wir immer wenn wir zusammen sind.
00:25:48: das letzte mal hatten wir großen Spaß als ihr bei der GMD Konferenz
00:25:52: war.
00:25:52: Erinnere mich nicht daran.
00:25:53: Wir
00:25:54: haben in dieses Thema alle Hörerinnen und Hörern des Podcasts Wissen Bescheid.
00:25:58: das Thema werden wir nicht wieder auf aber bei der Gmd Konferenz war es auch schon ein großes Thema nämlich dass Generalmusikdirektorin und Direktorin gesagt haben hey an unseren Häusern spielt die Musik eine immer kleinere Rolle.
00:26:12: Intendanten programmieren etwas, was dem Publikum gefallen muss.
00:26:17: Es gibt so viele administrative Aufgaben, dass wir uns um das eigentlich gar nicht mehr kümmern können Nämlich um die Musik.
00:26:22: Also es gibt einen großen Zoff zwischen Intendanzen und GMDs.
00:26:26: Jetzt im letzten Podcast der normalen Wechselschlässige Podcast war Marija Kody-Dirigentin zu Gast Die ebenfalls gesagt hat sie als jüngere Dirigentin Direktin beim WDR wird, kann sich nicht mehr richtig dafür legitimieren dass sie noch GMD an einem großen Haus ist.
00:26:45: Weil das wenn Sie das in Deutschland übernehmen würde müsste sie dreihundertfünfundsechzig Tage in dieser Stadt sein und sich mit allen Einzelheiten da auseinandersetzen.
00:26:54: Und das fand ich einen interessanten Punkt ja, dass irgendwas schiefzulaufen scheint an unseren Theater zwischen Dirigentinnen, Dirigenten und Intendanten.
00:27:07: Verfolgst du das?
00:27:08: Kannst Du das verstehen?
00:27:09: Kannste die Argumentationslinien sehen?
00:27:12: Also wenn ich das richtig verstanden habe dann geht es darum dass sie keine Zeit mehr hat zum Proben, zum Partyturen studieren weil sie Dates hat mit irgendwelchen PolitikerInnen, weil sie Outreach macht, weil Sie mit Publikum und so weiter spricht.
00:27:24: Ist ja eine Kritikpunkt.
00:27:25: der andere Kritik Punkt ist Intendanten sind oft dann und sagen, du musst jetzt aber noch bitte My For Lady machen.
00:27:31: Und noch bitte dies machen und bitte das machen weil unser Publikum es erwartet.
00:27:35: Okay ja die künstlerische den künstlerschen Aspekt kann ich total gut nachvollziehen also dass was sich da nicht verstehe ist diese ist diese Hierarchie dahinter, also dass sozusagen eine Intendanz gibt die sagt wir machen das und du hast es jetzt wie so einer Gehilfen auszuführen.
00:27:53: Also dass das keine Programme sind, die gemeinsam erarbeitet werden, wo dann wirklich auch keinen Mitspracherecht zu sein scheint.
00:28:00: und da verstehe ich halt jede Person, die sagt darauf habe ich kein Bock und das andere ist aber... Natürlich nicht nur mit Blick auf generell Musikdirektoren, sondern auch Musikerinnen.
00:28:11: Generell sich natürlich das Berufsbild verändert.
00:28:14: also dass man sozusagen einfach nur Musik dirigieren oder einfach nur Trompete spielen ist halt einfach auch kein zeitgemäßes Bild mehr von Musikern heutzutage die natürlich andere Ansprüche haben, die ja wir haben gerade über Legitimation gesprochen und so weiter.
00:28:31: Da gehört das alles mit rein.
00:28:32: also ich glaube es ist irgendwie ein größeres Spannungsfeld tatsächlich und vielleicht hängt auch ganz viel einfach mit Kommunikations zusammen?
00:28:39: Ich glaube das ist ein großer Punkt.
00:28:40: Ja ich glaube tatsächlich dass in den vielen Fällen von denen wir so hören wirklich die Kommunikation zwischen Intendanzen musikalischem Apparat und hinter den Dirigentinnen und Dirigenten steht ja noch immer dieses Orchester, das auf der einen Seite solidarisch mit ihren Leitern ist.
00:28:55: Auf der anderen Seite aber auch natürlich Ansprüche hat.
00:28:58: Ich glaube da ist tatsächlich die Intendanz, die wiederum die Ansprüchen der Politik beziehungsweise als Publikums zu spüren bekommt.
00:29:05: also ich glaube da sind wahnsinnig viele Frictions und vielleicht – und das wäre auch meine Erklärung – ist es tatsächlich ein typisches Krisenphänomen.
00:29:13: Also je größer der Druck auf einem Haus wird, desto angestrengter werden die Maßnahmen, um sich zu behaupten auf welche Art auch immer.
00:29:23: Publikum Auslastung Gelder wie auch immer.
00:29:26: und da wächst der innere Druck ja auf diese Beziehungen Und das würde ich auch als Hauptprobleme
00:29:33: und auch interessanterweise Das wäre jetzt meine These, die man vielleicht untersuchen könnte in einem anderen Zusammenhang.
00:29:38: Aber je größer der Druck auf eine Institution ist dass sie sich nur umso stärker an etablierte alte Hierarchien klammert weil aus welchen Gründen noch immer, ob wir eigentlich dann am Ende doch sehr autoritär sozialisiert sind alle oder weil es sozusagen aber das ist ja auch gesamtgesellschaftlich.
00:29:53: Der Fall häufig dass bei einem Großteil von Leuten offensichtlich in einer Krisensituation der Wunsch nach einer starken Führungsperson steigt und in dem fall eine Intendanz dann sagt so ist mir jetzt völlig egal ich drück das jetzt durch Ja
00:30:05: absolut da sind wir beim.
00:30:07: Noch ein Thema das wir gar nicht drauf haben was wir immer wieder besprochen haben, was den Podcast auch begleitet hat Salzburger Festspiel.
00:30:15: Es gibt jetzt eine Findungskommission unter anderem.
00:30:18: übrigens haben wir auch gelobt Theater Dresden Norah Schmidt ist in der Findungskommission drin dann Franz Welser Möst und dann Herr Kircher von der Bundestheater Holding.
00:30:28: Und das ist zum Beispiel auch etwas wo ich mich jetzt frage Suchen die wirklich nur neue Intendanten oder einen neuen Intendant als Nachfolger von Markus Hinterhäuser?
00:30:37: Oder haben sie den Mumm zu sagen
00:30:43: Wir sind die Salzburger
00:30:44: Festspiele.
00:30:46: Und wir gehen jetzt mal voran und entwickeln ein Führungsmodell, was nicht mehr den einen Menschen an die Spitze setzt um über ein Großteil – nicht nur in Salzburg darüber haben wir auch geredet wie machtvoll diese Position eigentlich ist, die in alle Opernhäuser wirkt, die im Allerorchester wirkt oder nicht einladen kann und dadurch wahnsinnig viel Macht hat durch eine Person zu besetzen, stattdessen vielleicht ein Modell zu finden in dem sowohl die Kreativität als auch die Verantwortung und die Kommunikation auf mehreren Schultern lasten würde.
00:31:22: Ich finde, liebe Salzburger Jungs und Mädels, heuchten mal in euch rein ob ihr einfach nur einen neuen Führer bestimmen wollt oder ob ihr da was anderes machen
00:31:34: wollt!
00:31:34: Wie geil wäre das denn?
00:31:35: So ich würde dir sehr supporten.
00:31:37: Ja, so.
00:31:38: Habt ihr das gehört?
00:31:39: Salzburg!
00:31:39: Hannah würde euch supporten, mehr
00:31:41: kann man
00:31:41: eigentlich nicht sagen.
00:31:43: Ich
00:31:43: glaube sonst kann man immer sagen... Veranstaltungen wie jetzt hier Deutsche Orchester-Tag und sowas hier sind immer ganz viele Ideen.
00:31:49: Bin ich in der Rolle hier jemanden einzuladen und verärgern nicht.
00:31:53: Aber
00:31:54: guckt euch doch mal die Kinder.
00:31:57: Ich nehme das jetzt einfach mal raus.
00:31:58: Guckt euch an die auf die RednerInnen Liste usw.. coole kreative Leute dabei, die bestimmt geile Ideen haben.
00:32:07: Ich glaube auch!
00:32:07: Also man kann da Fenster entwickeln und Strukturen entwickeln, die auch mal einen Schritt zur Seite machen.
00:32:15: Auch diese Idee, nur ein Dreiergremium ist jetzt besser.
00:32:17: Das glaube ich auch nicht, sondern man kann Inseln schaffen die autonom sind.
00:32:21: Man kann innerhalb der Festspiele Orte produzieren, die vielleicht auch gegen das normale Festspielprogramm sich positionieren können ohne Rechenschaft ablegen zu müssen.
00:32:30: also einfach das ganze Ding mal wieder ein bisschen spannender zu machen.
00:32:32: Ja für jede Führungsstruktur demokratische Anteile whatever.
00:32:39: Bei Fragen und Anregungen gerne Redaktionen.
00:32:42: Ich reiche das in einem, das ist ein Hanna weiter.
00:32:44: Liebe Leute da draußen!
00:32:46: Ich muss auf.
00:32:46: den Zuch geht weiter nach Bremen.
00:32:50: Was schaffst du?
00:32:50: Ich fahre wieder nach Dortmund.
00:32:52: Und
00:32:52: Dortmund bin ich auch Ende der Woche.
00:32:54: Dann bin ich nicht da.
00:32:56: Ja, dann sehen wir uns schon wieder nicht.
00:32:57: Spass, ja.
00:32:57: Ich bin jetzt Stuttgart
00:33:00: bei
00:33:00: Paradiso von Sarah Gleuneritsch.
00:33:01: Also
00:33:03: wenn ihr uns treffen wollt, Stuttgart.
00:33:05: Ciao Axel!
00:33:16: Takt und taktlos ist eine Produktion von Backstage Classical.
00:33:21: Idee, Redaktion und Moderation Hannah Schmidt und Axel Brüggemann.
00:33:27: Sprecherin Nikola Schubert.
00:33:31: Tägliche Nachrichten aus der Welt der Klassik gibt es bei www.backstageclassical.com.
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