Guten Morgen, Marie Jacquot!

Shownotes

Die Dirigentin Marie Jacquot sieht die klassische Musikbranche in einem tiefgreifenden Wandel und warnt davor, dass die Kunst sich dem Markt anpasst. Im BackstageClassical-Podcast spricht die künftige Chefdirigentin des WDR Sinfonieorchesters über strukturelle Zwänge, veränderte Prioritäten und ihren eigenen künstlerischen Anspruch.

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00:00:02: Guten Morgen.

00:00:04: Die großen Themen der Klassik für den Weg zur Arbeit Mit Axel Brüggemann.

00:00:08: Einen wunderschönen guten Morgen!

00:00:09: Heute ist Freitag der fünftente Mai und ich freue mich über einen ganz besonderen Gast, über ein Gast, der schon einige Male hier bei Backstage Classical zu Gast war.

00:00:19: Es ist eine Dirigentin an der ich besonders schätze wie ehrlich sie mit sich selbst, mit ihrer Karriere aber auch mit Fragen an ihren Beruf, an den Beruf der Dirigenten ist.

00:00:35: Letzte Woche habe ich bei Backstage Classical, ihr könnt's gerne noch mal nachlesen einen längeren Essay geschrieben über den Wandel am Markt für Dirigentinnen und Dirigenten.

00:00:43: Es war ganz lange so dass eine klassische Karriere auch bis in die großen Weltklasseorchester in den Stadttheatern anfingen.

00:00:51: Zwischen gibt es so etwas wie eine Lost Generation der Dirigenten.

00:00:56: oft sind sie Fünfzig Sechzig GMD an einem Stadteater Und es fehlt einfach der letzte Schritt weil auf der anderen Seite viele junge Dirigentinnen und Dirigenten nachkommen, die von vielen großen Orchestern als viel interessanter wahrgenommen werden.

00:01:12: Mit anderen Worten, die Welt der klassischen Musik und die Welt des Dirigierens wandelt sich.

00:01:18: Und in diesem Wandel bewegt sich natürlich auch Marie.

00:01:22: Jacosi hat in Würzburg begonnen war an der deutschen Oper am Rhein ist inzwischen GMD in Kopenhagen an der Oper und neuerdings auch Chefdirigentin das WDR Symphonieorchesters.

00:01:34: Marie steht also mit beiden Beinen in ganz unterschiedlichen Welten und genau darüber wollen wir heute Morgen auch reden.

00:01:42: Ich freue mich, dass wir hier zusammen sitzen bei deinem letzten Konzert als erste Gastdirigentin der Wiener Symphoniker.

00:01:51: Einen wunderschönen guten Morgen liebe Marie!

00:01:52: Guten Morgen Axel.

00:01:53: Wir leben in einer Welt des Chaos politisch gesellschaftlich aber ich finde auch musikalisch.

00:01:59: also auf der einen Seite kann man sagen Es ist eine unglaubliche Vielfalt mit der wir zu tun haben.

00:02:05: Das Regie-Theater in der Oper sucht nach neuen Wegen, dann gibt es Dirigentinnen und Dirigenten die vollkommen unterschiedlichen Wege gehen.

00:02:13: Eigentlich spiegelt die Musik das Chaos unserer Welt gerade wieder oder?

00:02:17: Ja ich bin absolut deine Meinung und es ist auch schwer sein Platz da zu finden!

00:02:23: zu entscheiden, wollen wir mitmachen in diesem Chaos oder wollen wir eben ruhiger werden?

00:02:27: Ich glaube das ist das Thema.

00:02:29: Können wir heutzutage in unserer Gesellschaft Zeit nehmen?

00:02:33: dem Klang und der Suche nach Klangen an, also wenn ich einfach mal so gucke was es alles gibt.

00:02:38: Da gibt es ja ganz unterschiedliche Philosophien momentan.

00:02:41: oder gehen wir mal zurück?

00:02:42: Es gab den Karajan, da haben alle wollten alle so dirigieren wie Karajans bis irgendwann einmal Anonkur kamen und dann wollten alle dirigieren als Anoncur.

00:02:50: Heute haben wir eine Parallelität von unterschiedlichen Stilen.

00:02:53: Wir haben dann Christian Thielemann, der sich um dieses romantische Repertoire kümmert.

00:02:58: Wir alle Regeln sozusagen sich selbst verwirklichen will.

00:03:05: Wir haben dann an Stadttheatern, Dirigentinnen und Dirigenten die sich um ein Ensemble kümmern wollen und lange Wege gehen wollen.

00:03:11: Dann haben wir viele junge DirigentInnen-Dirigenten, die möglichst schnell, möglichst große Orchester dirigieren wollen.

00:03:17: Wie sortierst du dich da ein?

00:03:19: Das ist eine gute Frage!

00:03:20: Ich spiele momentan auch auf der Suche... wohin ich mich gerne orientieren würde.

00:03:26: Ich bin Chefin der Oper in Kopenhagen, wo ich mich diese Frage wirklich stelle was kann ich da hinter mir lassen als Generalmusikdirektorin und welche Wege ich in die Zukunft öffnen kann?

00:03:40: musikalisch vor allem qualitativ sind große Institutionen und ich bin sehr jung.

00:03:49: Die einzige Wege eigentlich, was richtig ist in einem Oppenhause zu bewegen wäre für mich da dreihundert Tage meines Lebens zu verbringen.

00:03:58: Und dafür bin ich glaube ich noch etwas jung und ich habe noch zu viele Erfahrungen zu sammeln.

00:04:04: Und das ist da für mich die Frage, was ich entscheiden sollte.

00:04:09: Soll ich dort leben und mich wirklich investieren?

00:04:11: Oder soll ich noch ein paar andere Orchester kennenlernen oder ein paar anderen Opern kennenlernen und dann vielleicht irgendwann zurückkommen als Generalmusikdirektorin und mich richtig mit den Politikern?

00:04:29: Das ist jetzt die Frage tatsächlich nach Karriere und nach Strukturen, also schieben wir die Musik mal nach hinten und reden gleich nochmal über die musikalische Entwicklung.

00:04:37: Okay bleiben wir mal da!

00:04:39: Wie ist denn das?

00:04:39: Ist es überhaupt noch attraktiv?

00:04:41: Also wie sehen das ja auch dass viele junge Dirigentinnen-Dirigenten kommen, möglichst viele Orchester dirigieren wollen, möglichst große Orchester dirigieren wollen... Und ich habe vor kurzem darüber geschrieben diese Stadt Theaterkarriere, die GMD, Kapellmeisterkarrieren, die du ja auch hattest.

00:04:57: Du warst in Düsseldorf vorher kennst ja dieses tägliche Geschäft, der Lappen muss hochgehen.

00:05:03: Ist das überhaupt noch attraktiv für junge Leute?

00:05:06: Es könnte attraktif sein würde ich meinen wenn das der Rahmen auch stimmen würden was das Open-Direktor oder der Open-Direktorin betrifft oder sogar den Intandantinnen und Intandanten betriffe.

00:05:20: Es würde mich sehr interessieren, mit Kollegen und Kolleginnen zu arbeiten, die ungefähr meine Alter sind.

00:05:29: Und da zusammen was aufbauen wollen für die Zukunft.

00:05:32: Aber diese junge Team und diese Vision, diese gemeinsame Vision zu haben ist heutzutage schwerer zu finden.

00:05:41: Die besonderen Menschen, mit wem du diese Vision leitern ...

00:05:45: Ich war vor kurzem bei der GMD-Konferenz in Deutschland und die machen das Thema, diskutieren die intern sehr stark.

00:05:52: Dass der GMG an einem Opernhaus immer weniger zu sagen hat als die Intendantin der Intendante Und damit sozusagen die musikalische Komponente von Opa hinten runterfällt.

00:06:02: Willst du das auch so beobachten?

00:06:04: Ja, ich glaube es ist schon ein Thema weil wir müssen das Publikum unterhalten und wir leben in einer Gesellschaft wo die visuelle Bedienungen vielleicht noch mehr im Vordergrund sind als was das Hören betrifft.

00:06:20: Das heißt wir legen wahrscheinlich heute etwas weniger Schwerpunkt auf die musikerische Qualität sondern eher auf die Regie und das Spass, möglichst viel Spaß haben ist wichtig auch in einer Gesellschaft wo wir momentan schwere Sorgen haben.

00:06:38: Musik als Ablenkung?

00:06:40: Ja vielleicht auch ja das verstehe ich und daher ist es anfang nicht nur schwarz und weiß Ich kann auch nicht diese Inlandanten und den Regisseur sagen sie sind falsch Stimmt nicht, ja.

00:06:54: Aber wie gesagt es müssen glaube ich für eine junge GMD den Rahmen da sein und diese Bedienungen da sein dass wir eben was hinter uns leisten können auch musikalisch und momentan finde Ich das diese ramen für junge gemd nicht da gemacht werden.

00:07:12: Es ist ja so das war auch nicht immer so.

00:07:14: Ja es waren immer schon die Ausnahmefälle in denen einen Intendanten und eine Dirigentin zusammengearbeitet haben.

00:07:22: Und wirklich was Neues konzipiert haben, also mir fällt ein Kirill Petrenko und Barry Koski an der komischen Oper die ja wirklich sowohl von der Regie als auch vom Zugriff auf die Musik einen neuen Weg gefunden haben.

00:07:33: Mir fällt noch ein Lothar Saugrosseck und Stuttgarter Oper in den zweitausender Jahren aber viel mehr, ehrlich gesagt, fällt mir in der Geschichte da auch nicht ein?

00:07:42: Ja ich glaube es ist eine andere Zeit Und ich sage es nicht, dass wir nie mehr so werden.

00:07:51: Ich glaube, wir sollten uns mal diese Leute aussuchen!

00:07:56: Es ist aber schwerer, weil wir sehr beschäftigt sind alle und uns auf einem Ort zu fokussieren, das überhaupt die Möglichkeit da ist, dass drei Ställe gleichzeitig geöffnet werden und da wirklich zusammenarbeiten.

00:08:11: Es ist nicht einfach...

00:08:13: Was bedeutet das für Stadttheater und für die Oper generell?

00:08:16: Wenn Leute wie du, ich meine müssen wir ja gar nicht lange drum herum reden.

00:08:20: Man sieht deine Karriere man sieht dass du nicht ganz erfolglos bist.

00:08:25: Die Leute wollen es, die Leute wollen deine Musik.

00:08:27: aber wenn Du selbst schon das ganze System da in Frage stellst.

00:08:30: also was wären denn Deine Forderungen an ein gutes Opernhaus?

00:08:34: Was würdest Du sagen, wenn Du jetzt so einen leeren Zettel hättest und sagen müsstest Ich erfinde jetzt mal mein neues Opernhaus.

00:08:41: Wie würde das denn aussehen?

00:08:43: Ich glaube, es ist eine Zusammenarbeit die sich dann eben mit der Zeit entwickeln wird.

00:08:48: Ich habe keine Lösung momentan.

00:08:51: Die Lösung sollten wir gemeinsam finden aber ich finde wir versuchen die Lösungen nicht momentan gemeinsam zu finden.

00:09:02: Ich habe nicht alle Informationen, was Politiker betrifft und wie viel Budget wir haben.

00:09:09: Wie viel Geld usw.

00:09:11: Ich versuche mich momentan wirklich um die Musik zu kümmern und was ich eigentlich gut kann.

00:09:17: Daher hab' ich nicht alle Faden in meinem Hand zu sagen das ist falsch!

00:09:22: Ja, ich weiß nur aus meiner Perspektive dass ich mehr und mehr das Gefühl habe, dass die Musik nichts unterstützt wird.

00:09:31: in einem Opernhaus.

00:09:33: Ich sag so, wie gesagt ich habe am Anfang gesagt, ich bin etwas jung.

00:09:37: es kann sein dass ich da im dreißig Jahre mich mit so was gern beschäftigen möchte eben da sein als Generalmusikdirektor mit den Politikern zu reden und über Budget zu denken.

00:09:50: aber das ist dann eine umfassende Arbeit die mir jetzt momentan nicht An geht's, sozusagen.

00:10:01: Weil ich möchte mich, ob es nicht schon die Musik gehört und die Qualität.

00:10:04: Aber wie ist denn das bei so einer normalen Opernproduktion?

00:10:07: Ich habe das ja nur einmal durchleb vor Kurzem in Neustrelitz als ich die Inszenierung der Entführung aus dem Sie reigemacht hab'.

00:10:14: Und da gab es schon bevor... überhaupt das Konzept entstanden.

00:10:17: Das lange Vorgespräche mit dem Dirigenten, da haben wir über uns ausgetauscht, was denkt er über diese Oper?

00:10:25: Was denke ich über die Oper?

00:10:27: Wie ordnen wir die in der Gegend?

00:10:28: Wart ein?

00:10:28: Welche musikalische Vorbilder haben wir?

00:10:32: Welcher Geschwindigkeit hat das?

00:10:33: wie streichen wir?

00:10:34: Können wir Dialoge ändern oder nicht?

00:10:37: Meine Erfahrung war in einer vollkommen Kooperation mit der Musik.

00:10:43: Ist es aber ... bis heute fast nur positive Erlebnisse mit Regisseuren und Regisseurinnen gemacht, die offen waren auf diesem Gespräch.

00:10:53: Ich bin auch ein Teamplayerin.

00:10:55: ich mag mit Leute zusammen konzipieren und zusammenarbeiten und wenn ich da eine Konstitution mit der Musik machen muss dann mache ich das auch ja aber es ist gegenseitig und das macht große Freude.

00:11:07: also eigentlich was die Zusammenarbeit in Oppenhaus finde ich spannend.

00:11:11: Sie ist ja eine große Familie, man kennt sich.

00:11:13: Man hat zwei Monate Zeit, sich kennenzulernen nicht nur musikalisch sondern auch menschlich.

00:11:18: Schön wenn es dann vorbei ist.

00:11:20: Auch manchmal ja!

00:11:22: Aber das taucht mich richtig und ich liebe Opa sowieso.

00:11:25: Ich kann meine Karriere ohne Opa mich nie wirklich nicht mehr vorstellen.

00:11:29: aber abseits davon von einer Produktion was die Vision betrifft, wie viel Proben wir haben für eine Oper.

00:11:37: Können wir auf Tour gehen oder was für ein Repertoire wir machen dürfen?

00:11:42: Das ist dann schwer!

00:11:43: Ja, weil es geht obsichtlich um wie viel Geld wir dann mit diese Produktion machen werden.

00:11:49: Wie viele Publikum-Ebene wir erreichen können – nämlich jungen, mittelhaltige und ältere Menschen

00:11:56: usw.,

00:11:57: damit wir die Politiker fortzeigen können?

00:12:01: Wir erreichen möglichst viele Menschen!

00:12:03: Bitte geben uns mal noch einmal Geld.

00:12:07: Diese Bedingungen sind schwerer.

00:12:08: Das finde ich interessant, denn im Mediengeschäft ist Ähnlich, also wenn ich bei der ARD oder beim ZDF einen Film vorschlage.

00:12:15: Dann wird erst mal muss sich ein Konzept für Zielgruppen vorschlagen.

00:12:19: Also es geht noch gar nicht um den Inhalt.

00:12:21: Ich sage, ich möchte das und das Thema als Dokum machen.

00:12:24: Ja ja aber mach mal erstmal ein Konzept für zielgruppenrelevantes Ansprachen.

00:12:29: Und dadurch...und dann kommen ganz viele Redakteure die mitreden und dann wird sozusagen die ursprüngliche crazy idea von der man eigentlich denkt Das war eigentlich geil wird verwässert und alle Ecken werden nivelliert, genau.

00:12:44: Und dann kommt irgendwann Durchschnitt raus.

00:12:48: Ich will jetzt nicht sagen Netflix ist besser oder irgendwas.

00:12:50: aber da wo privat engagiert wird, wird gesagt okay ich vertraue dir mach mal!

00:12:57: Aber

00:12:58: wir wollen auch nicht privat werden ja?

00:13:00: Wir schon nach Amerika.

00:13:01: ist es auch nicht besser?

00:13:02: Ja klar aber die Idee des europäischen und vor allem deutschen staatlich unterstützten Theaters ist ja eigentlich, dass es Unterstützung gibt damit man diesen Mut aufbringt.

00:13:12: Ja so ist das aber die Rahmen sind dann schwerer weil das Geld immer weniger und weniger wird.

00:13:19: und in einem open house das ist ein großes Thema wofür wir das geld ansetzen für eben diese Zielgruppe oder für ...

00:13:29: Education.

00:13:29: Education, das wollte ich sagen.

00:13:31: Das wäre

00:13:31: die Aufgabe der Schule und nicht der Theater?

00:13:33: Ja auch!

00:13:35: Und das wird immer weniger und weniger in der Schule.

00:13:37: D.h.,

00:13:38: viel bleibt oft auf.

00:13:39: das Open-House ist gerade das Ballett.

00:13:43: vielleicht hat gerade das Paletten mehr Kraft in der Stadt.

00:13:48: sollen wir das Palette mehr unterstützen weil wir wissen es kommt des Publikums.

00:13:52: also man kann nichts mehr sagen.

00:13:54: geben Geld an Fahrer und Macht.

00:13:56: Das ist das schwierige Aufgabe, und wenn du nicht einen Tandant hast oder einen Operndirektor oder Operndirectorin hast die eben wirklich sich in Zeugs legen möchte die Qualität da zu erreichen und behalten dann bist du als jungem GMD konfrontiert auf eine Sache die du noch nicht aufgeben möchtest weil du glaubst noch zu viel Du willst noch zuviel erreichen.

00:14:24: Aber das Play-Doh ist ja erst mal ein gutes, oder?

00:14:26: Also dass man sagt es fehlt eigentlich Mut.

00:14:29: Wir werden immer in der Angst der Kultur und in der angst der Kulturschaffenden abgeschafft zu werden, novellieren wir uns eigentlich momentan.

00:14:38: Und eigentlich wäre doch richtig zu sagen okay wir gehen mehr Risiko!

00:14:42: Wir müssen eigentlich mehr für unsere Ideen stehen.

00:14:45: Ja finde ich auch.

00:14:46: Schließen wir mal kurz das Kapitel OPA.

00:14:49: Das haben wir jetzt geklärt.

00:14:50: Die Oper der Zukunft ist jetzt erfunden, Marie?

00:14:52: Ich

00:14:55: muss mich sehr freuen!

00:14:57: Dafür ist dieser Podcast berühmter.

00:14:59: hier wird was besprochen und dann wird es so

00:15:00: her.

00:15:03: Aber du hast ja jetzt noch einen zweiten Job angenommen.

00:15:04: Du bist ja auch noch Chefdirigentin des WDR-Symphonieorchesters, das hat gerade dein Programm vorgestellt.

00:15:09: Und jetzt komme ich zurück zur Anfangsfrage weil da geht's denn tatsächlich auch ganz viel um musikalische Entwicklung.

00:15:17: Was braucht denn ein Orchester?

00:15:20: Was für Dirigentinnen und Dirigenten werden da gesucht?

00:15:24: Und was für eine Dirigentin möchtest du sein?

00:15:27: Willst du einen langen Weg gehen, willst du ein Vielfalt im Klang haben.

00:15:31: Willst Du dich spezialisieren?

00:15:32: Du hast ja mit dem Orchester auch eine Tradition.

00:15:35: Wie baust du darauf auf?

00:15:37: wie näherst du Dich dem?

00:15:38: Ja

00:15:39: es gibt so viel verschiedene Orchester wie soviel Möglichkeiten dirigen zu sein.

00:15:48: Ein Wochen gestern ist wie ein Mensch, das heißt ich werde mich mit einem Menschen auf der Straße sehr gut verstehen aber vielleicht mit dem anderen etwas weniger.

00:15:59: Das heißt es gibt Führungskrafte was die Regenten betrifft die mit einem Klangkörper funktionieren und mit einem anderen Klangköpper überhaupt nicht funktionieren.

00:16:10: Und das ist gut, dass wir momentan auch diese Vielfalt haben.

00:16:13: Dass es so viele verschiedene Dirigentinnen und Dirigenten gibt für so viele verschiedenen Orchester.

00:16:19: Das finde ich ganz spannend!

00:16:22: Ich habe mich für WDR oder wir haben uns gemeinsam mit der WDR Symponienorchester entschieden.

00:16:31: anfangen zuerst mal auf die Vielfalt, weil das ist ein Radioorchester.

00:16:37: Es hat eine lange Tradition.

00:16:39: Die können praktisch alles gut spielen von Baroque Musik bis zur neuen Musik machen auch sehr viele neue Musik sind sie einfach Spitze und habe mich lang die Frage gestellt, will ich jetzt einen Zyklus machen?

00:16:56: Aber ich kam immer zurück auf die Sache Muss das Orchester nicht erzielen, irgendwie auf einen bestimmten Arzt zu spielen?

00:17:06: Weil sie können das eigentlich gut.

00:17:09: Und ich möchte dieses Orchester auch kennenlernen noch mehr in die Tiefe.

00:17:12: Was sind die Schwerpunkte und wo müssen wir dann nur arbeiten?

00:17:16: Das kann ich einfach nicht... so aus heiteren Himmel wissen und es dauert, glaube ich zwei drei Jahre.

00:17:22: Jetzt in Kopenhagen kenne ich mein Orchester richtig und jetzt weiß ich wie ich meinen Programm gestalten muss um damit das Orchester beneficier.

00:17:32: Ein

00:17:33: Vorteil davon hat oder profitiert?

00:17:35: Profitieren

00:17:36: kann genau!

00:17:38: Und eben was ich gesagt habe was mir noch fällt im Open House ist dass ich das Gefühl es ist schwer als junge Musiker Direktorin, Dirigentin jetzt momentan etwas hinter uns zu lassen und diese Möglichkeit gibt es beim Symphonieorchester.

00:17:56: Und bei der WDR vor allem weil die Rahmenbedingungen und Strukturen dafür geschaffen sind dass wir an gemeinsamen Weg wirklich lang möglich gestalten können und wirklich einen Stempel lassen können.

00:18:12: Das war die Zeit mit WDR-Orchester, Symphonieorchester und Marijaco.

00:18:16: Und das ist mein Traum!

00:18:17: Wenn Sie mich noch in fünfzehn Jahren haben wollen...

00:18:20: Das ist aber Atem ne?

00:18:22: Also ich weiß es von Franz Welser Möst, der damals bei Cleveland gefragt wurde und gesagt hat Ja, aber wenn dann muss ich erst mal ein Programm für die nächsten fünfzehn Jahre machen.

00:18:31: Dann gibt es aber auch andere Dirigentinnen und Dirigenten, die sagen, ja gut, ich mach das mal!

00:18:36: Und dann mache ich ein bisschen mein Programm was ich schon im anderen Orchester vorher gemacht habe und spiele das jetzt auch noch einmal wieder.

00:18:42: Und nach vier Jahren gehe ich wieder woanders hin.

00:18:45: Jetzt wäre meine musikalische Analyse von Marija Koh gedauert, dass ist eigentlich nicht deins.

00:18:50: du bist auch kein Theodor Kurenzis der sich selbst sozusagen über die Werke stellt.

00:18:56: Du bist schon eine Dirigentin, die Vielfalt sucht würde ich sagen.

00:18:59: Und auch dieses Ping-Pong von ebenst du sagst Barock und Modernen und Romantik spielt.

00:19:06: Da ist ja das große Vorbild wahrscheinlich immer jemand wie Geryl Petrenko der dann auch wirklich glaubhaft in die Tiefe eines Orchester abtaucht.

00:19:13: Wie macht man das?

00:19:15: Ich suche meinen Weg nur.

00:19:16: Ich bin momentan sehr auf die Vielfalt, weil ich so viel lerne von dieser Vielfaltung.

00:19:21: Von Barockmusik zu Romantik zur französischen Musik, neue Musik usw.

00:19:27: Alle Ebenen bringen mir so viel als Interpret und wie als Dirigentin auch.

00:19:32: Das heißt es ist mir noch wichtig auf diese Vielfahlsebene zu bleiben.

00:19:37: Vielleicht werde ich mich in der Zukunft noch auf eine Repertoire fokussieren wollen.

00:19:45: So lieb ich diese Vielfalt habe, noch lieber hab' ich es wenn ich ein Stück richtig kenne.

00:19:52: Und wenn ich jedes Mal was Neues entdecke in dem Stück und wo ich befreit bin von der Partitur und von anderen Sachen.

00:20:02: Man kann ja auch aus einem eigenen Repertrag dann sozusagen die Klangzone erweitern.

00:20:07: also gutes Beispiel dafür ist jemand wie Nicolas Arnauncourt, der mit der alten Musik angefangen hat Brahms und Bruckner, auf jeden Fall Bruckmer glaube ich gekommen ist.

00:20:16: Jetzt gibt es gerade den Aufnahmen.

00:20:18: hört euch die mal an das ist sehr lustig mit Wagner-Dirigat der wenn er die Tannhäuser Overtüre da durchspielt in zehn Sekunden oder so.

00:20:26: Aber das zeigt ja man kann auch sozusagen aus einem Kern Repertoire für sich selber dann etwas neues für anderes Repertoire entwickeln.

00:20:34: Genau, genau das höre ich gemeinsam mit dem WDR-Orchester.

00:20:38: Ich brauche noch ein bisschen Zeit diesen Klangkörper kennenzulernen und dann finden wir dass Repertoir war uns zeichnet.

00:20:44: Und von diesem mit diesem repertoir möchte ich mich eigentlich auch profilieren.

00:20:48: und wie gesagt was du gerade gesagt hast es kann sein dass sich in fünfzehn Jahre noch etwas anderes dazu im repertoire nehmen.

00:20:56: Kommen wir nochmal zurück auf die Anfangsfrage.

00:21:00: Wir haben über diesen Text geschrieben, wo es um die Rolle von Dirigenten in der Zukunft eine Gegenwart geht.

00:21:05: Der bei Backstage erschien ist ... Die verlohnte Generation hieß er.

00:21:10: Da haben wir uns kurz danach unterhalten und du hast gesagt aber die Frage ist doch... Ist es immer erstrebenswert ein großes Orchester dirigieren zu müssen?

00:21:18: Es stellen sich ja wahnsinnig viele Fragen über, haben jetzt schon gesehen, Ästhetik überhaupt Struktur eines Theaters und dann noch die Frage was will ich eigentlich selber?

00:21:27: sind das zu viele Fragen, die du dir manchmal stellen musst.

00:21:30: Manchmal kommst du mir auch so vor, dass ich denke ... Boah!

00:21:34: Geh einfach deinen Weg und frag dich gar nicht

00:21:36: mehr.".

00:21:36: Ja, ich glaub, Fragen ist sehr wichtig für mich als Prozess eben zu wissen was ich möchte oder was ich nicht möchte.

00:21:44: Und so lernt man auch finde ich die Menschen, die sich fragen stellen sie in offen sich zu verbessern und die deren Meinung ändern können.

00:21:54: Meine Mama hat immer gesagt dumm sind die menschen die deren meinung nicht ändern.

00:22:00: Und so bin ich auch als musikerin.

00:22:02: Ich bin offen für alles ich bin neugierig und vor allem ich möchte mich als musikerin weiterentwickeln und als menschweiter entwickeln.

00:22:09: das ist was ich will für meine zukunft.

00:22:14: Aber was du gerade erzählt hast, die Rahmen sind entlose.

00:22:19: Es gibt so viele Möglichkeiten auf junge Dirigenten oder ältere Dirigentinnen.

00:22:27: Sind wir etwas als junge Dirigenten wenn wir nicht die Berliner Philharmoniker dirigiert haben?

00:22:36: Ist

00:22:36: eine Karriere auch erfüllt, wenn ich in einem Stadttheater als GMD pensioniert werde.

00:22:43: Genau, ja absolut!

00:22:45: Was will man erreichen?

00:22:47: Ist das der Ziel alle Orchester auf diese Erde dirigiert haben oder ist es der Ziel sich im Zeug für die Komposition zu legen oder eben an Klangkörper möglich langzubegleiten?

00:22:59: Ich glaube jeder muss für sich entscheiden.

00:23:04: ich hebte es lieber wenn ich mich auf etwas fokussieren würde Aber die Rahmenbedingungen von diesem Musikbetrieb sind nicht so einfach.

00:23:15: Das heißt, die neue Vielfalt, die wir eben besprochen haben bedeutet nicht man kann machen was man will sondern man muss umso mehr wissen was man wollen würde?

00:23:25: Ja absolut.

00:23:27: und unsere Wege in dieser Vielfaltung suchen und vor allem möglich gut auszubalancieren dass man sich selber in diesen Prozess nicht verliert.

00:23:39: So, liebe Leute.

00:23:39: Jetzt haben wir gehört, Marie Jakur wird die nächsten fünfzehn Jahre beim WDR-Orchester bleiben und besorgt euch schon mal ein Abo damit ihr den Weg verfolgen könnt.

00:23:48: Wir werden dir noch viele Fragen stellen wenn du aufgehört hast das dir Fragen zu stellen.

00:23:52: vielen herzlichen Dank Marie.

00:23:53: Vielen dank Axel.

00:23:56: Das war ja der Podcast von Backstage Classical.

00:23:59: Für tägliche News aus der Welt der klassischen Musik schaut doch einfach bei uns vorbei auf www.backstageclassical.com und wenn ihr Kommentare, Anregungen, Ideen oder auch Beschwerden habt dann schreibt uns doch einfach unter redaktion at backstageclassical .com.

00:24:16: Wir lesen das natürlich sehr genau und werden das auch in unsere Arbeits einbeziehen.

00:24:23: Wenn ihr Lust habt und mehr hören wollt, dann abonniert diesen Podcast.

00:24:27: Denn dann hören wir uns schon bald wieder!

00:24:29: Ich freue mich drauf, macht gut, haltet die Ohnsteif.

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